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Internationales Podium: Der Norweger Daniel-Andre Tande (Mitte) gewinnt das Springen vor dem Polen Kamil Stoch (l.) und Stefan Kraft aus Österreich.

Sieben deutsche Athleten im Finale

Neujahrsspringen: Olympia-Schanze hat viele Freunde

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Garmisch-Partenkirchen - Es hat nicht gereicht: Kein deutscher Athlet hat den Sprung auf das Stockerl geschafft. Dafür brechen Markus Eisenbichler, Andreas Wellinger und Stephan Leyhe brechen eine Lanze für die neue Olympia-Schanze.

Na, da schau her: Es gibt sie doch. Die neue Olympia-Schanze gewinnt immer mehr Freunde. Jaja, sogar im deutschen Team. Nach dem Neujahrsspringen hat sich nun tatsächlich ein kleiner Fanklub geoutet. Angeführt wird dieser von keinem Geringeren als Markus Eisenbichler, dem neuen Aushängeschild der deutschen Adler. Mei, ein Bayer halt, der 25-jährige Siegsdorfer. Da lässt’s sich’s halt gut aushalten, daheim, auf weiß-blauem Territorium. „Es gibt wenige Schanzen, die ich nicht mag, aber diese ist schon einer meiner Favoriten, ich komme immer gerne her“, stellt Eisenbichler klar. Ist ja auch logisch: Der Chiemgauer feierte am Neujahrstag das zweitbeste Weltcup-Einzelergebnis seiner Karriere. Platz vier – aller Ehren wert.

Eisenbichler aber ist nicht der Einzige, der Gefallen am mittlerweile schon wieder zehn Jahre alten Backen neben dem Gudiberg gefunden hat. Es rückt eine neue deutsche Garde nach, und alle fühlen sich dort ganz wohl. Stephan Lehye zum Beispiel. Und der Willinger zeigt, dass man nicht mal aus Bayern kommen muss, um die Anlage in Partenkirchen gut runterzukommen. Einen Tag vor dem Tournee-Abschluss in Bischofshofen wird er 25 Jahre alt, und mit dem achten Rang am Sonntag hat er sich schon ein klein wenig selbst beschenkt. Ein Erfolgserlebnis, ja, mehr sogar: „Ein genialer Tag für mich“, rekapituliert er. „Zwei gute Sprünge in einem Wettkampf, das hat mir in letzter Zeit stets gefehlt.“ Die Top Zehn hatte er schon länger angepeilt, nun klappte es beim Neujahrsspringen. „Schon ein kleiner Meilenstein für mich.“

Schanze verzeiht weniger Fehler als andere

Beliebter DSV-Adler: Sonnyboy Andreas Wellinger steht diesem Fan für ein Selfie zur Verfügung.

Die Nummer drei im Fanklub ist dann wieder ein waschechter Bayer: Andreas Wellinger. Der 21-Jährige aus Ruhpolding befindet sich gerade zurück auf dem Weg in die Weltspitze. Rang 13 war diesbezüglich ein weiterer „guter Schritt“, wie er selbst sagt. Auch er freut sich immer wieder auf Garmisch-Partenkirchen. „Auf jeden Fall. Ich springe gerne hier.“

Wellinger findet die Negativ-Diskussion um die Olympia-Schanze sowieso ein wenig überflüssig. Immer wieder wird der Anlage nachgesagt, sie sei so unangenehm zu springen, die Deutschen könnten mit ihr nichts anfangen. „Alles übertrieben“, stellt Wellinger klar. Das Phänomen Partenkirchen erklärt er wie folgt: „Die Schanze verzeiht weniger Fehler als andere.“ Für die Otto-Normal-Nicht-Skispringer geht er noch ein wenig ins Detail: „Der Hang ist extrem lang und zieht sich unten raus ziemlich flach. Wenn du oben die Geschwindigkeit nicht mitnehmen kannst, springst du immer 131 Meter. Gelingt es, dann geht es gleich auf 137 oder 138. Der Unterschied ist auf anderen Schanzen geringer.“

Eisenbichler kann erklären, warum er sich auf dem im Dezember 2007 eingeweihten Koloss so wohl fühlt. „Das ist eine Schanze für Flieger. Wenn der Rhythmus am Tisch stimmt, geht es immer ganz weit. In jedem Fall muss man mit sehr viel Gefühl springen.“

Eisenbichler verpasst knapp das Podium

Hat er am Sonntag ganz gut hingebracht. Wenngleich er offenbar Reserven hatte, hört man bei seinem Fazit ganz genau hin: „Das waren zwei ordentliche Sprünge, aber leider nicht so gut wie der in der Qualifikation.“ Gut, die hatte Eisenbichler ja tatsächlich auch mit einem Satz auf 138 Meter gewonnen. Im Wettkampf waren es 136,5 und 139,5 Meter – aber „vom Tisch lief es heut nicht so gut, dafür bin ich besser geflogen“. Letztlich knapp am Podium vorbei. Zwei Meter fehlten auf den drittplatzierten Stefan Kraft. Die 20 000 Fans im Stadion hätten zu gerne einen DSV-Adler auf dem Stockerl bejubelt. Von Enttäuschung beim Vierten aber keine Spur. „Ich darf wirklich zufrieden sein“, sagt er. „Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich Vierter beim Neujahrsspringen werde, hätte ich ihm gesagt: Träum weiter.“

Auch Bundestrainer Werner Schuster verschwendet keine Minute daran, dem verpassten Podest nachzutrauern. „Klar, wenn man olympische Maßstäbe zugrunde legt, ist der vierte Platz undankbar, aber das sollte man bei Markus nicht.“ Von seiner neuen Nummer eins ist der Österreicher in deutschen Diensten absolut angetan. „Seine Entwicklung teamintern ist atemberaubend.“ Auch den Druck am Neujahrstag habe er „gut gemeistert“. Schuster spricht von einem „Rucksack“ voller Erwartungen. „Du sitzt als Letzter da oben vor einem vollen Stadion und bist der Vorzeige-Athlet, der unter die Top-Drei kommen könnte.“ Nicht einfach die Situation, weil eben neu für Eisenbichler. Doch der Bayer bestand auch diese Prüfung.

Sieben Deutsche im Finale

Letztlich nicht nur er. Die Ränge 4, 8, 13 und 15 waren es am Ende, insgesamt sieben Deutsche im Finale und damit in den Punkten – „ordentlich“, urteilt Schuster gewohnt zurückhaltend und bodenständig: „Das große Highlight war noch nicht dabei, aber wir gehen den Weg der kleinen Schritte weiter und schauen, dass wir die anderen auch in Richtung Top-Zehn bringen.“

Tja, und vielleicht sollten die deutschen Adler doch öfter einen kurzen und geheimen Abstecher ins Werdenfelser Land machen. Denn das Zusatz-Training am 27. Dezember auf der Olympia-Schanze war offenbar nicht für die Katz’. „Scheinbar nicht“, urteilt Leyhe und lacht. Ein kleiner Zwischenstopp ist womöglich ein gutes Rezept für die Zukunft. „Es hilft einem, nach den Feiertagen besser in die Tournee zu starten“, meint Leyhe. Alles klar: Der DSV-Fanklub kommt also gerne wieder. Und sicher nicht erst am 31. Dezember 2017.

Bilder: Das war das Neujahrsspringen 2017

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