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Viel frequentiert: die Martinswinkelstraße in Garmisch-Partenkirchen.

Anwohner schlagen Alarm

Gefährliche Zustände in der Martinswinkelstraße

Garmisch-Partenkirchen - Sehr viele Autos, von denen viele zu schnell unterwegs sind: Das ist das Ergebnis einer privat beauftragten Verkehrsmessung für die Martinswinkelstraße. Deren Anwohner kritisieren die Zustände. Und befürchten Unfälle.

„Wir wohnen seit sieben Jahren hier, und die Situation“ wird nicht besser, sagt Ruth Kapferer empört. Im Gegenteil. Es ist die Verkehrsbelastung in der Martinswinkelstraße in Garmisch-Partenkirchen, die der 43-Jährigen große Sorgen bereitet. „Seitdem das GEP-Center eröffnet wurde, ist es noch viel schlimmer geworden. Nun umfahren die Leute das Zentrum und benutzen unsere Straße als Abkürzung.“ Doch dafür ist die Martinswinkelstraße als Anliegerstraße gar nicht gedacht. Morgens und mittags sei der Verkehr am lautesten, wenn nämlich neben Handwerkern und Gemeindemitarbeitern zahlreiche Schüler zu Fuß oder per Rad unterwegs seien. Gefährlich werde es vor allem auf der Loisachbrücke, die für Autofahrer teils gesperrt ist. „Die Radlfahrer werden plötzlich vom Gegenverkehr aus der Martinswinkelstraße überrascht.“

Es sei nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiere. „Man hat zwar eine Tempo-30-Zone errichtet, aber wenn niemand die rücksichtslosen Autofahrer kontrolliert, nützt das gar nichts“, erklärt Anwohner Christoph Sailer. Im Ordnungsamt heißt es, dass die Martinswinkelstraße sei eine „normale öffentlich, gewidmete Verkehrsstraße“. Grundsätzlich ist also eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erlaubt. Aber die Gemeinde ist an der Abbiegung Reschbergweg Mitte 2014 aktiv geworden. Für diesen Bereich wurde eine Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer angeordnet. Rathaus-Sprecher Martin Bader erinnert in diesem Zusammenhang an die Messanlage, die installiert wurde und die Geschwindigkeit der Fahrzeuge mit einem Smiley anzeigt: „Damit ist auch eine Auswertung der dort gefahrenen Geschwindigkeiten und die Anzahl der Fahrzeuge möglich.“

Auf die offiziellen Zahlen wollten viele Anwohner allerdings nicht warten und haben selbst eine Firma mit der Messung beauftragt. Ergebnis: Es wurden 13.000 Autos in sechs Tagen gezählt. Zu viele, wie es von den Betroffenen heißt. Und: Die meisten Fahrzeuge – etwa 90 Prozent – seien viel zu schnell unterwegs gewesen. Eines sogar mit unfassbaren 80 Stundenkilometern. „Und in den sechs Tagen lag ein Wochenende. In der Woche fuhren bis zu 2.000 Autos allein um die Mittagszeit durch unsere Straße“, beklagt Kapferer weiter. Sie sieht: Die Gemeinde ist nicht untätig, doch die Maßnahmen greifen ihrer Meinung nach nicht. „Man müsste die Straße viel häufiger kontrollieren und baulich verändern, damit sich die Leute an ein Tempo-Limit halten“, rät Sailer. Das wird, laut Bader, seitens der Sicherheitsbehörde auch angedacht: Im Raum stehen „Blitzer“ des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit. Eine Entscheidung ist Bader zufolge aber noch nicht gefallen. Geduld sei gefragt.

 Doch die haben die Anwohner nicht mehr. „Drei unserer Katzen sind schon überfahren worden. Eine weitere wurde schwer verletzt. Hier leben viele Familien, will man warten, bis ein Kind vors Auto läuft?“, fragt Kapferer. Sie und viele der Nachbarn sind stinksauer. Mittlerweile springen sie schon auf die Straße, wenn mal wieder ein Raser vorbeizischt. „Das ist lebensgefährlich, aber was sollen wir noch tun?“. Ihnen helfe es wenig, dass Bader im Zusammenhang mit der Erstellung des neuen Fahrradverkehrskonzept darauf verweist, dass großflächig Tempo-30-Zonen in den Wohngebieten ausgewiesen werden sollen. Im Gegenteil: „Wenn man das Zentrum weiter verkehrs-beruhigt, wird es bei uns noch schlimmer“, fürchtet Kapferer.

Barbara Falkenberg

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