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Die Entscheidung des Gemeinderats pro alpiner Ski-Weltcup hat bei OK-Chef Peter Fischer Freude und Erleichterung ausgelöst.

Trotz Kürzung: Organisatoren halten an Freiem Fall auf der Kandahar fest

Ski-Weltcup: Gemeinde zahlt 20 Prozent weniger

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Garmisch-Partenkirchen - Der alpine Skiweltcup ist bis 2020 gesichert. Und der Gemeinderat bekennt sich zu den Rennen auf der Kandahar. Aber: Der Markt gibt für die Beschneiung 20 Prozent weniger Geld. 

400 000 Euro – das hört sich nach viel Geld an, nach richtig viel Geld. Diese Summe überweist Garmisch-Partenkirchen von 2017 bis 2020 pro Jahr an die Bayerische Zugspitzbahn (BZB), damit diese die Kandahar für die alpinen Weltcup-Rennen der Damen und Herren mit einer ausreichenden Kunstschneedecke versieht. Allerdings sind es rund 100 000 Euro weniger, als es die bisherige Vereinbarung vorsah, die von 2012 bis 2016 gegolten hatte. Peter Fischer, Chef des Organisationskomitees, ist mit dem Ergebnis dennoch zufrieden, das der Gemeinderat mit 22:3-Stimmen beschloss. „Die Entscheidung ist ein klares Bekenntnis zum Ski-Weltcup.“ Fischer nennt sie „klug und richtig für den Ort“. Und sie sei ein sehr wichtiges Signal nach außen, gerade in Richtung Deutscher Skiverband, Internationaler Skiverband FIS, Medien und gesamter Sport-Welt. „Und sie gibt uns Planungssicherheit.“

Freier Fall bleibt trotzdem

Obwohl durch die Sparmaßnahmen, die Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) dem Sport und der Kultur verordnen will, in Zukunft 20 Prozent weniger Geld zur Verfügung stehen, glaubt Fischer nicht, dass der Weltcup in den kommenden vier Jahren nur noch in abgespeckter Version ablaufen wird. 2016 betrugen die Kosten 364 000 Euro. Allerdings hatten die Organisatoren heuer auf die Beschneiung des Freien Falls – der spektakuläre Sprung war extra vor die Ski-WM 2011 errichtet worden – und des Kramer Sprungs verzichtet. Zum Vergleich: 2015 kamen 511 000 Euro zusammen. Inklusive Freier Fall, für dessen Schneeauflage rund 100 000 Euro anfallen. Ein Verzicht auf das Alleinstellungsmerkmal der Kandahar – für Fischer indes undenkbar. „Er bleibt im Paket.“ Es müsse effektiver gearbeitet werden. „Dann reichen die 400 000 Euro in der Regel.“

Plädoyer für den Skisport

Die Mehrheit der Gemeinderäte – Ausnahmen Christoph Elschenbroich (parteifrei), Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) und Mechthild Morhart (SPD) – steht zum Skisport. Besonders ins Zeug legten sich die CSU und das Christlich Soziale Bündnis (CSB). „Man sägt doch nicht den Ast ab, auf dem man sitzt“, sagte der Christsoziale Markus Baur. Seine Fraktionschefin Elisabeth Koch mahnte „Leidenschaft für den Skisport“ an und machte klar, dass das Geld, das das Weltcup-Ok erlöst zum großen Teil „in die Nachwuchsarbeit des SC Garmisch fließt“. CSB-Fraktions-Vize Claudia Zolk wies darauf hin, dass Garmisch-Partenkirchen eine von fünf Destinationen im Skizirkus ist, die gesetzt sind. „Wenn wir die Rennen nicht mehr unterstützen, machen wir uns lächerlich.“

Klimawandel als Gegenargument

Worte und Appelle, die weder bei Elschenbroich noch bei Thiel ankamen. Elschenbroich zog die Wertschöpfung, die durch den Weltcup entsteht, in Zweifel, und brachte ebenso wie Thiel, dessen Parteifreund er einmal war, den Klimawandel ins Spiel. Für CSU-Parteichef Claus Gefrörer Anlass darauf hinzuweisen, dass man wegen „grüner Fundmentalpositionen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten darf“. Wovon sich Thiel allerdings nicht stoppen ließ. Man begehe Harakiri und setze auf ein sterbendes Pferd. „Wir können die 400 000 Euro sinnvoller einsetzen.“ Seiner Meinung nach wäre Garmisch-Partenkirchen mehr gedient, die Gemeinde würde dem FC Bayern das Geld geben, damit der Deutsche Fußballmeister sein Trainingslager in der Marktgemeinde abhält. „Das würde mehr Aufmerksamkeit bringen als der Weltcup“, sagte Thiel. Er zieht den Werbewert der Rennen in Zweifel. „Der hat viel mit glauben zu tun“, meinte der promovierte Physiker.

Realität ist: Bei den Zahlen, die Fernsehrechte-Inhaber Infront erstellt, steht Garmisch-Partenkirchen gut da. Der Abfahrtlauf der Männer hatte heuer eine weltweite TV-Berichterstattung von 67 Stunden mit 106 Millionen Zuschauern. Unbezahlbare Reklame für den Ski- und Tourismus-Standort Garmisch-Partenkirchen.

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