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Pflegt als Hobby die Kalligraphie: Pfarrer Franz Sand.

Ehrenbürger und Pfarrer im (Un)Ruhestand

Franz Sand feiert 80. Geburtstag

Garmisch-Partenkirchen - Eigentlich ist er ja im Ruhestand. Eigentlich. Doch der langjährige Garmischer Pfarrer Franz Sand hilft aus, wo er gebraucht wird. Nun feiert er 80. Geburtstag. 

Als er vor 44 Jahren im Juli 1973 auf dem Floriansplatz seiner Heimat Partenkirchen Primiz feierte, erfuhren die Gläubigen auch seinen Weihespruch: Gemäß Psalm 100 heißt er: „Dienet dem Herrn voller Freude“. Und von sich selbst sagte er dann: „Ich sehe mich als Diener des Herrn, der mit seiner Botschaft auf die Menschen zugeht.“ Dass er dieses Vorhaben seither sehr überzeugend in die Tat umgesetzt hat, werden wohl alle Menschen bestätigen, die ihn kennen. Natürlich auch am heutigen Montag, an dem Franz Sand, gebürtiger Partenkirchner und langjähriger Pfarrer von Garmisch, seinen 80. Geburtstag feiert. Ein Mann, der für seine herausragenden Verdienste um die Heimat vor zweieinhalb Jahren zum Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen erhoben wurde. Der zur Zeit übrigens einzige lebende Bürger, der diese höchste Auszeichnung der Marktgemeinde trägt.

Sand ist nicht gleich nach der Schule ins Theologiestudium eingestiegen. Er hat den schweren Weg des Spätberufenen zum Priestertum gewählt. Denn in der elterlichen Schlosserei an der Pfarrgasse, wo er neben drei Schwestern aufgewachsen ist, hatte er zunächst als Geselle gearbeitet, ehe er sich dann, unter anderem orientiert am Vorbild des Gesellenvaters Adolph Kolping, entschloss, Priester zu werden.

Was natürlich langwierig und alles andere als leicht war: 1963 trat er ins Spätberufenenseminar Stams bei Innsbruck ein. Er studierte ab 1968 am international ausgerichteten Innsbrucker Jesuiten-Konvikt „Canisianum“ mit Kollegiaten aus aller Welt Theologie und Philosophie, wurde schließlich am 8. Juli 1973 in Freising zum Priester geweiht und feierte eine Woche später in Partenkirchen Primiz: In zehn Jahren vom Schlosser bis zum Priester. Festprediger Prof. Alfred Läpple wünschte ihm denn auch, dass er als gelernter Schlosser stets in der Lage sei, wie mit einem Dietrich die Herzen der Menschen fürs Evangelium zu öffnen.

Weitere zehn Jahre war der Franz anschließend Kaplan und Pfarrer in München, zunächst im vornehmen Bogenhausen, dann in der BMW-Region Milbertshofen und anschließend im seinerzeit eher volkstümlichen Hasenbergl, ehe er sich um die vakant gewordene Garmischer Pfarrstelle bewarb – und sie auch prompt bekam. „Es zog mich einfach wieder in die Berge“, sagt er heute. „Als Partenkirchner hab’ ich aber vorsichtshalber erst bei den Garmischern nachgefragt – die hatten nichts dagegen“. Er wurde dann auch mit weit offenen Armen empfangen, wurde Kolping-Präses, bald auch Pfarradministrator in Burgrain und Grainau und zudem von 1993 bis 2003 Dekan von Werdenfels. „Und mein Pfarrhaus“, sagt Sand rückblickend, „war allzeit offen für jedermann – das war mein Prinzip.“

Mit einer eindrucksvollen, ja bewegenden Feier wurde er schließlich 2006 im Kongresshaus in den Ruhestand verabschiedet. Doch so ganz ruhig ist das Leben eines Ruhestandsgeistlichen auch wieder nicht: Sehr oft hilft er bei kirchlichen Anlässen in den heimischen Pfarreien aus, neuerdings insbesondere in Partenkirchen. Er war auch jahrelang Seelsorger im Klinikum.

Und wie sieht’s mit Steckenpferden aus? „Seit jeher widme ich mich der Kalligraphie, der künstlerischen Schönschrift, zudem reise ich ein wenig, schaue mir viel Kunst an und gartle gern. Schon in Garmisch habe ich den Karolingischen Garten des Pfarrhauses gepflegt“, erzählt er. „Und erst vor ein paar Jahren habe ich auch den Partenkirchner Pfarrgarten von Andreas Lackermeier verschönt. Schließlich war er ja einst auch mein Kaplan in Garmisch.

Wolfgang Kaiser

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