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Bald CO2-frei? Um diese rot eingerahmte Fläche beim Eschenloher Weiler Weghaus geht es. Gut darauf zu erkennen: die Landebahn des ehemaligen Segelflugplatzes.

CO2-Freisetzung soll spürbar reduziert werden

Landkreis kämpft gegen die Klimabomben

Landkreis - Treibhausgase steigen überall in die Atmosphäre – auch mitten in der Natur. Kohlenstoffdioxid entweicht etwa in großen Mengen aus heimischen Moorböden, beispielsweise in Eschenlohe-Weghaus. Dort soll die CO2-Freisetzung spürbar reduziert werden.

Die Menge an klima-gefährdendem Kohlenstoffdioxid, die täglich von bayerischen Mooren in die Luft entweicht, ist beträchtlich. Laut Peter Strohwasser von der Unteren Naturschutzbehörde ist diese mit dem CO2-Ausstoß im Straßenverkehr durchaus vergleichbar. „Das sind keine Kinkerlitzchen, das ist eine kapitale Größenordnung“, teilte der Experte vom Landratsamt jüngst den erstaunten Kreistags-Mitgliedern im Umwelt- und Landwirtschafts-Ausschuss mit.

Diesen Treibhausgasen möchte der Landkreis nun den Kampf ansagen. Nicht zuletzt deshalb, da man als eine von zwei Schwerpunkt-Regionen für das EU-Programm EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) zur Förderung von Moorprojekten ausgewählt worden ist. Und hierbei fließen laut Tessy Lödermann (Bündnis 90/Die Grünen) reichlich Gelder aus Brüssel. Die ehemalige Landtagsabgeordnete (1990 bis 1998) spricht in diesem Zusammenhang von fünf Millionen Euro. Nun wollte die Grünen-Fraktion wissen, in welch konkrete Maßnahmen Teile dieser beachtlichen Summe investiert werden.

Klaus Streicher, Ansprechpartner im Landratsamt, hatte für Lödermann eine gute Nachricht parat. Auf der staatseigenen Fläche im Eschenloher Weiler Weghaus könnte in Kooperation mit der Landesanstalt für Landwirtschaft und dem Gestüt Schwaiganger – es bewirtschaftet diesen Grund – ein Antrag für knapp 100 Hektar sogenanntes Niedermoor-Grünland gestellt werden. Die Kosten für diese bislang erstmalige Renaturierung beziffert Streicher auf „mehrere hunderttausend Euro“. Auf diesem weitläufigen Gelände wurde der einst morastige Boden zur bäuerlichen Nutzung trockengelegt. Mittels künstlicher Gräben entzog man dem Moor Feuchtigkeit. Dadurch sank der Grundwasserspiegel. Der Nebeneffekt: An die fauligen Pflanzen (Torf) gelangte nun Sauerstoff. Dadurch wurde bislang gebundenes Kohlenstoffdioxid freigesetzt und strömt seitdem in die Atmosphäre, was in puncto Klimaschutz suboptimal ist. Auf vielen Flächen deutschlandweit ist dieses durch Menschenhand herbeigeführte Phänomen zu beobachten.

In Weghaus will man jetzt aber die CO2-Bremse drücken – und zwar massiv. Das Problem bei dieser Initiative: Das Areal soll derart, wie es im Fachjargon heißt, „vernässt“ werden, dass es auch künftig landwirtschaftlich genutzt werden kann. Gedacht ist dabei an ein Stauwehr an einem der Hauptkanäle. Mit dessen Hilfe kann der Grundwasserstand nach Bedarf reguliert werden. Daneben werden punktuell vorhandene Gräben zugeschüttet. Die Operation Weghaus soll in den kommenden fünf Jahr in drei Schritten ablaufen: Voruntersuchung, konkrete Umsetzung und Beobachtung. Zur genauen Daten-Erhebung werden laut Streicher Messpunkte eingerichtet.

Christof Schnürer

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