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Öffnet ab dieser Wintersaison an den beiden Tourenabenden: das Kreuzeckhaus.

Mehr Höhenmeter und mehr Hütten

Größeres Angebot für Tourengeher am Abend

Garmisch-Partenkirchen - Jahrelang haben sich Tourengeher in Garmisch-Partenkirchen und Skigebietsbetreiber gestritten. Das Thema bleibt präsent. Doch startet die Saison mit positiven Nachrichten.

Der eine oder andere Seilbahnbetreiber hat es sicher gehofft: Dieses Skitourengehen auf Pisten, das ist doch bloß ein Trend. Bald verschwindet er wieder. Danach aber sieht es nicht aus. Mehr und mehr Wintersportler marschieren für eine Abfahrt bergauf. Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) führen an den Ticketkassen Stricherllisten. 2013 kamen allein bis Februar etwa 12 000 zusammen. Für 2013/14 rechnete man bereits mit 25 000 Tourengehern auf der Aufstiegsspur am Hausberg. „Den Trend werden wir nicht aufhalten“, bekräftigt der Kaufmännische Vorstand Matthias Stauch. Zwangsläufig also beschäftigt sich sein Haus damit. Das Ergebnis für diesen Winter: ein größeres Angebot an den Tourenabenden dienstags und donnerstags.

300 zusätzliche Höhenmeter am Dienstag- und Donnerstagabend

Tourengehen auf Pisten liegt im Trend.

Von den sieben Gastronomiebetrieben im Skigebiet Garmisch-Classic war bislang nur die BZB-eigene Hütte Drehmöser 9 offiziell geöffnet. Dort endete an den beiden Tourenabenden die Aufstiegsspur. Jetzt aber führt sie, wie bislang nur tagsüber, weiter über die Kreuzwankl-Umfahrung durch den – neu beleuchteten – Tunnel über den Unteren Skiweg zum Hexenkessel und Kreuzeck. Nach den zusätzlichen 300 Höhenmetern können die Sportler nun in der Kreuzalm und im Kreuzeckhaus einkehren. Zwischen 17 und 21.30 Uhr gibt’s Getränke und Essen. Bis 22 Uhr müssen sich die Tourengeher auf den Heimweg machen, damit die Pisten für die Präparierung frei sind. An den übrigen Abenden gilt: Ausschankschluss nach Skibetriebsende. Stauch zeigt sich erfreut über den „Schulterschluss mit den Hüttenwirten“. Denn bislang „gab’s hier eine Grauzone“.

Es scheint Ruhe einzukehren

Das ist die gute Nachricht für all jene, denen die etwa 500 Höhenmeter auf die Drehmöser 9 schon immer zu wenig waren. Die andere gute Nachricht für alle, die genug hatten von den ständigen Auseinandersetzungen zwischen BZB und Tourengehern: Es scheint Ruhe einzukehren. Für die Beleuchtung im Tunnel „haben wir sogar Lob bekommen von Herrn Herz“, sagt Stauch. Robert Herz vom Skitourensportler-Verein Garmisch-Partenkirchen war ein Wortführer im jahrelangen Streit um Pistensperrungen. Der Verein pochte auf freies Betretungsrecht der Natur, die BZB auf die Sicherheit und den Komfort der (abfahrenden und zahlenden) Gäste. Die Bahn unterlag im März 2014 in einer bayernweit beachteten Gerichtsverhandlung. Pisten zu sperren – eine Ausnahme bilden die Präparierungszeiten – ist demnach nicht zulässig. Die BZB setzt Stauch zufolge weiter darauf, „den Trend zu kanalisieren“. Das sei mit der Aufstiegsspur, die seit 2011 besteht, gut gelungen. Etwa 90 Prozent würden diese nutzen.

Ziel muss sein: Mit Tourengehern Geld verdienen

Das Thema wird das Seilbahnunternehmen dennoch weiter beschäftigen. Sein Ziel muss mittelfristig zweifelsohne sein, die tausenden Tourengeher als Wirtschaftsfaktor zu nutzen. Wie also lässt sich mit ihnen Geld verdienen, obwohl sie keinen Liftpass kaufen? Eine mögliche Antwort: über die Gastronomie. „Klar, auf lange Sicht ist das ein Ziel“, bestätigt Stauch. Neben der Drehmöser 9 führt die BZB die Skibar Kandahar 2 im Tal an der Kreuzeckbahn. Für den Hausberg verweist Stauch auf ein „Gesamtkonzept“, das entwickelt werden soll. Konkrete Pläne gebe es nicht.

Eine zweite mögliche Einnahmequelle: Parkgebühren. Immer wieder kamen sie auf; Stauch aber lehnt sie ab. Sinn mache nur eine Schrankenlösung. „Und die ist am Hausberg geografisch zu schwierig umzusetzen.“ Ohnehin sind Garmischs Straßen zur Hochsaison verstopft; eine Schranke würde das Chaos nur verschärfen. „Wir müssen es aber entwirren“, sagt Stauch. Deshalb baut die BZB auf ein neues Verkehrskonzept (wir berichteten). Parkgebühren also sind vorerst kein Thema. Noch eine gute Nachricht zum Saisonstart.

Katharina Bromberger

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