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Mit neuer Geschäftsführung kehrt Ruhe ein

Riessersee Hotel: Lizenz zum Ausbilden

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Garmisch-Partenkirchen - Mit der neuen Geschäftsführung weht auch ein anderer Wind im Riessersee Hotel Resort. Unter diesen Voraussetzungen hat der Betrieb nach gut einem Jahr seine Ausbildungserlaubnis zurückbekommen. Die ersten zwei Lehrlinge haben bereits angefangen.

Jonathan Mechsner will einfach nur eine Ausbildung machen. Zum Hotelfachmann. Weil dieser Beruf „richtig viel Spaß macht“, findet er. Ohne Absicht aber ist der schüchterne junge Mann viel mehr als ein Auszubildender. Er ist die Nummer eins nach dem kleinen Erdbeben, das das Riessersee Hotel Resort vor gut einem Jahr erschüttert hat. So wird er zu einer Symbolfigur. Dafür, dass das Vier-Sterne-Superior-Haus endgültig wieder positive Nachrichten schreibt. Die jüngste lautet: Das Riessersee Hotel Resort darf wieder ausbilden. Am 1. September trat der 18-jährige Mechsner seine Stelle an.

Nun sei es an der Zeit, nach vorne zu blicken, sagt Dörte Mäder „Wir sind auf einem guten Weg und haben eine Menge vor.“ Die Vergangenheit will die neue Geschäftsführerin, mit der die positiven Nachrichten an den Riessersee zurückkamen, ruhen lassen. Doch verdeutlicht gerade der Blick zurück, wie viel sich im Hotel offenbar verändert hat.

Im Juli vor einem Jahr entzog die Industrie- und Handelskammer dem Haus die Ausbildungserlaubnis. Der Hauptgrund: Nach „eingehender Prüfung“ war die IHK für München und Oberbayern der Ansicht, „dass der Betrieb die Ausbildung nicht ordnungsgemäß durchgeführt hat“. Um die Lizenz zurückzubekommen, musste sich etwas ändern. Die Ausbildungsbedingungen zum Beispiel, die Ausbildungsleiter oder die Geschäftsführung. Bekanntlich setzte man an Letzterem an. An den Betreuern der jungen Lehrlinge, das betont Mäder ausdrücklich, hat es nie gelegen. Sie selbst sowie Uschi Glas und David Buske kümmern sich um die Azubis. Mit Herzblut. Das merkt man ihnen an. Glas sprüht vor Elan und Freude an der Arbeit. „Es macht wieder unglaublich viel Spaß. Wir haben ein tolles Team“, sagt die Assistentin der Geschäftsführung. Und sie stellt noch einmal heraus: Den Ausschlag dafür, dass das Hotel die Ausbildungslizenz zurückerhalten hat, gab der Wechsel in der Geschäftsführung. Weitere Details dazu nennen weder das Hotel noch die IHK. Offensichtlich jedenfalls haben die Schritte die Handelskammer überzeugt.

Mit Mäder und Hoteldirektor Michael Kirchhoff, der das Haus mittlerweile wieder verlassen hat, kehrte Ruhe ein, nachdem in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Direktoren ihr Gastspiel gaben. Bereits Ende April dieses Jahres wurde deutlich, wie viel sich im Hotel unter dem neuen Führungsduo geändert hat: Die Belegschaft sprach sich klar gegen die Bildung eines Betriebsrats aus. Der Tenor: Sie brauchen keinen, sie fühlen sich wohl, das Klima stimmt, die Stimmung ist gut, der Umgang mit den Menschen ebenfalls.

Der hat auch Azubi Mechsner sofort überzeugt. Die Vorgeschichte kannte er, als er nach Garmisch-Partenkirchen kam. Er hatte davon in anderen Hotels gehört, in denen er in den Beruf hineinschnupperte. Abgeschreckt hat ihn das nicht. Das sei ja alles vorbei. Vom ersten Tag an gefiel es ihm an seiner neuen Arbeitsstelle. Unterstützung hat er auch mitgebracht: Vor einigen Tagen unterschrieb mit Nina Fischer (18) die zweite Auszubildende ihren Vertrag. Die Nummer zwei nach den Erdbeben. Und vor allem: die nächste gute Nachricht.

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