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Aus dem Nähkästchen plauderte Edi Schönach im Umkleideraum der Künstler.

Edi Schönach gibt Geheimnisse preis

"Musik im Park": Blick hinter die Kultur-Kulissen

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Garmisch-Partenkirchen - Es ist eine neue Veranstaltungsreihe für Einheimische und Gäste. Bei „Kultur vor Ort“ beantwortet Edi Schönach Fragen zu „Musik im Park" - und plaudert aus dem Nähkästchen.

Wie entstehen die Aufführungen? Was genau passiert im Kurpark hinter den Kulissen? Wie viel verdienen die Akteure? Und was kostet die Beschallung? Antworten auf diese Fragen gab es im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Kultur vor Ort“. Edi Schönach erzählte dabei aufrichtig und sehr charmant über „Musik im Park“.

Der Musikalische Leiter gab viele interessante Geheimnisse preis. Und die Gäste und Interessierten freuten sich über manche Interna. „Wir wollen tiefere Einblicke in das Kulturschaffen in unserer Gemeinde geben“, erklärt Schönach den Hintergrund.

Der Termin war gut gewählt: Schließlich feiert „Musik im Park“ heuer sein zehnjähriges Bestehen, und es gibt für Gäste wie Einheimische ein abwechslungsreiches Programm mit Livemusik – für das sie keinen Cent zahlen müssen. Heuer besonders wichtig: Die Veranstaltungen können auch bei schlechtem Wetter stattfinden, was Schönach sehr wichtig ist. „Wir haben mit der Konzertmuschel im Park und dem Saal ja zwei Spielmöglichkeiten.“

Im Rahmen von „Kultur vor Ort“ zeigte der Musikalische Leiter seinen 15 Gästen den Lagerraum hinter der Open-Air-Bühne, das Musik-Archiv und die anliegenden Künstlergarderoben mit ihren grünen Musiker-Spinds. Bei der Führung erzählte er, dass das Equipment von ihm und der Gemeinde gleichermaßen genutzt werde. Mit den Notenständern, Stühlen, Mikrofonen und diversen anderen Kleinteilen habe alles in allem einen Wert von etwa 100 000 Euro.

Es gibt zwei Flügel, von denen der eine 40 Jahre alt sei. Und alle Beteiligten seien froh, dass sie nicht auf einem E-Piano spielen müssen. Außerdem liegen im Archiv 2500 Werke auf Lager, allerdings nicht für große Orchester. Allein eines kostet schon 800 Euro. Leider sei das Musikarchiv 20 Jahre lang nicht gepflegt worden, so dass „oft eine Stimme fehlt, und damit das gesamte Stück unbrauchbar wird“, wie der Musik-Profi verriet. Als ein Besucher wissen wollte, ob man ihn und sein Orchester auch privat buchen könne, antwortete er: „Aber sicher, wir sind ja eigenständig und kein Unternehmen der Gemeinde.“

Dennoch wird die Kommune finanziell gebraucht. Das Budget von „Musik im Park“ sei in den vergangenen sieben Jahren von 200 000 auf 120 000 Euro geschrumpft. Falls diese Entwicklung anhalte, werde er seinen Posten an den Nagel hängen müssen, plauderte er weiter aus dem Nähkästchen. Wie sehr dieser ihm jedoch am Herzen liegt, zeigt unter anderem, dass er 2015 rund 10 000 Euro für einen Teil der Beschallung aus eigener Tasche finanziert hat. „Ich verzichte lieber auf Gewinn und investiere in die Weiterentwicklung unseres Projekts.“ Neben weiteren Fragen zum Geld beantwortete er auch die Frage nach dem Honorar für die Musiker, die größtenteils aus der Region kommen: „Es liegt bei 100 Euro für Probe und Auftritt, reich kann man also dabei nicht werden.“

So war dieser Tag hinter den Kulissen von Musik im Park, der mit dem Konzert „Musik der 30er Jahre“ endete, für alle ein voller Erfolg. „Wir haben viel gelernt und vor allem das hautnahe Erleben einer Probe war überaus spannend“, sagte Hubert Ruhl, Renter aus Bergheim bei Köln. Mit seiner Frau Helga war er froh, dass man im Ort „auch bei schlechtem etwas unternehmen kann.“ Und Barbara Becker wunderte sich über die niedrigen Gagen der Musiker. „Das hätte ich nicht gedacht, dass die Künstler hier so wenig verdienen“, erklärte die Garmisch-Partenkirchnerin.

Die Reihe „Kultur vor Ort“ geht weiter: Beim nächsten Termin steht die Olympia-Ausstellung der Marktgemeinde im Mittelpunkt.

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