+
Bald in Gemeindehand: das alte Finanzamt an der Von-Brug-Straße.

Geld aus der Leifheit-Stiftung

56 Millionen Euro für Senioren

  • schließen

Garmisch-Partenkirchen - Nach einem deutlichen Brief von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) ist nun auch der Restbetrag aus der Leifheit-Stiftung auf dem Konto der Gemeinde eingegangen. Das Geld kommt Senioren zugute.

Die Verantwortung ist enorm. Dem sind sich alle bewusst. Zumindest in Garmisch-Partenkirchen. Um die 56 Millionen Euro liegen mittlerweile auf einem Konto der Marktgemeinde. Geld, das einzig und allein im Sinn von Ingeborg und Günter Leifheit ausgegeben werden darf. Und die Intention des Ehepaars, das seine Wahlheimat am Fuß der Alpspitze so geliebt hat, war es, Senioren etwas Gutes zu tun. Der Kampf, die besagte Summe zu erhalten und damit das Vermächtnis der Leifheits zu erfüllen, erwies sich allerdings als zäh.

Erst ein äußerst deutlicher Brief, in dem Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) auch eine Frist gesetzt hatte, bewirkte, dass die noch ausstehenden Millionen aus der Schweiz überwiesen wurden. Warum das Geld, mit dem verschiedenste Treuhänder, Stiftungsvorstände, Erben und zuletzt ein Gericht beschäftigt waren, nur so zögerlich geflossen ist, kann Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer nicht nachvollziehen. Die Erleichterung ist derweil groß, dass mittlerweile der vollständige Betrag aus dem Kanton Tessin, wo die Leifheits zuletzt gelebt hatten, in Garmisch-Partenkirchen angekommen ist.

Jetzt gilt es, diese Mittel gemäß dem Willen der Stifter einzusetzen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist der bereits vom Gemeinderat abgesegnete Kauf des alten Finanzamts an der Von-Brug-Straße. In dem denkmal-geschützten Gebäude samt dem angrenzenden früheren Zollhaus-Areal an der Parkstraße soll ein Zentrum für Senioren entstehen. Dass diese Idee zu den Vorstellungen der Leifheits passt, hat sich Meierhofer schon absegnen lassen. Daran, wie dieses Projekt mit Leben erfüllt wird, sitzen jetzt die Juristen. Nach dem Beihilferecht gelte es beispielsweise zu prüfen, ob die Realisierung frei oder europaweit ausgeschrieben werden muss, verdeutlicht Elisabeth Koch das Dilemma. Die CSU-Gemeinderätin, die selber Rechtsanwältin ist, hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema Leifheit-Stiftung beschäftigt und eng mit ihrem Fraktionskollegen Claus Gefrörer und Florian Hilleprandt (CSB), beide Steuerberater, sowie Meierhofer zusammenarbeitet. Eine weitere Frage, die fachkundige Juristen nun klären müssen ist: „Wie läuft’s mit der Mittelvergabe an Dritte?“

Entscheidend bei allem, was künftig mit den Millionen von Ingeborg und Günter Leifheit passiert, ist ihr Wille. Die Stiftung verfolge gemeinnützige und wohltätige Zwecke, erklärt Nöbauer. „Sie wird insbesondere zugunsten von alt- und pflegebedürftigen Personen tätig.“ Möglich sei, aus diesem Topf Alten- und Pflegeheimen zu errichten und zu fördern. Aber auch die Förderung der wissenschaftlichen Forschung mit Bezug auf die Probleme von 60- bis 80-Jährigen sowie die Unterstützung von anderen Einrichtungen, die zugunsten von Senioren tätig sind.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

20-Jährige mit Drogen am Steuer erwischt
Garmisch-Partenkirchen - Kontrolle mit Folgen: Eine junge Frau hatte Cannabis konsumiert, sich hinters Steuer gesetzt und prompt erwischt. Ihr Vater muss sich nun auch …
20-Jährige mit Drogen am Steuer erwischt
Wilder Westen am Hörnle
Bad Kohlgrub –  Zugeparkte Straßen und Grundstückseinfahrten, viel Verkehr und aufgeschnittene Weidezäune: Wintersportler, die sich am Hörnle austoben, zerren an den …
Wilder Westen am Hörnle
Hochzufrieden mit dem Damen-Wochenende
Garmisch-Partenkirchen - Halbzeit-Bilanz auf der Kandahar: Traumwetter und spannende Rennen sorgten dafür, dass Zuschauer, Veranstalter und Polizei hochzufrieden mit dem …
Hochzufrieden mit dem Damen-Wochenende
Erster Einsatz als Rennarzt
Garmisch-Partenkirchen – Er ist der Neue im Team und hat sich schon bewährt: Dr. Christoph Mößmer hat seinen ersten Einsatz als Rennarzt auf der Kandahar hervorragend …
Erster Einsatz als Rennarzt

Kommentare