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Das letzte Stück „Die Drei Musketiere“ wurde 2014 aufgeführt.

„Der Glöckner von Notre Dame“ wird inszeniert

Jugendkult 2017: Hauptausschuss spricht sich für Zuschuss aus

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Garmisch-Partenkirchen - Wolfgang Sailer und sein Team wagen es wieder: Im kommenden Jahr soll es ein Theaterstück mit Jugendlichen geben. Nun stellte auch der Hauptausschuss eine wichtige Weiche. 

Er ist missgebildet, buckelig, entstellt. Quasimodo, der Glöckner von Notre Dame, der sich in die schöne Zigeunerin Esmeralda verliebt. Ein Findelkind, Ausgestoßener, ein Freak, ausgegrenzt von der mittelalterlichen Pariser Gesellschaft. Auf jeden Fall eine tragische Figur, die der Schriftsteller Victor Hugo für seinen 1831 erschienenen Roman entworfen hat. Doch die Themen sind übertragbar in die heutige Zeit. Deshalb plant das Jugendzentrum (JUZ) Garmisch-Partenkirchen, das Stück im Rahmen von „Jugendkult 2017“ auf die Bühne zu bringen.

„Wir haben uns ein Projekt mit Bezügen zur aktuellen gesellschaftlichen Situation gewünscht“, machte JUZ-Leiter Wolfgang Sailer in der Sitzung des Hauptausschusses des Gemeinderates deutlich. Regisseur und SPD-Gemeinderat Harald Helfrich brachte den Vorschlag. „Es geht zum Beispiel um Asyl, Kirche und Glaube“, sagte der. Elemente aus Tanz, Rap, Hip-Hop, Beatbox sowie mit Bettlern und Straßengangs sollen für eine packende Inszenierung sorgen und die Themen des Stücks in die Moderne übersetzen.

Um das Theaterprojekt für Jugendliche auf die Beine zu stellen, benötigt der Veranstalter finanzielle Unterstützung. Insgesamt plant Sailer mit Kosten in Höhe von 45 000 Euro, vorfinanziert durch die Marktgemeinde, die 16 500 Euro bezuschusst. Einstimmig wurde beschlossen, dem Finanzausschuss zu empfehlen, diese Mittel in den Haushalt 2017 einzustellen.

Zehn Produktionen in den vergangenen 25 Jahren

Wie wichtig ein solches Angebot für die Jugend ist, daran zweifelte niemand. Sailer erst recht nicht. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass Interesse besteht. Im Schnitt beteiligen sich 80 bis 110 Teilnehmer, berichtete er. Nur beim letzten Projekt, den „Drei Musketieren“ vor zwei Jahren gab es mit 50 Mitwirkenden einen Einbruch. Den Grund meint der JUZ-Leiter zu kennen. „Da haben wir es im Herbst gemacht, das hat sich nicht bewährt.“ Künftig will man wieder den Sommer nutzen.

Zehn große Produktionen sind im Laufe der vergangenen 25 Jahre entstanden. Wie 2014 gehen die Veranstalter auch 2017 eigene Wege – um im Gegensatz zu früher, als die Jugendkulturtage noch Teil des Kultursommers waren, die organisatorischen Bedingungen auf eigene Bedürfnisse zuzuschneiden. Auf die Unterstützung des Kreisjugendrings muss Sailer diesmal verzichten. Die Einrichtung möchte sich auf das „Gap_Soll Jugendfestival“ konzentrieren. Doch die vielen Gespräche mit Vertretern der Schulen, Eltern und Jugendlichen sowie der Kulturschaffenden haben ihn und sein Team ermutigt, sich dennoch wieder an ein Theaterstück zu wagen.

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