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Platzt aus allen Nähten: Die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr wird um zwei Stellplätze erweitert. Dafür muss die Garage (rechts im Bild) weichen.

Haushalt zum Durchschnaufen

Gewerbesteuer im Höhenflug

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Oberau - Große Sprünge macht Oberau nicht in diesem Jahr. Anbauten ans Feuerwehrhaus und an die Schule sind die Projekte, die das meiste Geld verschlingen. Dafür packt die Gemeinde Geld auf ihr Sparbuch und schraubt die Rücklage auf 700 000 Euro hoch.

Ein paar Einschnitte gab’s, schaut man die Kurve an, die seit 2000 die Entwicklung der Gewerbesteuer in Oberau symbolisiert. Insgesamt geht’s aber stetig nach oben – in diesem Jahr kalkuliert Kämmerer Stefan Hausenblas mit 1,6 Millionen Euro. „2016 stellt voraussichtlich alles in den Schatten.“ Eine Aussicht, die Bürgermeister Peter Imminger (CSU) „sehr erfreulich“ nennt. Auch das ist für ihn ein Beleg dafür, „dass wir wirtschaftlich ganz hervorragend aufgestellt sind“. Und so die Rücklage, das Sparbuch der Gemeinde, um 276 500 auf 700 000 Euro aufstocken können. Kein Wunder, dass es angesichts dieser Prognosen im Gemeinderat keine Diskussionen über den Haushaltsplan gab. Einstimmig segneten die Mitglieder das Zahlenwerk ab.

In die Infrastruktur investierte die Gemeinde Oberau in den vergangenen Jahren viel. Schule, Kindergarten, Sportanlagen – alles steht gut da. „Aber auch die Sanierung und Instandhaltung bestehender Anlagen und Gerätschaften ist uns ein wichtiges Ziel“, betonte Hausenblas. Fast 400 000 Euro seien dafür im Etat berücksichtigt, trotzdem bleibe noch genügend Spielraum, um die ein oder andere Investition zu bestreiten. Mit 285 000 Euro fließt heuer der größte Brocken in die Grund- und Mittelschule: „Die Ausgaben umfassen einen kleinen Anbau, um die Mittagsbetreuung zu erweitern, eine Überdachung zur Turnhalle und die Umgestaltung des Pausenhofs.“ Projekte, die genauso unstrittig sind wie der Anbau ans Feuerwehrhaus. „Das platzt aus allen Nähten“, verdeutlichte der Kämmerer das Dilemma. Deshalb wird die bestehende Halle um zwei Stellflächen erweitert. Ein Vorhaben, das der Gemeinderat nach der Haushaltsdebatte ebenfalls einstimmig billigte. Die freistehende Garage neben der Feuerwehr wird in diesem Zug abgerissen. „Dadurch erhalten wir auf dem Grundstück insgesamt 24 Stellflächen“, erklärt Imminger.

Positiv beurteilte das Gremium zudem, dass in diesem Jahr keine neuen Schulden aufgenommen werden müssen. Der voraussichtliche Stand der Verbindlichkeiten belaufe sich zum 31. Dezember 2016 auf 1,99 Millionen Euro, sagte Hausenblas. „Damit kommen wir erstmals nach 2009 wieder unter die Zwei-Millionen-Marke.“ Das entspräche einer Pro-Kopf-Verschuldung – aktuell leben in Oberau 3106 Menschen – von 642 Euro. „Damit fallen wir wieder deutlich unter den Landesdurchschnitt in Höhe von 665 Euro.“ Vorrangig für die Gemeinde sei aber, unterstrich der Kämmerer, den Schuldenstand in den kommenden Jahren weiter nach unten zu drücken.

Ein ehrgeiziges Ziel, wenn man an die Projekte denkt, die das Dorf in der näheren Zukunft anpacken will. Neben der Umgestaltung des Kurparks, der mit 124 000 Euro im Finanzplan steht, ist es noch der Umbau des Rathauses. Ein Vorhaben, für das im Vorfeld 350 000 Euro veranschlagt wurden. In diesem Zug soll vor allem der Sitzungssaal aus dem ersten Stock ins Erdgeschoss verlegt werden. Langfristig erwartet die Gemeinde zudem die Umgestaltung der alten Bundesstraßen, wenn die Ortsumfahrungen erst fertig sind. Passend dazu hat man auch die Sanierung des Bahnhofsplatzes auf dem Schirm.

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