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Etat 2016

Unterammergau investiert ins Einheimischenmodell

Unterammergau - Die Erschließung des Baugrunds am Lachenbach steht ganz oben auf der Projektliste der Gemeinde Unterammergau. Derzeit laufen die Bauarbeiten.

Politische Sonntagreden, gar richtige Debatten: So etwas gibt es andernsorts, wenn es um die Verabschiedung des Haushalts geht. Nicht aber in Unterammergau. Die einzige Diskussion, die um das Zahlenwerk von Kämmerer Alexander Müller entstanden ist, hatte Rasenmäher zum Inhalt, der gut für Böschungen geeignet ist. Ansonsten ähnelte die Haushaltssitzung der allgemeinen finanziellen Lage Unterammergaus: unter’m Strich wenig aufregend.

Dazu passt, dass Bürgermeister Michael Gansler (FDU) keine Zeit darauf verschwendete, Grundaussagen zum Etat oder der Situation der Gemeinde zu machen. Er erklärte lediglich, dass der Haushalt in drei Ausschuss-Sitzungen nicht-öffentlich vorberaten worden war. So war es an Müller, diesen Tagesordnungspunkt zu gestalten. Es zeigte sich, dass sich die Finanzen 2015 besser als erwartet entwickelt haben. „Die Rücklage ist deshalb sehr hoch“, erklärte der Kämmerer. Und das ist gut so: Denn mehr als die Hälfte der 1,12 Millionen Euro, die Anfang des Jahres noch auf dem „Sparbuch“ der Gemeinde lagen, werden heuer entnommen – nämlich 650 390 Euro. Das Geld fließt in die Investitionen. Ganz oben auf der Liste steht die Bauland-Erschließung für das Einheimischenmodell am Lachenbach, gefolgt vom Breitband-Ausbau für schnelles Internet. Zu der Projektliste gehören zum Beispiel aber auch die Dachsanierung am Forsthaus-Museum, neue Geräte für die Spielplätze, die Planung eines Erweiterungsbaus für den Kindergarten, neue Laptops für die Grundschule und die Anlage eines Katasters für das Wasser- und Abwassernetz. So weit so gut.

Bis es um die Investition in Höhe von 26 000 Euro für den Bauhof ging. Dass für so viel Geld ein Böschungsmäher gekauft werden soll, brachte den sonst immer gut gelaunten Michael Spicker (FUZ) regelrecht auf die Palme. „So etwas hat keine andere Gemeinde. Nicht einmal Schongau“, sagte er entrüstet. Und: Für diese Summe bekomme man „nichts, mit dem man gescheit arbeiten kann“. Was folgte, war die Diskussion mit Gansler über die Vor- und Nachteile, Mäharbeiten zu vergeben. Die Rechnung des Bürgermeisters sieht so aus: Es kommt billiger, wenn sich die Gemeindemitarbeiter um die Rasenflächen – vor allem an den Parkplätzen – kümmern. Wenn dazu das richtige Gerät bereitstehe, „haben sie wieder mehr Zeit für andere Dinge“. Zum Vergleich: Allein die Kosten für’s Ausschneiden koste den Ort 8000 Euro. „Pro Jahr“, wie Gansler betonte. Viel Geld wird die Gemeinde womöglich in den nächsten Jahren für die Feuerwehr ausgeben. Die Kameraden brauchen, wie es bei der Besprechung des Investitionsplanes hieß, gleich zwei neue Fahrzeuge. Kostenpunkt insgesamt: knapp 450 000 Euro bis zum Jahr 2022.

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