Bis Ende 2018 im Amt: Peter Fischer, Chef des Weltcup-OK. foto: SEHR

Herz siegt über Verstand

Garmisch-Partenkirchen - Nun doch: Peter Fischer bleibt bis Ende 2018 Geschäftsführer des OK Alpiner Ski-Weltcup. Danach soll endgültig Schluss ein. Nach Fischers Ausscheiden beginnt womöglich eine neue Zeitrechnung, was die Organisation von Kandahar-Rennen und Neujahrsskispringen angeht.

Es war ein zähes Ringen, doch letztlich hat das Herz über den Verstand gesiegt. Peter Fischer bleibt bis 31. Dezember 2018 Geschäftsführer des Organisationskomitees Ski-Weltcup. „Ich habe mich nach langer und reiflicher Überlegung dazu entschlossen“, sagte der 62-Jährige. Seine Entscheidung hatte er am Donnerstagabend seinen Vorstandskollegen während einer Sitzung mitgeteilt.

Vor den Weltcup-Rennen auf der Kandahar im Januar war durchgesickert, dass Fischer darüber nachdenkt, seinen Vertrag, der am Ende des Jahres ausgelaufen wäre, nicht mehr zu verlängern. Seine Frau Frauke war die treibende Kraft gewesen, weil sie sich um ihren Mann sorgte, der gesundheitlich angeschlagen ist. Sie konnte sich nicht durchsetzten. „Natürlich ist sie nicht begeistert“, sagt Fischer, „aber sie hat sich gefügt.“ Allerdings musste er ihr versprechen, mehr auf sich zu achten, sich Pausen zu gönnen. Ende Mai, Anfang Juni nimmt er sich eine erste Auszeit und fährt für rund zwei Wochen in Urlaub, um Kraft für die Zeit bis Ende 2018 zu tanken. Dass dann endgültig Schluss sein wird, daran lässt er keinen Zweifel. „Irgendwann muss man aufhören. Ich mach’s mit 65 beim 65. Kandahar-Rennen.“

Allerdings können sich viele einen alpinen Weltcup in Garmisch-Partenkirchen nicht ohne ihn vorstellen. In den vergangenen Wochen sei er von verschiedener Seite häufig angesprochen und gebeten worden weiterzumachen. Er hat sich nicht dem Druck gebeugt, sondern seiner Liebe zum Skisport und den Weltcup-Rennen auf der Kandahar, die er seit fast 20 Jahren entwickelt und zu dem gemacht hat, was sie heute sind: eine Veranstaltung von Weltgeltung. „Das ist mein Lebenswerk“, sagt Fischer.

Ihm ist freilich klar, dass er lernen muss loszulassen. „Irgendwann ist Schluss, 2018 ist der richtige Zeitpunkt.“ In den kommenden zweieinhalb Jahren muss seine Nachfolge geregelt sein - beim OK und beim Skiclub Garmisch, dessen Vorsitzender er ebenfalls ist. Wer das sein könnte? Er weigert sich über Personen zu sprechen. Macht aber deutlich, dass spätestens ein Jahr vor dem Ende seiner Tätigkeit geklärt sein sollte, wer ihn beerbt.

Nach 2018 und dem Fischer-Abgang könnte sich vieles ändern, könnte eine neue Zeittrechnung beginnen, was die Organisation von Großveranstaltungen in Garmisch-Partenkirchen betrifft - wenn es nach Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) geht. Ihr schwebt vor, den Ski-Weltcup, das Neujahrsskispringen, das der SC Partenkirchen ausrichtet, die BMW Motorrad Days und das Alpen-Testival in einem Konstrukt zu bündeln, das erst noch ausgestaltet werden muss. Meierhofer möchte darüber noch vor der Sommerpause im Gemeinderat „ergebnisoffen diskutieren lassen“. Fischer ist in die Pläne der Rathaus-Chefin eingeweiht. Sie ist wie der Deutsche Skiverband (DSV) der Meinung, die beiden sportlichen Höhepunkte Garmisch-Partenkirchens benötigten mehr Event-Charakter. „Aber deshalb dürfen wir unsere Identität nicht einbüßen“, schränkt Meierhofer ein. Auch Fischer glaubt, dass es neue Strukturen braucht. „Deshalb werden wir uns den Gesprächen nicht verschließen.“ Allerdings auch ergebnisoffen.

Peter Reinbold

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