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Auf extrem engem Raum müssen die Mitarbeiter der Tourist-Info am Richard-Strauss-Platz momentan ihre vielfältigen Aufgaben erledigen. 

Konzept liegt vor, Verfahren beginnt

Von der Tourist-Info zum Service-Center

Das Konzept, wie die neue Tourist-Information am Richard-Strauss-Platz ausschauen soll, liegt vor. Auf dieser Basis soll nun die Ausschreibung vorbereitet werden. Ziel der Gemeinde ist es, eine langen Leerstand nach dem Auszug von Spielwaren Zitzmann zu vermeiden.

Garmisch-Partenkirchen– Die Tourist-Information am Richard-Strauss-Platz hat ihre besten Zeiten hinter sich. Das ist allen bewusst. Schon lange reicht der Platz nicht mehr aus, schon lange arbeitet das Team um Leiter Anton Weinberger unter denkbar ungünstigen Bedingungen. Deshalb soll die Anlaufstelle für Gäste, Ausflügler aber auch Einheimische umgestaltet und vor allem erweitert werden. Um das zu erreichen, hat der Markt Spielzeugland Zitzmann gekündigt. Noch ist nicht klar, wann Geschäftsführer Max Zitzmann, der bereits den Räumungsverkauf begonnen hat, auszieht. Spätestens zum Jahresende muss er seine Umzugskartons gepackt haben. Um vorbereitet zu sein, hat der Gemeinderat bereits jetzt mit 23:4-Stimmen die Weichen für die erforderliche Ausschreibung gestellt. Das Verfahren wird nun auf Grundlage des Konzepts, das GaPa-Tourismus, das Bauamt und externen Experten erstellt haben, eingeleitet.

„In den neuen Räumlichkeiten soll sich der Gast nicht nur informieren, sondern auch weitere Dienstleitungen vor Ort buchen können“, erklärt Thorsten Unseld. Der Kaufmännische Leiter von GaPa-Tourismus denkt auch an Veranstaltungstickets, Fahrkarten für Bergbahnen, geführte Bergtouren und „Inser Hoamat“-Produkte. Somit entwickelt sich die Tourist-Information zum Service-Center. Die Neugestaltung soll mit heimischen Betrieben erfolgen. Ziel ist dabei viel „alpiner Touch“ durch natürliche Baustoffe wie Stein und Holz. Maßvoll wird dieser durch moderne Technik wie Touchscreens ergänzt. Im Erdgeschoss schweben Unseld und seinen Kollegen außerdem Bereiche für Brauchtum, Kultur und Museen, Berge und Sport sowie Handwerk und Kulinarik vor. Neben den Büros sollen im ersten Stock Räume entstehen, die vermietet werden – sei’s für Kongresse oder Veranstaltungen in Verbindung mit dem Olympiasaal. Für diesen und auch für das Team von GaPa-Tourismus sind zudem Lagerflächen vorgesehen.

Räume sollen nicht unnötig leer stehen

„Frühzeitig mit der Detailplanung zu beginnen, macht Sinn“, findet Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Schließlich sollen die Räume nach Zitzmanns Auszug nicht unnötig lange leer stehen. Wann der Inhaber des Spielzeuglands diesen Schritt vollzieht, kann sie derweil nicht sagen. „Uns liegt nichts vor.“ Dafür brachte Martin Schröter (FDP) wenig Verständnis auf. „Ist das Verhältnis schon so vergiftet, dass man nicht mehr miteinander redet?“ Zudem regte er an, die Neugestaltung erst einmal mit dem neuen Tourismusdirektor abzustimmen. Noch ist jedoch nicht klar, wann ein Nachfolger für Peter Nagel, der zum 1. April im Berchtesgadener Land anfängt, gefunden wird. Somit passte dieser Vorstoß des Liberalen nicht zu seiner Aussage, dass „auch ich keinen Leerstand will“.

Eine ganz andere Verständnisfrage trieb Ursula Höger (SPD) um. Ihr erschloss sich nicht, warum Bruno Kaufmann aus Grindelwald in die Ideenfindung involviert worden war. „Warum beauftragt man da einen Schreiner aus der Schweiz und keinen aus der Region?“ Nicht sein handwerkliches Geschick sei dafür ausschlaggebend gewesen, betonte Unseld. Über die Kontakte von „Best of the Alps“, dem Zusammenschluss von zwölf Alpentourismusorten in Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz, sei man auf Kaufmann gekommen. „Er ist ein sehr kreativer Kopf und einer der führenden Macher bei Eigerness“, betonte der Kaufmännische Leiter. Dieser Begriff entstand vor zehn Jahren aus der Frage, was Wellness ist. Inzwischen gilt Eigerness als etablierter Verein mit über 100 Mitgliedern aus den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und Gewerbe. Somit war Kaufmann genau wie die Tourismusberater „Kohl & Partner“ nur Teil der Grundlagenforschung.

Folgeaufträge sind entgegen den Befürchtungen von Elisabeth Koch (CSU) bislang nicht erteilt. „Jetzt geht’s auf Basis des Konzepts in die Planung und in die Ausschreibung“, verdeutlichte Markus Gehrle-Neff, stellvertretender Bauamtsleiter, das Vorgehen. Die Ideengeber könnten sich daran beteiligen. Ob sie zum Zug kommen, obliegt den Kommunalpolitikern.

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