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Unterkunft für 160 Flüchtlinge ist derzeit das ehemalige General-Patton-Hotel.

Wohnungssituation im Markt wird zum Problem 

Müssen Flüchtlinge bald ausziehen? Ehemaliges General-Patton-Hotel soll Seniorenresidenz werden

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Garmisch-Partenkirchen - Garmisch-Partenkirchen stöhnt unter der großen Zahl der Asylbewerber. 55,5 Prozent der 1197 Migranten, die im Landkreis untergebracht sind, leben im Markt. Schwierig könnte die Wohnungssituation werden, wenn das ehemalige Patton-Hotel, in dem jetzt 160 Flüchtlinge leben, in eine Seniorenresidenz luxussaniert wird. Und sie ist nur ein Problem von vielen.

Ein Schmuckstück ist das ehemalige General-Patton-Hotel schon lange nicht mehr. Aber es könnte irgendwann wieder eines werden und damit Probleme auslösen, die die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen in Schwierigkeiten bringen dürfte.

In dem Nazi-Bau von 1942, zehn Jahre später wurde das Gebäude erweitert, sind zurzeit 160 geduldete und anerkannte Flüchtlinge untergebracht. Fragt sich freilich, wie lange noch? Bauunternehmer Ibrahim Kavun, dem in Garmisch-Partenkirchen bereits drei Hotels gehören, hat den Komplex vor einigen Jahren für 1,72 Millionen Euro ersteigert und an die Gemeinde vermietet. Derzeit laufen Planungen, das Patton in eine Residenz zu verwandeln, in dem betuchte Senioren ihren Lebensabend verbringen. Architekt E.H. Erlmoser von der Münchner Plan Consult stellte vor Kurzen die Planungen dem Garmisch-Partenkirchner Gestaltungsbeirat vor. Jeweils zwei der derzeit 115 Zimmer sollen zusammengelegt und saniert werden. Während die Fassaden von Trakt A und B wegen ihrer Geschichtsträchtigkeit als Zeitzeugen unter Denkmalschutz stehen, sollen bei C und D größere Veränderungen vorgenommen werden. Auf einem Gebäude plant Erlmoser ein weiteres Geschoss und ein Flachdach. „Nur dafür gibt es einen Bauantrag“, sagt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD).

Die Stilfragen, mit denen sich die Mitglieder des Gestaltungsbeirats, die Diplom-Ingenieure Katrin Aste, Thomas Jocher und Michael Deppisch, herumschlugen, beschäftigten Meierhofer nur am Rande. Sie hat andere Sorgen. Sind die Asylbewerber gezwungen, irgendwann das ehemalige General-Patton-Hotel zu verlassen, müssen sie sich auf dem lokalen oder regionalen Wohnungsmarkt umschauen. Dann stehen sie möglicherweise vor dem Rathaus, sofern sie selbst nichts finden. Bezahlbarer Wohnraum ist in Garmisch-Partenkirchen knapp und Besserung ist nicht in Sicht.

Und die Situation in Sachen Asyl und Flüchtlinge könnte sich für den Markt weiter verschlimmern, seit die Staatsregierung beschlossen hat, das Abrams – zumindest bis Ende des Jahres – als eine von vier Erstaufnahmeeinrichtungen in Bayern zu führen. „Die Regierung von Oberbayern hat den Landkreis Garmisch-Partenkirchen gebeten, den Notfallplan im Abrams-Komplex bis Ende des Jahres zu verlängern. Der Markt Garmisch-Partenkirchen hat diesem Ersuchen zugestimmt“, erklärt Franziska Klein, Sprecherin der Kreisbehörde.

Nicht gerade Freude hat der Antrag bei Meierhofer ausgelöst. Sie sieht Garmisch-Partenkirchen schon jetzt über Gebühr belastet. Zusammen mit den 53 unbegleiteten Jugendlichen leben 383 Migranten im Ort, zusätzlich 280 Asylbewerber im Abrams. Die Gesamtzahl im Landkreis beziffert Klein auf 1197. Davon entfallen 663 auf den Markt, der damit 55,5 Prozent der Asyllast des Landkreises schultert. „Und das, obwohl wir nur über 30 Prozent der Wirtschaftskraft verfügen und ein Drittel der Bevölkerung stellen“, sagt Meierhofer. Nicht nur deshalb ist die Rathauschefin auf die Ministerien in München nicht besonders gut zu sprechen. In Sachen Abrams-Gelände, das mit Geldern der Leifheit-Stiftung gekauft und im Sinne des Stiftungszwecks entwickelt werden soll, gibt es Probleme, die die 60-Jährige nachdenklich machen. Sie fragt sich: „Hängen diese Vorgänge damit zusammen, dass ich das falsche Parteibuch habe? Manchmal könnte man es meinen.“

Und sie sorgt sich um den Tourismus-Standort Garmisch-Partenkirchen. Sie erhält häufiger Anrufe aufgebrachter Urlauber, die wegen der zahlreichen Flüchtlinge, die es im Ort gebe, nicht mehr kommen wollen. Die Summe der Sorgen bringt FDP-Gemeinderat Martin Schröter auf den Punkt. Nehme dieses Gefühl der Unsicherheit bei den Gästen zu, „dann ist auch die Haupteinnahmequelle unseres Ortes, der Tourismus, bedroht“.

Besonders in der Garmischer Fußgängerzone und im angrenzenden Kurpark treten die Migranten in größeren Gruppen auf. Der Grund: Sie nutzen das öffentliche WLAN, das die Werbegemeinschaft eingerichtet hat. Zuletzt hat es ein Gerangel und Geschubse um die besten Plätze mit dem optimalen Empfang gegeben. Sogar die Polizei musste anrücken um den Streit zu schlichten, wie Thomas Holzer, stellvertretender Leiter der Inspektion Garmisch-Partenkirchen, bestätigte.

Um dem einen Riegel vorzuschieben, hatte Schröter jüngst Meierhofer aufgefordert, beim Landratsamt vorstellig zu werden, damit so bald wie möglich der Abrams-Komplex mit einem Internet-Hotspot ausgestattet wird. Das soll am Mittwoch geschehen. „Darüber haben wir zuletzt häufig mit dem Landratsamt gesprochen“, sagt Meierhofer. „Mit Erfolg, wie man sieht."

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