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Eine gewaltige Herausforderung sind die Arbeiten am Bergstationgebäude der Zugspitze.

Kosten von 50 Millionen Euro

Neue Eibsee-Seilbahn: Eindrücke von Deutschlands höchster Baustelle

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Garmisch-Partenkirchen - 50 Millionen Euro wird die neue Eibsee-Seilbahn auf Deutschlands höchstem und berühmtesten Berg, der Zugspitze, kosten. Laut Plan soll der Betrieb im Dezember 2017 aufgenommen werden.

Einen höheren Arbeitsplatz gibt es in ganz Deutschland nicht. Und Ferdinand Hanin findet’s „einfach nur geil hier oben“. Der Tiroler ist Kranführer. Nicht irgendeiner. Er lenkt und führt sein Stahlmonstrum ganz oben, auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze. 2962 Meter ist sie hoch, doch das Arbeitsgerät Hanins überragt den Gipfel noch einmal um 13 Meter – was für Gefühle! Der 54-Jährige ist einer von derzeit zehn Arbeitern, die beim Bau der neuen Eibsee-Seilbahn durch die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) eingesetzt sind. Ein Objekt, das die Superlative nur so purzeln lässt. Die Nachfolgerin der „alten“, 1963 eröffneten Eibsee-Seilbahn kommt anstatt wie bisher mit zwei mit nur noch einer Stütze aus. Diese wird einmal 127 Meter weit in den Himmel ragen und damit die weltweit höchste Stahlstütze einer Seilbahn sein.

Nachdem ab Mitte November vergangenen Jahres aufgrund der veränderten Wetterbedingungen allmählich Ruhe auf der Großbaustelle der Bergstation einkehrte, werden nun die Arbeiten wieder Zug um Zug aufgenommen. Dazu Verena Lothes, Kommunikationsmanagerin der Zugspitzbahn: „In diesem Jahr legen wir mit dem Bau so richtig los. Wir haben einen straffen Zeitplan, in dem jedoch auch wetterbedingte oder technische Verzögerungen mit einkalkuliert sind.“ Bisher ist man bei der BZB mit dem Verlauf der Arbeiten rundum zufrieden: „Wir sind zeitlich gut dabei“, so Lothes. Von größeren Verzögerungen oder gar Unglücksfällen sei man bislang gottlob verschont geblieben: „Wir haben eigens eine externe Firma beauftragt, die mit der Einhaltung der Sicherheitsstandards betraut ist. Da gibt es ganz klare Richtlinien.“

Eine Stütze - 127 Meter hoch

Seilbahn-Projektleiter Martin Hurm und sein Team sind bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen voll gefordert. Derzeit laufen im Gebäude der Bergstation sämtliche Vorbereitungen für die Errichtung eines so genannten Druckriegels – eine Art Betonbrücke, die die beiden Tragseiltürme im Norden der Station mit dem Rückspannbauwerk auf der Südseite verbindet. Auch haben inzwischen die Arbeiter damit begonnen, die Außenwand des Bergstationgebäudes zwischen den beiden Einfahrtsschächten der bestehenden Eibsee-Seilbahn zu öffnen.

Eibsee-Seilbahn: Spektakuläre Fotos unserer Leser

Der Fokus der Herausforderungen in diesem Jahr liegt neben dem Druckriegel auf der Fertigstellung der beiden Tragseiltürme, an denen später die Seilbahntechnik montiert wird. Bereits in diesem Sommer sollen erste Veränderungen sichtbar werden – wie etwa das geplante verglaste Treppenhaus auf der Südseite der Bergstation. Nicht nur oben auf der Zugspitze, auch im Tal nimmt die neue Eibsee-Seilbahn in diesem Jahr Gestalt an. Vorgesehen ist, dass es bereits im April mit den Bauarbeiten für die neue Talstation losgeht, die bis Jahresende im Rohbau fertiggestellt werden soll. Dieses Gebäude wird komplett barrierefrei sein und auf nur einer einzigen Ebene den Zu- und Abgang zu den zwei Seilbahnkabinen regeln. Ebenfalls im kommenden Monat beginnen zwischen Stütze 1 und Stütze 2 der bestehenden Seilbahn die Aushubarbeiten für die bereits beschriebene künftige Seilbahnstütze, deren vier Fundamente von Mai bis September betoniert werden.

Triumph am Gipfel: Zu Fuß auf die Zugspitze

Das Großprojekt der Bayerischen Zugspitzbahn, das auf einer Kostenschätzung von 50 Millionen Euro basiert und am 21. Dezember 2017 kurz vor Weihnachten in Betrieb gehen soll, findet nach Aussage von Kommunikationsmanagerin Lothes nicht nur bei überregionalen Medien große Beachtung, sondern auch bei den Fahrgästen: „Immer wieder müssen unsere Arbeiter ihre Tätigkeit unterbrechen und Fragen zum Neubau der Seilbahn beantworten. Das interessiert die Leute sehr.“ Daher plane die BZB auch, regelmäßige Führungen auf Deutschlands höchstgelegener Baustelle anzubieten. Alles im Rahmen der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. So werden die Teilnehmer wohl auch keinen Fuß auf den Kran von Ferdinand Hanin setzen dürfen. Dessen Anblick ist auch so imposant genug. Glücklich kann sein, der dem Himmel so nah sein darf.

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