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Die Gewinner des Gestaltungswettbewerbes für den Farchanter Rathaus-Sitzungssaal: (ab 2. v.l.), Johannes Mittermeier, Markus Gruber und Magnus Resch. Angetan zeig sich Bürgermeister Martin Wohlketzetter (l.) sowie (ab. 2. v.r.) Schulleiter Christoph Schreyer und Fachlehrerin Lore Liebhart.

Note Eins für besonderes Gesellenstück

Schulen für Holz und Gestaltung verabschieden ihre Absolventen

Garmisch-Partenkirchen - Jahresabschluss bei den Schulen für Holz und Gestaltung: Laurentius Becherer erhält Staatspreis 

Die Note Eins brachte Laurentius Becherer sein Gesellenstück ein. Der besondere Schreibtisch aus amerikanischem Nussbaum, abgesetzt mit gelbem Leder und verschieden schräg gestellten Tischbeinen überzeugte die Prüfungskommission. Der 23-Jährige wurde dafür mit dem Staatspreis der Regierung von Oberbayern, dem ersten. Preis „Die Gute Form“ – einer Innungsauszeichnung des Schreinerhandwerks, und dem Förderpreis der Hannappel-Stiftung ausgezeichnet, an die Geld- und Sachpreise gekoppelt sind. „Ich habe zunächst am Modell mit der Eigenschaft schräg gespielt und bemerkt, wie viel Spannung das hat“, erklärt er seine Intention. Zunächst eher technisch orientiert, weiß der Freiburger durch die Berufsausbildung in der Garmisch-Partenkirchner Schule für Schreiner des Bezirks Oberbayern inzwischen genau, was er will: „Gestalten ist mein Ding. Ich möchte Innenarchitektur studieren.“

Bei den Absolventen der Fachakademie für Raum und Design wurde Stefan Jocham nicht nur mit Meisterpreisurkunde und Buchpreis geehrt, sondern seine Abschlussarbeit, das Modell einer Biwak-Schachtel aus Fichte und Lärche, als herausragend bewertet. Sie soll kein Modell bleiben, sondern im Auftrag des Alpenvereins realisiert werden und auf dem Höhenwanderweg im Pitztal Schutz und Übernachtung bieten. Holzbildhauerin Nina Faulhaber (23) schaffte nicht nur im praktischen Teil einen Einserabschluss, sondern schloss die gesamte Ausbildung mit 1,0 ab. Sie wurde Jahrgangsbeste der insgesamt 55 Absolventen aller Schulformen. Ihre dynamische Plastik „Pferde in Bewegung“, geschnitzt aus Eichenholz und auf einem weißen Metallsockel platziert, brachte ihr höchste Anerkennung. Die junge Künstlerin aus Frankfurt (Oder) heimste damit alle zu erreichenden Preise ein.

Von den fünf Absolventen der Berufsfachschule für Holzbildhauer schafften insgesamt vier den Abschluss mit einer Eins vor dem Komma. Bei den Schreinern waren es fünf von 17 und in der Fachakademie fünf von 15 Absolventen. In der Meisterschule für Schreiner schafften den theoretischen Teil (die Meisterstücke stehen noch aus) sieben von 18 mit der Note eins. „Wir haben heuer einen besonders erfolgreichen Jahrgang zu verabschieden“, sagte Friederike Steinberger (CSU), Vizepräsidentin des Bezirkstags Oberbayern. Sie überreichte die Staats- und Meisterpreise. Pfarrer Manfred Reitlinger übergab die Förderpreise der Josef-Hannappel-Stiftung und Dr. Christian Wenzler, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Schreinerhandwerk Bayern, nahm die Ehrung der Preisträger des Innungswettbewerbs vor. „Wir haben eine in Deutschland einmalige Schule mit gleich vier besonderen Ausbildungsabschlüssen unter einem Dach in Garmisch-Partenkirchen. Darauf sind wir stolz“, erklärte Landrat Anton Speer (Freie Wähler).

Vor der Übergabe der Abschlusszeugnisse zog Schulleiter Christoph Schreyer Bilanz. Er berichtete von der Teilnahme der Schulen an Messen in Nürnberg, München und Köln, verschiedenen regionalen Ausstellungen, der Weiterführung des „Studiolo“-Projektes mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) ebenso berichten wie von der Raumgestaltung im Gebäude der Bezirksakademie, dem Skulpturen-Wettbewerb im Auftrag der Städtepartnerschaft mit Aspen (Colorado) oder den Ergebnissen, die mit der neuen vollautomatischen CNC-Fräse geschaffen wurden.

In der Jahresausstellung konnten sich die Besucher und Ehrengäste außerdem von dem Projekt im Kloster Seeon ebenso wie von den Ideen für energiesparende historische Fenster in denkmalgeschützten Häusern überzeugen. „Es war ein erfolgreiches und spannendes Jahr“, erklärte Schreyer.

Ein Schmankerl hatte er sich für den Nachmittag noch aufgehoben. Im Beisein von Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD) fand die Preisverleihung zur Gestaltung des Sitzungssaals im Farchanter Rathaus statt. Im Fach Raumplanung hatten die Absolventen der Schreiner-Meisterschule sechs detaillierte Konzepte samt Zeichnungen, Material- und Möblierungsvorschlägen eingereicht. Die Gewinner sind Johannes Mittermeier, Markus Gruber und Magnus Resch. Sie wurden mit 500 € aus der Gemeindekasse belohnt. Ihre Pläne sollen bei der 2018 beginnenden Rathaussanierung in die Tat umgesetzt werden.

Margot Schäfer

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