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Herzig sind sie, diese netten Tanzpaare.

Das ist Tradition, das ist Bayern

Gaujugendtag: Ein Festtag fürs Auge

Garmisch-Partenkirchen - Kleine ganz groß: Dieser Tag gehörte ihnen, den jüngsten Mitgliedern der 31 Vereine der Oberländer Trachtenvereinigung. Voller Stolz marschierten die feschen Madln im Dirndl und die schneidigen Buben in der Lederhose durch Garmisch – und bekamen Unterstützung von Petrus.

„Süß sind die“, sagte die elfjährige Evelyn Naumann. Ihr Papa Jens sprach von „schmucker Uniform“, während er unentwegt am Smartphone wischte. Die beiden Urlauber aus Berliner gehörten zu den mehreren tausend Zuschauern, die gestern Nachmittag hellauf begeistert waren, als an die 2000 Madl und Buam der Oberländer Trachtenvereinigung im Alter von 5 bis 15 Jahren beim Gaujugendtag durch die Straßen von Garmisch und durch die Fußgängerzone marschierten. Und ja: Sie waren süß, die jüngsten Mitglieder aller 31 Vereine der Werdenfelser Trachtler-Organisation.

Schmuck schauten sie aus, die Mädchen mit ihren korrekt nach oben gebundenen Zöpfen und der rechten Hand – wie es sich gehört – am Schürzensaum, und daneben die fröhlich juchzenden Buben. Und das alles in dem nur für den Eingeweihten erkennbaren, örtlich ein wenig unterschiedlichen G’wand der Werdenfelser. Die Madl mal mit, mal ohne Hut und Adlerflaum, mal mit dunklerem oder hellerem Rot der Dirndl, zwischendrin auch mit schwarzen Samtbändern am Rockende. Nur ein Verein weicht vom Rock-Rot ab: Die Aidlinger tragen Himmelblau. Die Buben hingegen haben am Joppen-Revers das Eichenlaub mal nach oben, dann wieder nach unten zeigend.. Und ganz unterschiedlich schauen auch die Wadl-strümpf’ aus. Grau, weiß, grün gestrickt, nur wenige Leut’ werden wissen, welches Dekor wohin gehört.

Es war jedenfalls wieder einmal ein prächtiges Bild – beste Werbung für Heimat, Tracht und Tradition: Zum zweiten Mal binnen zwei Jahren hat der Volkstrachtenverein Garmisch diesen Nachmittag der Jugend veranstaltet. Anführer des kilometerlangen Zugs war neben den Vorreitern der Garmischer Trachtler-Chef Christian Ruf, gefolgt von Landrat Anton Speer (Freie Wähler), dem Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber und Zweiten Bürgermeister Wolfgang Bauer (beide CSU).

Kleine ganz groß: Bilder vom Gaujugendtag in Garmisch

Nach dem Marsch durch den Ort ging’s dann im Festzelt freilich nicht nur ans wohlverdiente leibliche Wohl. Vielmehr stand nach der Rede von Gauvorsitzenden Josef Mayr noch ein besonders anstrengender Programmpunkt an: die Ehrentänze. Jeder örtlichen Gruppe war dafür von vornherein aufgegeben, was sie zu platteln hatte. Das reichte vom „Werdenfelser“ bis zum „Reith im Winkler“ und vom „Haushamer“ über das „Mühlradl“ und den „Ruhpoldinger“ bis hin zum „Heidauer“ und dem „Auerhahn“. Sämtliche 31 Vereine des heimischen Trachtengaus hatten zum Jugendtag ihren Nachwuchs, immerhin ein Viertel der insgesamt etwa 8000 Mitglieder entsandt, dazu sorgten erfreulicherweise auch die zahlreich erschienenen Musikkapellen und Trommlerzüge zum Beispiel aus Garmisch, Partenkirchen, aus Schlehdorf, Eschenlohe, Aidling, Farchant, Murnau, Söchering, Oberau und Grainau für klingendes Spiel. Fehlen durften natürlich auch nicht einige aufwändig geschmückte Festwagen, die nicht nur das Gau- und das Vereinszeichen, sondern auch das Kramerkreuz, das die Garmischer anno 1909 wieder errichtet haben sowie die Miniatur-Parkhütte mit dem Bandltanz zeigten.

Wolfgang Kaiser

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