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Der Jubiläumsgrat wurde dem 39-jährigen Oberammergauer zum Verhängnis. 

Einsatzkräfte konnten nichts mehr tun

Tragödien im Gebirge - Zwei Männer stürzen in den Tod

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Garmisch-Partenkirchen/Grainau - Das Jahr endet schrecklich: Erst stürzt ein Vater im Beisein seines Sohnes, dann ein Bergwacht-Mitglied vor seinen Kameraden in die Tiefe. Beide Männer starben.   

Vor den Augen seines elfjährigen Sohnes ist am Dienstagnachmittag ein Saarländer (49) unterhalb der Meilerhütte in den Tod gestürzt. Mehrere hundert Meter tief. Eine Tragödie, die sich in ähnlicher Form am Mittwochvormittag wiederholt hat: Ein Oberammergauer, der mit drei Kameraden von der Bergwacht-Bereitschaft seines Heimatortes den Jubiläumsgrat überschreiten wollte, ist im Bereich der Inneren Höllentalspitze Richtung Höllental gefallen. Auch der 39-Jährige war nach Auskunft der Polizei wohl sofort tot.

Die Bedingungen für winterliche Bergtouren waren an beiden Tagen perfekt. Der Himmel strahlend blau. Die vier Oberammergauer, 19 bis 39 Jahre alt, waren früh mit der Bahn auf die Zugspitze gefahren und gut vorangekommen. Nach etwa zwei Stunden, gegen 10.30 Uhr, hatten sie die Stelle erreicht, die dem 39-Jährigen zum Verhängnis werden sollte. Zwei seiner Kameraden waren bereits gut daran vorbei gekommen, er war als Dritter an der Reihe. Der Schneetritt, auf den er steigen musste, brach allerdings unter ihm aus, so dass der Ammertaler ausrutschte und mehrere hundert Meter in die Tiefe stürzte. Ein Vertreter der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei und drei Retter der Bereitschaft Grainau hatten die traurige Aufgabe, seine Leiche mit Hilfe eines Polizei-Hubschraubers aus dem Schneefeld im Höllental zu bergen. Seine drei Begleiter wurden mit dem Helikopter RK-2 aus Reutte ins Tal geflogen. „Der Einsatz verlief problemlos“, sagt Klemens Reindl aus Bad Kohlgrub. Eigentlich. Was dem Sprecher der Bergwachtregion Hochland und den übrigen Kräften das Ganze verständlicherweise erschwerte, war, dass einer aus ihren eigenen Reihen betroffen war.

Die Begleiter und die Familie des Oberammergauers betreuten genau wie den Elfjährigen Kräfte des Kriseninterventionsdienstes. Im Schock hatte sich der Bub, der mit seinem Vater eine Nacht im Winterraum der Meilerhütte verbracht hatte und dann am Dienstag übers „Anger Loch“ absteigen wollte, genau richtig verhalten. Nachdem der gut ausgerüstete 49-Jährige im Bereich des drahtseil-gesicherten Klettersteigs vermutlich ausgerutscht und mehrere hundert Meter in die Tiefe gestürzt war, hatte sich das Kind selbstständig an den Abstieg gemacht. Vorbei am Vater, der da wohl schon seinen schweren Kopfverletzungen erlegen war, Richtung Wettersteinalm. Hilfe konnte der Bub nicht holen, das Handy befand sich im Rucksack des Vaters. Etwas unterhalb der Alm traf er dann zwei Wanderer, die den Notruf absetzten. Dass sich der kleine Saarländer, um den sich jetzt Angehörige in München kümmern, nicht genau an die Unglücksstelle erinnern konnte, erschwerte den Einsatz etwas. Der Hinweis auf einen Klettersteig brachte die Retter dann auf die richtige Spur. Um den Toten, der mit dem Polizei-Hubschrauber ins Tal geflogen wurde, zu bergen, waren die Einsatzkräfte noch stark gefordert: „Das Gelände ist zur Zeit sehr tückisch“, sagt Hansjörg Krempl, Einsatzleiter der Bereitschaft Garmisch-Partenkirchen. Eisplatten, Fels und lockerer Schnee führten dazu, dass er und seine Kameraden eine Seilsicherung aufbauen mussten. Was dem 49-Jährigen letztlich passiert ist, „darüber kann man nur spekulieren“, unterstreicht Anton Gehringer, Geschäftsführer der hiesigen Bergwacht.

Mit einer heftigen Platzwunde hat ein Siegener am Dienstagnachmittag einen Unfall an der Rinderscharte überstanden. Der 31-Jährige war laut Anton Vogg von der Bergwacht Grainau auf einem Schneefeld gut 100 Meter abgerutscht und in felsigem Gelände liegengeblieben. Er wurde per ADAC-Hubschrauber ins Klinikum gebracht.

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