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Großes Medieninteresse: Die spektakuläre Reise und das Pech, dass sein Fahrrad gestohlen wurde, machen Peter Krinninger in Guatemala zum gefragten Interviewpartner.

Radeln für den Frieden

Dreister Dieb stört den Traum

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Garmisch-Partenkirchen - Auf dem Fahrrad um die Welt – und damit ein Zeichen für den Frieden setzen: Peter Krinninger hatte ein Ziel. Der Traum des Garmisch-Partenkirchners könnte aber schnell zu Ende gehen. Nachdem sein Fahrrad in Guatemala gestohlen wurde, tut er sich schwer, Ersatz zu finden.

Fast 30 000 Kilometer ist er gestrampelt. Unzählige Platten hat er geflickt. Und 27 Länder durchquert. Alles per Fahrrad. Erlebt hat Peter Krinninger in den vergangenen zwölf Monaten jede Menge. Diverse Widrigkeiten gemeistert. Ans Aufgeben dachte er nie. Bis jetzt. Guatemala scheint ihm zum Verhängnis zu werden, seinen Träumen ein jähes Ende zu bereiten. „Gleich am ersten Tag in Guatemala City wurde mein abgesperrtes Rad aus einem abgeschlossenen Raum gestohlen“, erzählt der Garmisch-Partenkirchner. Noch immer kann er diesen dreisten Diebstahl nicht fassen. Nach dem ersten Schock versuchte der 60-Jährige alles, um sein Fahrrad zurückzubekommen: „Neben der Polizei war ich vom Ministerio Publico bis zur Deutschen Botschaft bei allen Stellen, habe Flyer mit einer Belohnung für den Finder verteilt und die Presse eingeschaltet. Bisher vergeblich.“

Der erste Zorn hat sich mittlerweile gelegt. Auch die Idee, gleich ein Rückflugticket nach Deutschland zu buchen, verwarf er – vorerst – wieder. „Nachdem die Untersuchungen der Polizei immer noch nicht abgeschlossen sind, und ich nicht immer vor Ort warten will, bin ich durch Guatemala und kurz nach Honduras gereist. Jetzt befinde ich mich bereits in San Ignacio, im Dschungel von Belize.“ Und auch ohne sein Fahrrad hatte er viele schöne Erlebnisse. Bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel des 3976 Meter hohen Acatenango zu stehen, war eines davon. „Im Hintergrund war der Fuego zu sehen“, erinnert er sich. „Das ist einer der aktivsten Vulkane der Erde, wie ich hautnah mitbekommen habe.“ Noch befindet er sich allerdings so nahe an Guatemala City, dass er schnell zurück sein könnte, sollte sein Rad doch noch auftauchen. Dann würde er selbstredend damit weiterfahren. Allzuviel Hoffnung macht sich Krinninger aber nicht.

Da war die Welt noch in Ordnung: Krinninger mit Rad in Neuseeland.

Nachdem er mittlerweile recherchiert hat, welche Rad-Modelle es in dem zentralamerikanischen Land gibt, weiß er, dass er dort nichts für seine Zwecke findet. „Das heißt keines, das die enormen Beanspruchungen aushalten würde“, betont Krinninger. „Selbst in den USA ein gebrauchtes zu bekommen, ist kurzfristig sehr schwierig. Ich reise jetzt wohl weiter nach Mexiko und versuche da mein Glück. Falls das nicht funktioniert, komme ich wahrscheinlich relativ schnell zurück nach Garmisch-Partenkirchen.“ Somit würde seine Weltreise, die er unter das Motto „peacebiking“ – „Radeln für den Frieden – gestellt hatte, einen unerwartet anderen Ausgang nehmen.

Das Ende seiner Tour wurde bereits einmal umgeschrieben. Als er, begleitet von zahlreichen Freunden seinen Heimatort im März 2015 verlassen hatte, wollte er eigentlich „nur“ bis zum südchinesischen Meer radeln. Und er hat Blut geleckt. Ich wollte ja von Hanoi/Vietnam aus zurückfliegen“, sagt der Fotograf und Bild-Journalist. Nachdem’s ihm gut ging, er gesund und fit ist, „habe ich beschlossen, immer ostwärts um den Globus zu fahren – in einem etwas gemäßigterem Tempo“. Laos, Kambodscha, Thailand, Singapur, Malaysia, Indonesien und schließlich Neuseeland waren Stationen, die er seiner Reise zufügte. „Die Ozeane dazwischen musste ich natürlich per Flugzeug überbrücken“, erklärt Krinninger schmunzelnd. Auf einem dieser Flüge ging dann auch ein Teil seiner Ausrüstung verloren. Ein Problem, das er in Auckland löste. Und folglich frohen Mutes weiter nach Zentralamerika reiste.

Die nächste böse Überraschung folgte aber auf dem Fuß. Unterkriegen lässt er sich davon freilich nicht. Sollte er tatsächlich mangels geeignetem Fahrrad zur Heimreise gezwungen werden, „dann ist’s halt eine andere Geschichte, die ich erlebt habe“. Eine Weltreise war’s allemal und die Eindrücke davon will er weitergeben: „Ich möchte auf alle Fälle eine Multivisionsschau erstellen und vielleicht ein Buch über das Abenteuer schreiben.“

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