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Noch ist Winterpause auf dem Burgrainer Golfplatz. Eines aber ist fix: Bis 2025 wird das Gelände schon mal sicher für die Golfer bespielbar sein.

Zähe Verhandlungen liegen zurück

Golfplatz Burgrain: Zukunft gesichert

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Burgrain - Es war eine schwere Geburt für den Land- und Golfclub Werdenfels, doch jetzt können die Burgrainer Golfer aufatmen: Der Pachtvertrag für das Gelände wurde bis 2025 verlängert.

Die Zukunft des Golfplatzes in Burgrain ist geklärt – für die nächsten zehn Jahre jedenfalls. Mit dieser freudigen Kunde wartete Präsident Rolf Lehmann bei der Jahresversammlung des Land- und Golfclubs Werdenfels auf: „Der Vertrag bis Ende 2025 ist unterschrieben.“ Unter den gut 80 Mitgliedern brandete im Kurpark-Restaurant Adlwärth langer Applaus auf. Lehmann: „Nun können wir auch nötige Investitionen wieder risikolos treffen.“

Ein gut dreijähriger Prozess ist somit nun vorerst zu einem guten Ende gekommen. 2013 nahm der Vorsitzende des Golfclubs erstmals mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) Kontakt auf. Als die Rückgabe des Geländes durch die US-Streitkräfte bekannt wurde. Zunächst konnte Lehmann eine Pacht bis 2016 herausschlagen, nun ist ihm mit der Verlängerung bis 2025 durchaus ein Coup gelungen.

Es waren zähe Verhandlungen – und vor allem viele. „Eigentlich hat sich die Geschichte das ganze Jahr 2015 hingezogen“, blickt Lehmann zurück. „Es war nicht leicht, denn es ist nicht üblich, dass die BIMA solche Verträge abschließt.“ Der Bundesbehörde geht es darum, Grundstücke zu veräußern. An einem Kauf war auch der Land- und Golfclub Werdenfels interessiert. In diesem Punkt kam die Gemeinde ins Spiel. Lehmann wandte sich an Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), um mit ihr auszuloten, was möglich sei. Der Markt habe schließlich ein Vorkaufsrecht. Davon wird er allerdings nicht Gebrauch machen. „Wir können in der jetzigen Situation doch keinen Golfplatz kaufen“, stellt die Rathaus-Chefin klar. Meierhofer aber bot Lehmann jegliche Unterstützung bei der Abwicklung eines solchen Geschäfts an.

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben spielt mit

„Unser Ziel war immer, den Platz auf Dauer zu übernehmen“, sagt Lehmann. Ein Kauf zerschlug sich aber sehr schnell. „Er scheiterte an den hohen Preisvorstellungen der BIMA“, räumt der Clubpräsident ein. Die bezeichnet er im Nachhinein als „unverhältnismäßig hoch und utopisch für uns“. Die Hoffnung zerplatzte im September.

Lehmann gab aber nicht auf. Dann also Plan B: die Pacht-Lösung. „Ich musste der BIMA klarmachen, dass unsere Existenz nur mit einem langfristigen Vertrag gesichert ist.“ Auch Meierhofer griff nochmals zum Telefon und machte den Vertretern der Behörde deutlich, dass die Gemeinde auf einer Nutzung als Grünfläche beharren wird. „Damit ist das Areal für Investoren eigentlich nicht interessant“, betont sie.

In jedem Fall fand Lehmanns Ersuchen am Ende Gehör. „Im November signalisierte die BIMA mir, dass sie auf einen Pachtvertrag eingehen wird.“ Ein Meilenstein. Auch Lehmann glaubt, dass vor allem zwei Faktoren für diese Lösung sprachen. „Zum einen ist das Gelände seit 1930 ein Golfplatz, zum anderen ist es im Flächennutzungsplan als Golfplatz ausgewiesen.“ Obendrein liegt auch noch eine Veränderungssperre auf dem Grund. „Ich denke, der BIMA ist klar, dass sie die erforderliche Rendite unter diesen Bedingungen nicht erzielen kann“, meint Meierhofer. In jedem Fall bekam Lehmann grünes Licht – und die notwendigen Unterschriften aufs Papier. „Es wurde auf alle unsere Bedürfnisse eingegangen, jetzt haben wir wirklich eine Chance, dass wir etwas aus der Situation machen.“

Allerdings mahnt Lehmann auch davor, das Thema nun aus den Augen zu verlieren. „Zehn Jahre sind schnell vorbei“, stellt er klar. „Es muss unser vorrangiges Ziel bleiben, den Platz irgendwann übernehme zu können, allerdings nur zu annehmbaren Konditionen.“ Die BIMA sei sicher nicht interessiert, auf ewige Zeiten einen Golfplatz im Bestand zu halten. „Wir werden nicht gleich wieder in Verhandlungen treten, aber sicher mal wieder nachfragen.“

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