Externer Berater an Bord

Perfekter Rahmen für Tourismus

Garmisch-Partenkirchen - Wie soll GaPa-Tourismus fit für die Zukunft gemacht werden? Und vor allem unter welcher Rechtsform? Das wird derzeit vom Kommunalen Prüfungsverband untersucht. Um den touristischen Aspekt nicht außer Acht zu lassen, wird nun ein weiterer Berater ins Boot geholt.

Die Zahlen stimmen, die Marke Garmisch-Partenkirchen kommt an. Noch kann GaPa-Tourismus aber nicht so professionell agieren, wie es die Mitarbeiter um die Tourismusdirektoren Peter Nagel und Peter Ries gerne würden. Noch zählen sie zu den Abteilungen im Rathaus, firmieren als Amt 80 und sind an die Verwaltungsstruktur gebunden. Ob das Sinn macht, wird derzeit geprüft. Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband (BKPV) ist im Auftrag der Gemeinde daran, die künftige Rechtsform unter die Lupe zu nehmen. Ergebnisoffen. Eine Entscheidung, unter welcher Organisationsstruktur die Touristiker fit für die Zukunft gemacht werden sollen, will der Gemeinderat bis Ende 2016 treffen. Allein der kommunal-rechtliche Aspekt reicht Nagel und Ries aber nicht aus, weshalb sie einen externen Berater mit ins Boot holen möchten, der den Prozess aus touristischer Sicht beleuchtet. Ein Vorgehen, das der für sie zuständige Ausschuss bereits nicht-öffentlich absegnete. Jetzt hat auch der Gemeinderat grünes Licht gegeben – mit 27:1- Stimmen. 40 000 Euro darf GaPa-Tourismus aus seinem Etat für diese Expertise ausgeben. Der Betrag ist gedeckelt.

Den Sinn dahinter konnte die Mehrheit der Kommunalpolitiker nachvollziehen. Dass dieser Schritt auch aus touristischer Sicht beleuchtet wird, begrüßte Hermann Guggemoos (CSU): „Diese Erfahrung ist genauso wichtig wie die finanzielle Unabhängigkeit von GaPa-Tourismus.“ Lediglich Dr. Christoph Elschenbroich (parteifrei) sprach sich gegen ein zusätzliches Gutachten aus. Was Elisabeth Koch (CSU) und Florian Hilleprandt (CSB) derweil vermissten, war die klare Aufgabenstellung für den Berater.

Da konnte Nagel Abhilfe schaffen. „Wir wollen die Organisationsstruktur finden, um unter optimalen Rahmenbedingungen und mit einer fairen finanziellen Ausstattung professionellen Tourismus machen zu können.“ Um das herauszufinden, setzt er auf drei Säulen: das Wissen der eigenen Leute, den Praktiker von außen, der die Umstellung und vor allem die Leistungsvereinbarungen begleitet, sowie den BKPV, der beleuchtet, was das Ganze für den Markt bedeutet. Schon jetzt sind Nagel und sein Team aber überzeugt, dass sie unter neuen Vorzeichen „mehr vermarkten und mehr Geld verdienen können“.

Fragen, die sich ihm und Ries stellen, sind insbesondere die nach den künftigen Inhalten. „Sind Schwerpunktverlagerungen notwendig?“, wandte sich der Tourismusdirektor an den Gemeinderat. Damit spielte er nicht nur auf Sportveranstaltungen, sondern auch auf fremdenverkehrs-relevante Objekte wie das Skistadion an. Sei sein Team künftig dafür zuständig, müssten Fragen der Preisgestaltung und des Zugriffs auf Personal geregelt werden. Entscheidend für ihn ist zudem, die Leistungsträger an Bord zu haben. „Wir müssen im Vorfeld abklären, wie sie sich einbringen.“ Ein erstes Ergebnis des BKPV erwartet er im Mai. Der externe Fachberater werde den gesamten Prozess begleiten und mit Zwischenergebnissen aufwarten, damit dann Ende des Jahres eine Entscheidung fallen kann. „Wir dürfen keine Zeit verlieren“, mahnte Nagel. „Uns geht’s um gute Arbeitsbedingungen unter einer perfekten Struktur, um dann vernünftig zum Wohl des Ortes arbeiten zu können."

Rubriklistenbild: © Thomas Sehr

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