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Der Zahn der Zeit nagt am Olympia-Skistadion. Deshalb wird nun ein Konzept erstellt, um die historische Sportstätte zu sanieren und für Besucher erlebbar zu machen.

Große Pläne mit dem Olympia-Skistadion

Auf dem Weg zur Erlebniswelt

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Garmisch-Partenkirchen - Das Olympiastadion, die Schanzen – das zieht Besucher an. Bislang gibt es dafür aber kein Konzept. Das soll sich ändern. Eine Grobvorstellung für eine Wintersport-Erlebniswelt liegt vor.

„Kontrollierter Verfall“ – so beschreibt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, was im Olympia-Skistadion passiert. Die Sportstätte, die im Vorfeld der Winterspiele 1940, die kriegsbedingt abgesagt wurden, errichtet worden war, ist trotzdem ein Besuchermagnet. Vor allem seit 2007, seit die neue Sprungschanze steht. 400 000 Menschen besichtigen die Anlage jedes Jahr – so viele sind es auch bei den Führungen durch die Allianz Arena und in der Unterwasserwelt „Sea Life“ in München, im Porsche-Museum in Stuttgart oder im Ravensburger Spieleland in Meckenbeuren.

„Ihr Stadion ist ein Juwel, ein Schatz“, betont Andreas Salsamendi, Geschäftsführer der Simple GmbH in Köln. Den gelte es allerdings zu heben. Dafür präsentierte er dem Gemeinderat seine Vision. „Ziel ist es, diesen authentischen Ort, an dem man die Leidenschaft für den Wintersport spüren kann, erlebbar zu machen.“ Und dabei auch Einnahmen zu generieren. Vorsichtig gerechnet gebe jeder Besucher im Schnitt sechs Euro aus. Bei angenommenen 400 000 würde das 2,4 Millionen Euro entsprechen.

Eine Aussicht, die vor dem Hintergrund, dass die Anlage momentan etwa eine Million Euro Defizit macht, hoffnungsfroh stimmt. „Es wird ein Zuschussbetrieb bleiben“, sagt Meierhofer. „Wenn wir diese Summe zumindest halbieren könnten, wäre es schon gut.“ Zugleich kommt dem Markt ein spätes Gipfel-Geschenk zugute (wir berichteten). In „zeitlichem Zusammenhang mit G7“ wurde der Gemeinde ein Zuschuss in Höhe von 2,1 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“ in Aussicht gestellt. In diesen Zweck soll das Museums- oder Erlebniswelten-Konzept eingebunden werden, das Salsamendi vorstellte. Dieses Vorgehen brachten die Kommunalpolitiker einstimmig auf den Weg.

Während die Umgestaltung des Areals, in das auch der Slalomhang am Gudiberg und die umliegenden touristischen Einrichtungen einbezogen werden sollen, bisher nur grob steht, weiß Meierhofer schon jetzt, dass die erste Million aus dem Bundestopf bereits heuer verbaut werden muss. „Davon erneuern wir eventuell die Leitungen und ertüchtigen den Rasenplatz, in dem nichts mehr versickert“, erklärte sie beim Pressegespräch im Vorfeld der Sitzung. Für die Vertreter des Bundes, mit denen der Markt in enger Abstimmung steht, wäre dieser Weg vorstellbar. „Die sehen das wohlwollend“, unterstreicht die Bürgermeisterin. Die eigentliche Sanierung der historischen Sportstätte kann derweil nicht so schnell anlaufen, „die muss europaweit ausgeschrieben werden“.

In dieses Projekt muss auch die künftige Nutzung des Stadions einfließen. Dass der Skiclub Partenkirchen (SCP) weiterhin der wichtigste Vertragspartner des Marktes ist, bleibt unbenommen. Allerdings „braucht die Gemeinde gewisse Einfluss- und Zugriffsmöglichkeiten, um das Stadion besser zu vermarkten“, sagt Meierhofer. Darüber herrsche mit den SCP-Vertretern Konsens.

Geht Salsamendis Konzept auf, dann wird das komplette Areal samt hufeisenförmigem Bau, Sprungrichterhaus, Schanzen, Olympiahaus, Gudiberg und der Ausstellung „Die Kehrseite der Medaille“ zu einem Erlebnis, das zu den Attributen Mut, Wert, Schwung, Zeit, Blick, Rausch und Weite passt. Große Umbauten seien nicht erforderlich, um das zu erreichen, betonte er. Genau das überzeugt Meierhofer. „Das ist ganz nah an der eigentlichen Einrichtung.“ Auch Hermann Guggemoos (CSU) beurteilte Salsamendis Vision und das geplante Vorgehen positiv: „Das Ganze ist sehr durchdacht und unter Einbezug der umliegenden Attraktionen unbedingt wert, es auch weiterzuverfolgen. Zumal die bauliche Sanierung längst überfällig ist."

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