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Ein Gemälde zum Abschied: Wirtin Thea Jurdzinski ist gerührt; das Geschenk von 20 Ortsvereinen überreichte Vereinebeauftragter Robert Stumpfecker (r.). 

Eine bayerische Wirtschaft wie aus dem Bilderbuch 

Gasthof Stern schließt: Wirtin Thea nimmt nach 25 Jahren Abschied

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Fast 25 Jahre führte Thea Jurdzinski den Gasthof Stern in Unterammergau. Jetzt geht sie in den verdienten Ruhestand - und hinterlässt eine große Lücke im Dorf.

Unterammergau – Es war der Dorf-Mittelpunkt, das Herz von Unterammergau, hier pulsierte das Leben. Und wie es weitergeht mit dem Gasthof Stern, das kann derzeit niemand sagen. Mit viel Herzblut und Wehmut ist jetzt am Montag – nach fast 25 Jahren als Wirtin – Thea Jurdzinski in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden.

„Ich mag das ganze Tamtam nicht“, sagt sie noch mit fester Stimme. Doch als dann die örtliche Blaskapelle mit Trommlerzug vor dem Stern aufmarschiert, sie selbst ein Stück dirigieren darf und anschließend vom Vereinebeauftragten Robert Stumpfecker als Geschenk ein Gemälde mit der typischen Dorfansicht – gefertigt von Kunstmaler Horst-Maria Einöder und und Bildhauer Ernst Franz – überreicht bekommt – da wird sie doch von ihren Gefühlen übermannt. Es fließen Tränen. Viele schöne Erinnerungen verbindet die Wirtin mit Unterammergau. Seit 1993, als sie sich zusammen mit ihrem ersten Mann Klaus hier niederließ.

In all diesen Jahren stand der Stern für hervorragende Küche mit Steffen und zuletzt Erich als Küchenchef, für Qualität, faire Preise und besten, stets freundlichen Service. Lange suchen muss man, bis man solche Bedienungen findet, wie sie der Stern hatte – mit dem Herz am rechten Fleck. Dass die Stern-Wirtin nun, wie sie beim Abschiedsabend im vollbesetzten Saal verkündete, „leider Gottes die Reißleine ziehen musste“, hängt mit ihrer angeschlagenen Gesundheit und ihrem Alter (66) zusammen. Gönnen tut ihr das Jeder in Unterammergau, dass sie es nun etwas ruhiger haben will. Thea zieht nach Konstanz am Bodensee zu ihrem Sohn Alexander.

Dass der bayerische Traditionsgasthof stets eine gastronomische 1a-Adresse war, lässt sich auch daran ermessen, dass der frischgekürte neue thailändische König Rama X. mehrmals, als er noch nicht an der Spitze seines Landes stand, im Stern mit einem Gefolge von 50 Leibwächtern Station machte. Es gäbe noch weitere, so viele Geschichten rund um diese bayerische Bilderbuch-Wirtschaft zu erzählen. Der Mühe wert, sie aufzuschreiben.

Jetzt richtet sich der Blick in die Zukunft. Die neuen Besitzer Tiziana und Peter Höldrich aus Oberammergau wollen den Gasthof gerne weiterführen, sie suchen „einen Pächter, der hierher passt“. In Kürze beginnen die umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten (Küche, Gasträume, 1. Stock). Im Frühjahr soll Wiedereröffnung sein. So ist der Plan.

„Solche Zeiten, sie kehren nicht wieder“ – eine Textzeile aus einem Stück der Jungen Riederinger Musikanten. Das spielte auch die Unterammergauer Blaskapelle unter ihrem Dirigenten Harti Buchwieser bei Thea’s Abschied. Was bleibt, sind unzählige, wunderschöne Erinnerungen.

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