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Die Straße des Anstoßes: Die Pläne zum Ausbau der Fürstenstraße sind umstritten.

Anwohner in Aufruhr

Pläne zum Ausbau der Fürstenstraße umstritten

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Garmisch-Partenkirchen - Hitzige Diskussion im Garmisch-Partenkirchner Bauausschuss: Anwohner der Fürstenstraße sind nicht davon begeistert, wie ihr Viertel verschönert werden soll.

Schimpfend marschierten die Bürger aus dem Rathaus. Das, was sich in der Bauausschusssitzung des Marktgemeinderates Garmisch-Partenkirchen abgespielt hatte, mussten sie erst einmal sacken lassen. Einige waren gekommen, wollten den Beschluss über die eingegangenen Bedenken und Anregungen zum Ausbau der Fürstenstraße nicht verpassen. Kleinigkeiten, wie die Versetzung einer Laterne. Keine schwierige Entscheidungsfindung also. Als aber dann nochmal das Gesamtkonzept thematisiert wurde, entbrannte eine hitzige Diskussion zwischen den Betroffenen und den Räten – nur gestoppt durch etwas, was man als Hau-Ruck-Beschluss bezeichnen kann.

Östlicher Gehweg soll entfallen und Parkstreifen weichen

Auslöser der ganzen Debatte war vor allem ein bestimmter Aspekt in den Planungen: Neben dem Ausbau soll ein breiter, promenadeartiger Gehweg an der Westseite der Fürstenstraße entstehen. Der östliche dagegen würde dagegen entfallen und einem Längsparkstreifen weichen. Heißt: Ein großes Trottoir anstatt zwei kleinerer Gehwege. Außerdem wird im Bereich des Restaurants die Fahrbahn nach Osten verschoben.

Gefahr für Kinder

Eine deutliche Verbesserung, davon ist Elisa Scheibl angesichts der vielen Engstellen in dem Bereich überzeugt. „Die breiteren Wege sind für Kinder und Fußgänger sicherer“, betonte die Städteplanerin des zuständigen Büros Narr-Rist-Türk. Diese Meinung teilte ein Gros der anwesenden Anlieger nicht. Sie sehen ein enormes Gefahrenpotenzial, wenn Kinder auf dem Weg zur Grundschule durch die parkenden Autos die Straße überqueren. Vor allem im Bereich des Restaurants Husar.

Es wurde laut im Sitzungssaal, kaum einer hielt sich noch an sein Rederecht – bis Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) versuchte, die Idee hinter dem Konzept nochmal deutlich zu machen. „Es geht hier nicht nur um die Gehwege, sondern um die Gestaltung“, sagte die Bürgermeisterin. Gleichzeitig warnte sie davor, mit Blick auf Skistadion und Kongresshaus der Städtebauförderung „den Kampf anzusagen“. Eine Aussage, mit der Meierhofer allerdings zusätzliches Öl ins Feuer goss. „Wenn ich schon einen Haufen Geld bezahle“, polterte einer der besorgten Bürger los, „dann will ich auch die optimale Gestaltung.“

Bürgermeisterin beendet Diskussion

Damit bezieht er sich auf den Eigenanteil von 80 Prozent der Kosten, den die Anlieger tragen müssen, die Gemeinde stemmt den Rest – wobei sich die Städtebauförderung am Anteil der Kommune mit 60 Prozent beteiligt. Die Vorhaben an der Fürstenstraße, die wie die Lazarettstraße und der Pfarrhausweg im gleichen Sanierungsgebiet „im Winkel“ liegen, werden nach Schätzungen insgesamt mit 685.000 Euro zu Buche schlagen, teilt der stellvertretende Rathaus-Sprecher Martin Bader auf Tagblatt-Nachfrage mit.

Der Disput wollte nicht abflauen. Meierhofer sah sich gezwungen, einzugreifen. „Irgendeinen Tod müssen wir jetzt sterben“, sagte sie energisch. Heißt konkret: Entweder fallen die etwa 20 Parkplätze weg oder der östliche Gehweg. Vor allem erstere Option dürfte bei den Gaststättenbetreibern in der Fürstenstraße auf wenig Gegenliebe stoßen. Doch genau für diese Alternative votierten die Ausschussmitglieder mit 6:4-Stimmen. Die Variante ohne Gehweg, dafür mit Parkplätzen wurde dagegen mit 3:7-Stimmen abgelehnt (Anm. der Red.: CSU-Mann Claus Gefrörer war zweimal dagegen).

Doch irgendwie machte es den Eindruck, als sei niemand richtig glücklich über die schnell herbeigeführte Entscheidung gewesen. „Das war jetzt schon eine Viecherei, was wir gerade beschlossen haben“, merkte Hannes Biehler (CSU) an. Und wieder schallte es aus den Sitzplatzreihen. „Das ist doch Wahnsinn für die Gaststätten“, motzte ein Anlieger. Aber: Beschlossen ist beschlossen.

Die neue Planung mit Gehwegen auf beiden Seiten wird nun nochmal überarbeitet und ausgelegt, erläutert Bader das weitere Prozedere. Dann kommt sie wieder im Bauausschuss zur Beratung auf den Tisch. Alles also wieder zurück auf Anfang – bei einem Projekt, das bereits 2013 beginnen hätte sollen und immer wieder verschoben wurde.

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