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Ein Tunnel durch den Wank soll den Ortsteil Partenkirchen vom Verkehr entlasten.

Keine Zweifel am Sinn der Umfahrung

Wanktunnel: Technische Planung schon relativ weit

Garmisch-Partenkirchen - Die Bürger hatten die Hoffnung schon begraben. Seit der Wanktunnel im Bundesverkehrswegeplan hochgestuft wurde, keimt sie wieder neu auf. Auch die Straßenbauer haben die Pläne wieder auf dem Radar.

Urlauber, Ausflügler und alle anderen, die von München über die A 95 Richtung Fernpass oder gen Brenner wollen, landen unweigerlich im Nadelöhr Garmisch-Partenkirchen. Zwei Hauptverkehrsachsen durchschneiden die Marktgemeinde, die seit Jahren unter der Verkehrslawine erstickt. Abhilfe für den Ortsteil Garmisch soll der Kramertunnel schaffen, an dessen Erkundungsstollen bereits gearbeitet wird. Der kommt, daran ist nicht mehr zu rütteln, auch wenn an der Baustelle momentan Stillstand herrscht und die geänderten Pläne erst noch genehmigt werden müssen.

Die Entlastung der Partenkirchner schien derweil in ferner Zukunft zu liegen. Nachdem die Röhren durch den Wank 2004 aus dem vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans gestrichen worden waren, hatten viele Bürger die Hoffnung schon begraben. Dass der Wanktunnel im aktuellen Entwurf wieder aus dem weiteren Bedarf hochgestuft wurde, nennt Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim „eine absolut positive Überraschung“. Aber auch eine, die Sinn macht. Nachdem mittlerweile der Bau der Oberauer Umfahrung läuft, sei es wichtig, dieses etwa 160 Millionen Euro teure Projekt ebenfalls voranzutreiben.

Ehe Kordon und seine Mitarbeiter aber die Pläne für den 3,5 Kilometer langen Tunnel wieder aus der Schublade holen, die im Vorfeld der Olympia-Bewerbung erstellt worden waren, warten sie ab, was vom Entwurf tatsächlich übernommen wird. Sollte das der Fall sein, werden Gespräche mit den zuständigen Ministerien anberaumt, um eine Prioritätenliste zu erstellen. Schließlich ist der Wanktunnel nicht das einzige Vorhaben im Zuständigkeitsbereich der Weilheimer Behörde im vordringlichen Bedarf.

„Die technische Planung ist relativ weit“, sagt Werner Hüntelmann, Sachgebietsleiter Planung und Bau in der Weilheimer Behörde. Alles, was naturschutzrechtliche Fragen anbelangt, sei aber aufgrund neuer Gesetze und Vorschriften überholt. Fest steht, dass auch in diesem Fall erst eine Erkundungsröhre durch den Berg gebohrt wird, um Erkenntnisse über die Geologie zu gewinnen. Diese diene dann genau wie am Kramer als Rettungsstollen für den tatsächlichen Tunnel. Was zudem noch einmal auf den Prüfstand kommt, sind die Einfahrten – im Norden beim Farchanter Kreisel und im Süden etwa auf Höhe des Ortsteils Schlattan.

Daran liegt auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD): „Ich würde mir wünschen, dass das Ganze so geplant wird, dass Eingriffe in die Natur möglichst gering sind.“ Am Sinn der Umfahrung hegt sie derweil keinen Zweifel. „Der Verkehr ist eine Qual für unsere Bürger und er hindert uns in der touristischen Vermarktung.“ Deshalb hofft sie, dass die Garmisch-Partenkirchner ähnlich originell wie die Oberauer an diesem Thema dranbleiben. tanja Brinkmann

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