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Seinen ersten und letzten Einsatz als Sicherheitschef hatte Alfred Holzer (M.) beim City-Biathlon im Garmischer Zentrum. Vor dem Start tauschten sich er und SCG-Vorsitzender Peter Fischer (3. v. r.) mit den Einsatzkräften aus.

Alpine Ski-Weltcup: Posten wird überraschend schnell umbesetzt

Sicherheit in neuen Händen

Garmisch-Partenkirchen - Kaum im Amt, ist’s schon vorbei: Nach nur einer Veranstaltung gibt Alfred Holzer den Posten des Sicherheitschefs für den Skiclub Garmisch ab. Wohl nicht ganz freiwillig. 

Überstürzt? Wankelmütig? Sprunghaft in seinen Entscheidungen? Man mag Peter Fischer viele Eigenschaften zuschreiben: Diese gehören sicher nicht dazu. Vielmehr handelt er – das dürften Anhänger wie Kritiker gleichermaßen unterschreiben – vorausschauend, an seiner Meinung hält er fest und mit dieser auch nicht hinterm Berg. Deshalb verwundert diese Personalie, über die man eher zufällig stolpert und über die Fischer, Vorsitzender des Skiclubs Garmisch und Geschäftsführer des Organisationskomitees (OK) für den Alpinen Weltcup in seiner Heimat, nicht groß reden will: Dass Alfred Holzer nach nur einer Veranstaltung nicht mehr sein Sicherheitschef ist. Dies sei eine „absolut interne Personalsache“, wiegelt Fischer zunächst ab.

Diese Personalie hat Gewicht

Dann redet er doch. Ein wenig. Schließlich weiß er: In Zeiten, in denen vor Großveranstaltungen automatisch nach möglichen Attentaten gefragt wird, hat diese Personalie besonderes Gewicht – und interessiert. Der OK-Chef räumt selbst räumt dem Thema Sicherheit „höchste Priorität“ ein.

Genau den richtigen Mann hatte Fischer für den verantwortungsvollen Posten gefunden: Alfred Holzer, Mitte 50. Erfahrener Polizeibeamter und Kripo-Ermittler. Engagiert sich beim SC Garmisch. Kennt den Weltcup als Mitglied ebenso wie als früherer Leiter der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen. Ein ideales Profil, um die Nachfolge von Thomas Klein anzutreten, der sich aus Altersgründen zurückgezogen hatte.

Die Übergabe verlief reibungslos. Für die Heim-Weltcups vor einem Jahr werkelten Klein und Holzer parallel. „Er hat mich ideal eingearbeitet“, sagt Holzer. Beim City-Biathlon am 27. Dezember 2015 in der Garmischer Fußgängerzone trat er als alleiniger Sicherheitschef in Erscheinung – seine Premiere wurde sein Abschied. „Zum 30. Dezember bin ich zurückgetreten“, sagt Holzer. Man habe die Entscheidung „einvernehmlich“ getroffen, betont Fischer.

Über einen Interessenkonflikt will keiner laut reden

Der Grund – niemand will damit herausrücken. Holzer sagt nur, dass er dazu nichts sagt. Fischer nimmt das Wort zumindest in den Mund, das in dem Zusammenhang so viele hinter vorgehaltener Hand murmeln: Interessenkonflikt. Denn was passiert, wenn die heimische Kripo beim heimischen Ski-Weltcup ermitteln müsste? Ermittelt der heimische Kripo-Mitarbeiter Holzer dann gegen sich selbst? „Freilich, nicht optimal, da kann ein Interessenkonflikt bestehen“, grummelt Fischer.

Und das fällt einem Organisierer, Planer und Weltcup-Urgestein wie ihm ganz plötzlich ein? Unwahrscheinlich. Es heißt, der Polizei habe die Besetzung nicht gefallen.

Für die hiesige Inspektion lässt Chef Thomas Kirchleitner – bis er 2010 kam, leitete Alfred Holzer die Dienststelle – nur wissen, dass er sich zu Personalentscheidungen des Skiclubs nicht äußert. Das gehe ihn nichts an.

Zuständig wäre das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Aus Rosenheim aber kam kein Veto. Holzer hat dort, wie es die Vorschrift verlangt, offiziell gefragt, ob er der Nebentätigkeit nachgehen dürfe – und erhielt die Genehmigung. „Aus unserer Sicht stellt das kein Problem dar“, teilt Sprecher Andreas Guske auf Tagblatt-Anfrage mit. Einen Interessenkonflikt sieht er per se nicht. Zumal man ihn umgehen kann. Guske bringt die Befangenheitsregelung für Beamte ins Spiel. Bedeutet: Müsste tatsächlich die Kripo nach dem Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen einschreiten, würde sich Holzer als Sicherheitschef „komplett aus dem Fall herausnehmen“.

"Thema war nie ein Streitthema"

Dazu wird es nicht kommen. Fischer und Holzer haben – wem auch immer – nachgegeben. Das Thema, das Fischer zufolge „nie ein Streitthema war“, sei erledigt. Zu aller Zufriedenheit, zum Wohle einer Veranstaltung, bei der Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und OK-Sicherheitschef „optimal und ohne eventuelle Störgeräusche“ zusammenarbeiten müssten. Das betont Fischer ausdrücklich. Und diese Zusammenarbeit funktioniere hervorragend. Spätestens jetzt. Mit der Personalie Thomas Karl, dem neuen Sicherheitschef.

Karl erfüllt alle Voraussetzungen für einen harmonischen Ablauf während der Ski-Weltcups Ende Januar und Anfang Februar. Erstens ging er zum 1. November 2015 in Pension. Interessenkonflikte ausgeschlossen; zugleich ist der 60-Jährige noch bestens vernetzt – der zweite Pluspunkt: Karl kennt sie alle, Rettungskräfte und Polizeivertreter. Thomas Holzer etwa, Vize-Chef bei der hiesigen Inspektion und wohl Einsatzleiter während der Alpinrennen, war Karls Vorgesetzter. „Das dürfte alles reibungslos laufen“, sagt der neue OK-Sicherheitschef. Dafür spricht auch – drittens – seine Erfahrung nach 40 Jahren im Polizeidienst. Bei der Ski-Weltmeisterschaft 2011 war er ebenso im Einsatz wie bei Weltcup-Rennen.

Nur ein Manko gibt’s: Anders als Alfred Holzer, der sich weiter im OK-Team engagiert, zahlt Karl bislang keine Skiclub-Mitgliedsbeiträge. Lachend verspricht er: „Ich werde jetzt dann beitreten."

Katharina Bromberger

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