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Waghalsige Piloten stürzen sich immer am Dreikönigstag auf Hornschlitten von der Partnachalm ins Tal.

Skiclub kann Verein diesmal nicht mit Schnee versorgen

Sorge ums Hornschlittenrennen

Garmisch-Partenkirchen - Das Hornschlittenrennen ist in Gefahr: Schuld ist der fehlende Schnee. Zur Not gibt's einen Ausweichtermin. 

Die organisatorischen Vorbereitungen sind seit Monaten im Gang, doch die Sorge, die Peter Strodl derzeit umtreibt, ist existenziell: Kann das 47. Hornschlittenrennen am Mittwoch, 6. Januar 2016, überhaupt stattfinden, bei diesem bislang schneelosen Winterwetter? Noch blickt der Vorsitzende des Partenkirchner Hornschlittenvereins, einst gegründet, um diese halsbrecherischen Winter-Events zu veranstalten, hoffnungsvoll hinauf in Richtung Zugspitze – und murmelt: „Ab 2. Januar soll es ja kalt werden, samt anschließendem Schneefall.“ Doch in der Realität muss er natürlich damit rechnen, dass es heuer ähnlich oder noch schlimmer läuft, wie schon vor Jahren, als das Schlittenrennen auf der Piste von der Partnachalm hinunter zur Wildenauer Straße ganz auf Kunstschnee vonstatten gehen musste. Mit „weißem Gold“, das für den City-Sprint im Garmischer Zentrum und fürs Neujahrsspringen auf der nahen Olympiaschanze erzeugt wurde.

Doch diesmal wird’s noch problematischer: „Den Schanzenschnee braucht der Skiclub heuer selbst, weil dort am 6. Januar ein Springen um den Deutschland-Pokal stattfindet, also bleibt uns nur der Schnee vom City-Sprint.“ Weil der aber nicht für die gesamte, 1000 Meter lange Piste reicht, müsste in diesem Fall das Rennen verkürzt werden auf 800 Meter mit Start unterhalb vom sogenannten „Eri-Stich“. Sollte der Schnee auch dafür nicht reichen, muss Strodl auch an eine Verschiebung der Veranstaltung denken. „Am Samstag, 23. Januar, wäre der Ersatztermin; ob das wirklich notwendig ist, das entscheiden wir am 3. Januar.“

Der Hornschlittler-Chef hofft freilich, dass es soweit erst gar nicht kommen muss, „denn bisher ist unser Rennen noch nie ausgefallen“. Er erinnert sich noch sehr gut daran, „dass wir in früheren Jahren an die zehnmal schon unsere Piste komplett mit Fremdschnee belegen mussten“. Auch habe man vor vielen Jahren sogar schon Kunstschnee vom Steckenberg in Unterammergau importiert – zu Zeiten, als es im Werdenfelser Land noch kaum Schneekanonen gab.

Übrigens ist das Partenkirchner Rennen der erste von drei Terminen des Deutschen Hornschlitten-Cups, der heuer zum vierten Mal ausgetragen wird. Die zwei weiteren Bewerbe finden am 20. Februar in Brotterode (Thüringen) und am 5. März in Oberwiesenthal (Sachsen) statt. Beide Orte, dazu das Allgäu, der Schwarzwald, Süd- und Osttirol sowie die Slowakei sind jene Regionen, in denen ebenfalls Hornschlittenrennen ausgetragen werden.

In Partenkirchen steht auch heuer die Sicherheit der Teilnehmer obenan: Bereits im Herbst wurden die Banden entlang der Steilstellen perfektioniert, mittlerweile ist auch das neue Glasfaserkabel zur TV-Übertragung der vier Kameras auf die Videowand verlegt und strikte Helmpflicht ist ohnehin angesagt. Die Anmeldefrist endet am 4. Januar um 16 Uhr, denn an diesem Montag findet ab 19 Uhr im Gasthof Schatten die Startnummern-Auslosung mit der von der Stadion-Musi umrahmten Party statt (im Falle der Verschiebung wäre die Auslosung am 22. Januar). Das Rennen selbst, bei dem es um den Titel Bayerischer Meister sowohl für Frauen als auch für Männer geht, beginnt am Mittwoch, 6. Januar, um 12.30 Uhr. Um 16 Uhr ist im Zielraum Preisvergabe für die drei schnellsten Schlitten. In den Rennpausen findet auch diesmal ein Zipfelbob-Wettbewerb mit Massenstart und attraktiven Preisen statt, wozu man sich auch Bobs ausleihen kann. Die Siegerehrung mit Ball ist schließlich um 19 Uhr mit der Band Dreisam in der Bayernhalle. Alles über die Melde-Modalitäten auf der Webseite: www.hornschlitten.de.

Wolfgang Kaiser

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