Verwaltungsrat beschließt erstmals eine Satzung

Gemeindewerke drehen an der Gebührenschraube

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Garmisch-Partenkirchen - Die Gemeindewerke ändern ihre Gebühren:  Der Preis fürs Wasser wird erhöht, die Abgaben für Müll und Abwasser hingegen sinken.

Es ist ein Geben und Nehmen und irgendwie bestimmt ein Nullsummenspiel. Die Verbraucher, die über die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen – seit 2011 ein Kommunalunternehmen – ihr Wasser beziehen und Abwasser und Müll entsorgen lassen, werden teils entlastet und teils stärker zur Kasse gebeten als in den vergangenen Jahren. Im Klartext: Die Gebühren für Wasser steigen, jene für Abwasser und Abfall sinken. Das Nass, das aus dem Hahn oder dem Duschkopf kommt, teurer zu machen, war unumgänglich. „Da sind wir ins Minus gerutscht“, erklärte Wotan Lichtmeß, der Vorstand der Gemeindewerke, den Mitgliedern des Verwaltungsrats, der am Dienstag in der Zentrale an der Adlerstraße tagte. Bislang nahm das Versorgungsunternehmen mit dem Wasser 2,1 Millionen Euro ein – in Zukunft sollen es 3,1 Millionen sein. Während der Kubikmeterpreis moderat von 95 auf 99 Cent ab 1. Januar 2016 steigt, gibt es bei der Grundgebühr einen großen Sprung von 12 auf 90 Euro. Zur Diskussion hatte Lichtmeß eine zweite Variante mit einem Anstieg des Kubikmeterpreises auf 1,35 Euro und der Grundgebühr auf nur 35 Euro gestellt. Die verwarfen indes die Verwaltungsräte. Alois Maderspacher (CSU) bewertet den Anstieg bei den Kosten für den Kubikmeter als „zu groß. Und nur der interessiert die Verbraucher“.

Beim Abwasser hingegen senken die Gemeindewerke die Gebühren. Fürs Schmutzwasser müssen in Zukunft pro Kubikmeter nur noch 0,79 Euro – bislang 1,22 Euro – berappt werden, fürs Mischwasser fällt der Betrag auf 0,97 Euro (zuletzt 1,39). Und auch bei den Müllgebühren werden die Bürger entlastet. Die 80-Liter-Tonne zum Beispiel, die bisher 242 Euro im Jahr kostet, beläuft sich in Zukunft nur noch auf 200 Euro, für die 120-Liter-Tonne bezahlt man in Garmisch-Partenkirchen statt 326 Euro ab dem kommenden Jahr 300 Euro. Die Einnahmen der Gemeindewerke sinken in diesem Segment von 3,5 Millionen Euro auf 3,1 Millionen Euro, beim Abwasser um 900 000 Euro auf 2,1 Millionen Euro. „Wir geben die Gebührenüberdeckung in diesem Bereich an die Verbraucher weiter“, sagt Lichtmeß. Allerdings befürchtet er, dass durch diese Maßnahmen beim Abwasser und Müll das Jahresergebnis der Gemeindewerke um „300 000 Euro sinken könnte“. Die neuen Preise gelten nicht für alle Ewigkeit, sondern nur für die nächsten vier Jahre. „Danach werden sie neu berechnet“, so Lichtmeß. Und jede Sparte müsse einzeln betrachtet werden.

Dass vor allem Wasser ein hohes Gut ist und es zur Daseinsvorsorge gezählt werden muss, machte Lichtmeß eingangs der Sitzung deutlich. Um die kommunale Wasserversorgung vor dem Zugriff privater Unternehmen zu schützen, beschloss der Verwaltungsrat, der aus neun Mitgliedern besteht, erstmals eine Satzung, „die wir“, erklärte Lichtmeß, „bislang nicht haben“.

Rubriklistenbild: © dpa

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