Wird derzeit kaum genutzt: das alte Murnauer Gemeinde-Krankenhaus. Foto: Herpen

Gastspiel nur für ein Jahr

Murnau - Das alte Murnauer Gemeinde-Krankenhaus füllt sich nächste Woche wieder richtig mit Leben: Dann nimmt die Berufsfachschule für Kinderkranken- und Krankenpflege ihren Betrieb auf.

Rund 90 Schüler werden im dritten Stock des Hauses an der James-Loeb-Straße unterrichtet - vorerst nur für ein Jahr. Wie berichtet, handelt es sich um eine Übergangslösung.

Die Ausbildungsstätte war bislang in Garmisch-Partenkirchen im Komplex der Kinder-Rheumaklinik untergebracht. Diese und die Landkreis-Tochter Klinikum Garmisch-Partenkirchen GmbH sind die Träger. Doch das Gebäude wird saniert, es musste ein Ausweichquartier gesucht werden. In Murnau wurde man fündig. Das Gemeinde-Krankenhaus, das eine Außenstelle des Kreisklinikums ist, bietet jede Menge Platz. Denn das Bauwerk wird momentan kaum benutzt. Patienten werden nur nach Bedarf behandelt. Der Grund: Im Zuge einer Kooperation zieht die dort beheimatete Abteilung der Inneren Medizin schrittweise in die Unfallklinik (UKM).

Adelheid Orthgieß, kommissarische Leiterin der Berufsfachschule, ist mit dem neuen Domizil zufrieden. „Wir haben den gleichen Platz wie zuvor und konnten alles unterbringen“, sagt sie. Anfang September hatten die Umzugsarbeiten begonnen. Es stehen vier Klassenzimmer, Büros, Sozialräume und sanitäre Anlagen zur Verfügung. Große Renovierungsarbeiten waren nicht notwendig, in erster Linie wurden die Zimmer gestrichen. Orthgieß geht davon aus, dass das Gastspiel in Murnau nächstes Jahr im Juli wieder beendet ist: „Wir ziehen dann wieder zurück nach Garmisch-Partenkirchen.“

Doch vielen Politikern aus der Staffelsee-Gemeinde schwebt eine andere Variante vor. Sie wünschen sich, dass die Schule in dem Krankenhaus bleibt und zu einem Pflegezentrum ausgebaut wird. „Das wäre sinnvoll“, sagt Murnaus Zweiter Bürgermeister Josef Bierling (CSU). Der Bedarf wäre vorhanden. Bierling hofft, dass aus der Übergangs- eine dauerhafte Lösung wird - und spricht von einer „Chance“.

Die Klinikum Garmisch-Partenkirchen GmbH gibt sich in der Frage, was aus der Immobilie werden soll, weiterhin zugeknöpft. „Es gibt nichts Neues“, ließ gestern Geschäftsführer Wolfgang Türk über seine Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit ausrichten. Angeblich, so ist aus gut unterrichteten Kreisen zu hören, sollen noch heuer erste Konzepte auf den Tisch kommen. Seit 2008 ringen der Landkreis, der das Krankenhaus 1978 übernahm, und die Marktgemeinde hinter verschlossenen Türen um eine Lösung.

Dem Gemeinderat Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) reißt allmählich der Geduldsfaden. „Es ist nicht klar, warum nichts weitergeht“, kritisiert er. Es seien inzwischen genügend Ideen formuliert worden, ob nun die einer Pflegeschule oder einer geriatrischen Klinik. Es sei an der Zeit, solche Pläne zu konkretisieren. Hierfür hätte schon längst ein Runder Tisch mit Fachleuten und Politikern gegründet werden können, bemängelt Beuting. (as)

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