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Klangewaltig: Die Tuba-Spieler des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen überzeugen ebenso wie die übrigen Instrumentalisten des Orchesters.

Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr überzeugt in der Puit

Ein furioses Klangwerk

Mittenwald - Das Gebirgsmusikkorps ist ein Garant für volle Säle – oder in diesem Fall volle Sitzreihen im Kurpark. Zugunsten der guten Sache überzeugte das Orchester unter Leitung von Oberstleutnant Karl Kriner mit einem bunten Programm.

„Schöner“ meinte Gerhard Schöner hätte das Benefizkonzert des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr nicht ablaufen können. Der Applaus der Gäste in der Kuranlage Puit bezeugte, wie richtig Mittenwalds Zweiter Bürgermeister (CSU) mit dieser Einschätzung lag. Die 45 Musiker unter der Leitung von Oberstleutnant Karl Kriner – übrigens ein Mittenwalder – begeisterten. Und all das für einen guten Zweck. Der Erlös des Abends kommt dem Isartaler Rettungsverein, der Haunerschen Kinderkrebs-Hilfe und dem Bundeswehr-Sozialwerk zugute.

Schmissig, schwungvoll sowie exakt vorgetragen die einleitende „Wittelsbacher Festfanfare“. Ein Marsch „... der unsere Seele zu den Alpen fliegen lässt“, hatte Komponist Georg Fürst (1870 bis 1936) dazu gesagt. Weiter ging es „in tödlicher Mission“ mit einem James-Bond-Medley. Zarte Flöten und Klarinetten wechselten sich mit mächtigem Blech ab und ergaben im Zusammenspiel ein furioses Klangwerk. Auf „Goldfinger“ folgte mit dem „Herzegowina-Marsch“ von Julius Fucik (1872 bis 1916) ein absoluter Favorit der Marschmusik. Gelungen, wie das Orchester den Ideenreichtum dieses tschechischen Komponisten an das aufmerksame Publikum weiterzugeben wusste.

In Gedenken an Ernst Hoffmann (1932 bis 2016), einem ganz großen Musiker des Gebirgsmusikkorps und des gesamten Werdenfelser Landes, spielten die Hauptfeldwebel Matthias Herda, Tobias Knopf und Tobias Ehinger die Polka „Hoffmannstropfen“. Mit dieser unverwechselbaren Komposition demonstrierte das exzellent agierende Trio, wie vielseitig die Posaune klingen kann.

Nicht nur als Dirigent überzeugte derweil Kriner, sondern auch als Moderator. Seine Geschichten zur Entstehung der jeweiligen Musikstücke ließen in den Köpfen der Zuhörer Klangbilder entstehen, die vom Orchester glänzend umgesetzt wurden. „Bezaubernd, dramatisch und einfühlsam“ kündigte er das Medley aus „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber an – und genau so erklang es auch. Nicht minder spannend und voller Emotionen die herausragende Filmmusik von Klaus Badelt aus dem Freibeuterspektakel „Fluch der Karibik“.

Emotional wurde es zudem bei der musikalisch umrahmten Verabschiedung in den Ruhestand von Oberstabsfeldwebel Wolfgang Badstöber durch Oberstleutnant Robert Grillhösl, den Leiter der Heeresbergführerausbildung. Schöner schloss sich diesem kleinen, nicht allzu militärischem Festakt an. Dabei würdigte er auch Kriner, die Orchestermusiker und den Planungsstab sowie die Besucher für ihre große Begeisterungsfähigkeit.

Fazit: Sinfonische Blasmusik ist nicht jedermanns Geschmack. Wenn sie aber wie an diesem Abend zu Gehör gebracht wird, ist sie Genuss und des vielen Beifalls würdig, den der Auftritt des Gebirgsmusikkorps erhielt.

Klaus-Bernd Heer

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