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Etabliert im dörflichen Leben der Passionsgemeinde – die Gebirgsschützenkompanie Oberammergau, die derzeit rund 130 Mitglieder zählt. 

Gleichzeitig findet Bataillonsfest statt

Hitzige Gründerjahre bei Gebirgsschützenkompanie

Das wird gefeiert: Vor 25 Jahren wurde die Gebirgsschützenkompanie Oberammergau wiedergegründet. Zum Fest kommt auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. 

Oberammergau – Hat es sie früher gegeben oder hat es sie nicht gegeben? Hitzige Debatten um diese Frage kreisten vor 25 Jahren in Oberammergau, als konkrete Bestrebungen in den Vordergrund rückten, die Gebirgsschützenkompanie im Dorf wieder zu gründen. Trotz diverser Widerstände wurde seinerzeit dann am Josefi-Tag (19. März) 1992 dieser Akt vor 120 Anwesenden im Ammergauer Haus vollzogen. Somit können die Gebirgsschützen unterm Kofel heuer ihr 25-jähriges Jubiläum begehen, das vom 16. bis 18. Juni gefeiert wird.

Insbesondere Gemeinderat Josef Korntheuer vertrat damals im Vorfeld der geplanten Wiedergründung durch Belege in Chroniken und historische Quellen die Meinung, „dass es sich bei dieser Absicht nicht etwa um ein Wiederaufleben von Brauchtum, sondern um eine Neugründung handelt“. Wörtlich wurde Korntheuer wie folgt in einem Artikel der Heimatzeitung zitiert: „ . . . Die historischen Fakten sprechen eindeutig gegen eine Gebirgsschützenkompanie Oberammergau, sie ist historisch nicht begründbar und keine Tradition. Alle anderen Zurechtbiegungen sind Etikettenschwindel . . !“ Befürworter und Initiatoren fanden damals jedoch in dem Geschichtsprofessor Pater Dr. Leo Weber von der Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern einen Unterstützer. Der Ordensmann bekundete nach eigenen Recherchen, „dass es in Oberammergau Gebirgsschützen sicher in den Jahren 1805, 1809 und 1813 gegeben hat, wenn auch keine eigene Kompanie“. Außerdem habe der Ort im Jahre 1809 eine Art Kommandostation zur Organisation der Gegenwehrmaßnahmen gegen die aufständischen Tiroler gebildet.

Trotz allem Hin und Her kam es schließlich vor 25 Jahren zur Wiedergründung der Gebirgsschützenkompanie. Zum Hauptmann gewählt wurde Josef Albl, zum Stellvertreter Kurt Pöll und zum Kompanieschreiber Martin Eitzenberger. Dem Verbund traten 57 aktive und 13 passive Mitglieder bei.

Inzwischen steht Christian Stadler aus Unterammergau der Gebirgsschützenkompanie vor: Zusammen mit seinem Ausschuss hat er das Festprogramm zum 25-jährigen Jubiläum ausgearbeitet. Das Wiedergründungsfest ist verbunden mit der Feier des 25. Bataillonsfestes des Gebirgsschützenbataillons Werdenfels. Los geht’s am kommenden Freitag, 16. Juni, mit einem stimmungsvollen Unterhaltungsabend mit der Band Janka Roo im Zelt gegenüber dem Ammergauer Haus; tags darauf folgt ein Ehrungsabend. Am Sonntag, 18. Juni, stehen schließlich Festgottesdienst und Festzug im Mittelpunkt. Als Ehrengäste haben sich am Sonntag unter anderem Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU), Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger und die Landtagsabgeordneten Florian Streibl und Martin Bachhuber angekündigt.

Noch um einen Hinweis in eigener Sache bitten die Gebirgsschützen für ihr Fest: Alle Helfer, Zeichen- und Kuchenverkäufer, Ausschank und Bardienst treffen sich am kommenden Dienstag, 13. Juni, um 20 Uhr im Festzelt an der Eugen-Papst-Straße zu einer Abschlussbesprechung.

Das Festprogramm:

Freitag, 16. Juni 

Ab 18.30 Uhr: Einlass ins Festzelt 20 Uhr: Partypower mit der Band Janka Roo – Barbetrieb

Samstag, 17. Juni 

18 Uhr: Aufstellung beim Kirchenbauer; 18.30 Uhr: Totengedenken am Kriegerdenkmal, anschließend Zug zum Festzelt; 19.30 Uhr: Ehrenabend mit der Blaskapelle des Musikvereins Oberammergau – Barbetrieb

Sonntag, 18. Juni

6 Uhr: Weckruf; ab 8.30 Uhr: Ankunft der Kompanien; ab 9.30 Uhr: Aufstellung am Passionstheater; 10 Uhr: Festgottesdienst, anschließend Festzug zum Festzelt; ab 12 Uhr: Festzeltbetrieb mit der Blaskapelle Unterammergau

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