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Vollblutmediziner : Kinderarzt Dr. Thomas Wagner.

Kinderarzt Dr. Thomas Wagner schätzt das Angebot der Harlekin-Nachsorge 

„Eltern sind froh um jeden Rat“

Landkreis - Dr. Thomas Wagner ist Ärztlicher Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) an der Rheumaklinik in Garmisch Partenkirchen - und setzt auf die Zusammenarbeit mit dem Harlekin-Team.

Gleich zweimal stellte das Leben von Dr. Thomas Wagner vor einem halben Jahr seine Weichen neu: Sein Sohn Liam wurde geboren – und der Kinderarzt trat die Stelle als Ärztlicher Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) an der Rheumaklinik in Garmisch-Partenkirchen an. Der 36-Jährige, aus Leipzig stammend und lange an der Universität Heidelberg tätig, wechselte über Forschungsaufenthalte in Tansania, Bonn und München in die Marktgemeinde. Noch pendelt der Kinderneurologe und Epileptologe (Fachmann für Epilepsie) täglich zwischen seiner Familie in München und Rheumaklinik hin und her, der Umzug ist aber langfristig vorgesehen.

    Sein Kollege Dr. Clemens Stockklausner, Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Garmisch-Partenkirchen, den das Tagblatt vor kurzem im Zuge der Weihnachtsaktion vorstellte, konnte Wagner zur Jahresmitte in die Marktgemeinde lotsen. „Clemens und ich haben in Heidelberg hervorragend zusammengearbeitet und sind auch privat seit langem miteinander verbunden“, erzählt der Arzt. Nun arbeiten die beiden Mediziner wieder miteinander und möchten die Kooperation zwischen Klinikum und SPZ intensivieren.

    Auch in der Marktgemeinde erblicken jedes Jahr zahlreiche Kinder zu früh die Welt oder haben Startschwierigkeiten. Nach intensiver Betreuung im Klinikum werden sie dann oft im SPZ ambulant weiter behandelt und gefördert. Am SPZ kümmert sich ein Team aus Ärzten, Therapeuten und Logopäden aber auch um Kinder mit anderen chronischen Erkrankungen. Der Ansatz ist ganzheitlich: Nicht nur die Krankheit, auch psychische Belastungen, Eltern und soziales Umfeld sowie die Teilhabe der Kinder werden berücksichtigt.

    Dabei schätzt Dr. Wagner auch die gute Zusammenarbeit mit dem Harlekin- Team, das vom Tagblatt mit der Weihnachtsaktion unterstützt wird. „Wenn Eltern und das Neugeborene aus einer intensiven stationären Betreuung schließlich nach Hause entlassen werden, sind sie plötzlich auf sich allein gestellt, oft an der Grenze ihrer Belastbarkeit und brauchen Hilfe.“ Genau da setzt die Nachsorge von Harlekin an. „Solch eine Einrichtung gab es in Heidelberg nicht“, meint er und weiß nun aus eigener Erfahrung, wie wichtig gerade in der ersten Zeit nach der Geburt eine gezielte und erfahrene Betreuung ist. „Unser Sohn ist ja Gott sei Dank gesund und mehr oder weniger pflegeleicht, aber auch Arzteltern haben Unsicherheiten. Ein Kind mit Besonderheiten wirft dann noch mehr Fragezeichen auf – und die Eltern sind froh um jeden Rat.“ Besonders positiv sieht er den niederschwelligen Charakter des Harlekin-Angebotes: Das Angebot steht jedem offen, man müsse weder viele Anträge ausfüllen noch sich umständlich bewerben. „Da fällt es viel leichter, Hilfe anzunehmen.“

    Der Übergang in ein geordnetes Familienleben wird durch die Profis des Harlekin- Teams begleitet, Dauer und Intensität werden auf die einzelne Familie abgestimmt und gegebenenfalls um weitere Hilfsangebote erweitert. Für die Zukunft wünscht sich der Vollblutmediziner, dass man „primär so weitermachen und vielen Kindern helfen darf“. An seiner Arbeit schätzt er das spielerische und überraschende Moment. „Oft reagieren die Kinder unerwartet und bringen Arzt und Eltern zum Lachen. Im Vergleich zur Erwachsenenmedizin hat man in etwas mehr Zeit und kann sich so mit dem ganzen Kind, seiner Entwicklung und seinem Umfeld beschäftigen.“ Und das Schönste: „Die meisten der kleinen Patienten werden gesund.“

Barbara Falkenberg

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