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Sorgen für gute Stimmung: die acht Musiker der französischen Band „Le Gros Tube“.

Gegenwind für Frauke Petry

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Garmisch-Partenkirchen - Politiker, Pfarrer und FC-Bayern-Fans beteiligen sich an der Demonstration gegen die AfD-Veranstaltung.

Still stehen – das geht nicht, wenn „Le Gros Tube“ spielt. Die Musik der acht Franzosen regt zum Tanzen an. Sie verbreiten gute Laune. Egal, wo sie auftreten. Am heutigen Freitag steht eigentlich nur die Westtorhalle in Murnau (Beginn: 21 Uhr) auf ihrem Tourneeplan. Nachdem sie aber von der Demonstration gegen den Besuch von AfD-Bundesvorsitzender Frauke Petry in Garmisch-Partenkirchen gehört haben, legen sie spontan um 16.30 Uhr einen Zwischenstopp in der Ludwigstraße ein. „Das freut mich sehr“, sagt Christine Doering, die zu der Veranstaltung aufgerufen hat. Bunt, fröhlich und vor allem friedlich soll das werden, was sie der rechtspopulistischen Partei entgegensetzt. Die französische Band mit ihrem Mix aus Funk, HipHop, Afrobeat und Crossover passt perfekt zu diesem Vorsatz.

Das Programm am Kirchplatz – Doering steht der Bereich vom Kögleck bis zur Einmündung Badgasse für ihre Aktion zur Verfügung – beginnt um 17.30 Uhr. Zeitgleich mit dem Einlass in den Gasthof Rassen, in den die AfD einlädt. Petry selber, die sich am Vormittag mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf der Zugspitze austauscht (wir berichteten), wird um 19 Uhr erwartet. Dann läuft Doerings Veranstaltung bereits auf Hochtouren. Neben den acht Franzosen sorgen auch „Donna Trumps and the Waterboarders“ für Stimmung. „Sie spielen zwischen den Redebeiträgen“, sagt Doering. Neben Landtagsabgeordneten – dabei sind Vertreter der SPD, von Bündnis 90/Die Grünen und der Freien Wähler, von der CSU kam aus Zeitmangel eine Absage – melden sich Ömer Anilir, Vorsitzender der Türkisch-Islamische Gemeinde, und Pfarrer Thomas Lichteneber zu Wort. „Ich finde, die Kirche muss Stellung zu aktuellen politischen Ereignissen nehmen“, unterstreicht der evangelische Geistliche aus Garmisch. Deshalb will er „an die christlichen Grundwerte erinnern, in denen es keinen Platz für Fremdenfeindlichkeit gibt“.

Nein zu Intoleranz und Ausgrenzung, Ja zu einem offenen und toleranten Garmisch-Partenkirchen – unter diesem Motto ruft Doering zu ihrer Demonstration auf. Ein Ansinnen, das etliche Menschen im Landkreis teilen können. Nach dem SPD-Ortsverband Farchant ruft nun auch der Kreisverband seine Mitglieder auf, an der Veranstaltung in der Ludwigstraße teilzunehmen. Rot wird sowieso eine Farbe, die heute am Kirchplatz heraussticht: Der FC-Bayern-Fanclub „Die Roten vom Werdenfelser Land“ will ebenfalls mit vielen Fußball-Anhängern nach Partenkirchen kommen – möglichst im Trikot oder Fanclub-Outfit. Nicht zuletzt die unsäglichen Aussagen von AfD-Vize Alexander Gauland gegen Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng haben sie dazu gebracht. „Wir wollen uns das nicht bieten lassen“, erklärt Erika Reindl. Die Bad Kohlgruberin, die sich im Vorstand des Fanclubs engagiert, hofft auf viele Teilnehmer an der Demonstration, für die sie und ihre Mitstreiter schon eifrig Plakate basteln. „Frauke Petry soll ruhig mitbekommen, dass sie übers Ziel hinausschießt.“

Mit einem ruhigen Verlauf rechnet Thomas Kirchleitner, Leiter der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen, bei der Veranstaltung. Doch wie vor jeder Demonstration gilt: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Man wisse schließlich nie, wer derartige Proteste für weniger friedliche Auftritte nutze. Die Polizei jedenfalls ist gerüstet. „Uns liegt sehr viel daran, dass alles ohne Zwischenfälle vonstatten geht.“ Für ihre „friedliche und fröhliche“ Demonstration gegen die AfD hat Christine Doering 300 Teilnehmer angemeldet. Doch Kirchleitner geht von mehr Personen aus. Wie viele Beamte er mobilisieren wird, sagt er aus einsatztaktischen Gründen nicht.

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