Unterkühlt und erschöpft

Von Schnee und Nebel überrascht

Reutte/Ehrwald - In den Bergen kann sich das Wetter schnell ändern. Diese Erfahrung mussten fünf Menschen nun selbst machen. Sie wurden von Schnee und Nebel überrascht und verloren die Orientierung. 

Schlechte Witterungsverhältnisse sind einer dreiköpfigen Bergsteigergruppe aus Baden-Württemberg (im Alter von 20 bis 45 Jahren) und zwei Alpinisten aus den USA am Samstag bei ihrer Bergtour fast zum Verhängnis geworden. Als die Männer aufbrachen, um an der Tiroler Seite über die Wiener-Neustädter-Hütte auf dem Stopselzieher-Klettersteig zum Zugspitz-Gipfel zu gelangen, überraschte sie dichter Nebel und Neuschnee. Unterhalb des Gipfels verloren sie die Orientierung. Sie trafen zufällig auf amerikanische Bergsteiger, die ebenfalls nicht mehr weiterkamen. Ein Notruf erreichte die Bergrettung Ehrwald gegen 16 Uhr.

Mit der Zugspitzbahn gelangten die Einsatzkräfte zu den verirrten Männern und konnten sie in Sicherheit bringen. Die Geretteten blieben unverletzt, litten jedoch an Unterkühlung und Erschöpfung, teilt Walter Schimpfössl, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant in Reutte, mit.

Dass die deutschen und amerikanischen Alpinisten sich unterhalb des Gipfels fanden und gemeinsam den Notruf auslösten, war ein Glück, sagt Schimpfössl. „Somit konnten alle schnell geborgen werden.“ Die Rettung verlief „unkompliziert“. Nachdem die Einsatzkräfte die Verunglückten an den Gipfel gebracht hatten, konnten alle Beteiligten mit der Zugspitzbahn hinunter nach Ehrwald fahren.

Witterungsbedingte Notfälle wie diese kommen im Herbst häufig vor, sagt Schimpfössl. „Viele lassen sich von warmen Temperaturen im Tal täuschen und werden oben vom Schnee überrascht.“ Auch in diesem Fall waren die Alpinisten schlecht ausgerüstet. Eine vorausschauende Planung ist unabdingbar, betont der Kommandant. „Wenn das Wetter nicht mitspielt, sollte man die Route ändern oder überhaupt nicht aufbrechen.“  

maw

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

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