Gegner sichern sich Wiesen für Camps

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Elmau/Landkreis - Die Behörden arbeiten fieberhaft an ihrem Sicherheitskonzept für den G7-Gipfel 2015. Und die Demonstranten an ihren Aktionen. Erste Kundgebungen sind bereits angemeldet. Das Bündnis „Stop G7 Elmau“ sucht derweil Grundstücke für Camps.

Für das Bündnis „Stop G7 Elmau“ sind sie notwendige Übernachtungsmöglichkeiten. „Man kann sich die Camps tatsächlich wie ein Zeltlager vorstellen“, sagt Miriam, Sprecherin des Arbeitskreises Camp im bayerischen Bündnis „Stop G7 Elmau“. Ihren Nachnamen nennt sie nicht, das ist nicht üblich. Und sie schiebt als Vergleich zu den Camps hinterher: „So wie sie auch etwa die Pfadfinder aufbauen.“ Mit Toiletten, Küche, Abfallentsorgung, Sanitätern und so weiter. Dazu wird es Kulturprogramme geben, politische Künstler sollen auftreten, und Informationen und offene basisdemokratische Diskussionen, „zu denen alle eingeladen sind“, sind geplant. Für die Polizei sind die Camps ein rotes Tuch. „In der Vergangenheit gab es wiederholt Negativerfahrungen“, betonte Hans-Peter Kammerer, Pressesprecher des Planungsstabes, unlängst in einem Interview. „Regelmäßig werden sie missbraucht, um Straftaten oder Gewalttaten vorzubereiten und dann auch durchzuführen. Häufig waren Camps ein Rückzugsraum für Straftäter oder stellten einen Anziehungspunkt für Gewalttäter dar.“ Die beiden Seiten stehen sich schon Monate vor dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs aus den sieben führenden Industrienationen im Schloss Elmau gegenüber. Und bereiten sich auf jeweils ihre Weise vor.

„Im Moment rechnen wir mit mindestens drei Camps in der Gegend des Schlosses“, erläutert AK-Sprecherin Miriam auf Tagblatt-Anfrage. Deren Größe sei noch unklar, sie hänge vom „Erfolg der Mobilisierung“ ab. Erste Grundstücke habe das Bündnis bereits erhalten. Trotzdem sei es dringend auf die Unterstützung der Kommunen und von Privatleuten angewiesen. „Wir suchen auch den Kontakt zu Bauern, die uns größere Wiesen zur Verfügung stellen.“

Er habe davon gehört, dass die Initiatoren Landwirte ansprechen, sagt Nikolaus Onnich. Aber geht es nach dem Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, bräuchten sie gar nicht zu fragen. „Wir sind total gegen diese Camps.“ Er hat bei einer Informationsveranstaltung mit Regierungssprecher Steffen Seibert und dem Amtsleiter des Bayerischen Umweltministeriums, Christian Barth, von den schlechten Erfahrungen der Polizei gehört. „Unsere Empfehlung lautet ganz klar, keine Grundstücke zur Verfügung zu stellen.“

Das Bündnis dürfte dafür kein Verständnis haben. In Heiligendamm, dem Schauplatz des bisher letzten Gipfels in Deutschland 2007, habe es Kooperationen mit den Behörden und Regierungen gegeben, erinnert Miriam. Allerdings stammen von dort Fotos von hässlichen Ausschreitungen, die sich bei vielen Leuten ins Gedächtnis eingebrannt haben. „Wir gehen davon aus, dass auch den Behörden an einer Kooperation gelegen ist.“ Denn die wüssten, dass die Demonstranten „Schlafplätze und eine minimale Infrastruktur“ brauchen. Und sie wüssten auch, dass die Menschenmengen trotzdem kämen.

Zwei Demonstrationen vor dem Gipfel am 7. und 8. Juni 2015 wurden beim Landratsamt Garmisch-Partenkirchen schon angemeldet, dazu eine Kundgebung während der Beratungen. Initiatoren sind der Arbeitskreis Angreifbare Traditionspflege, der über Jahre hinweg gegen die Brendtenfeier in Mittenwald mobil gemacht hatte, und das Bündnis „Stop G7 Elmau“. Sie wollen „in Klais, Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen und am Schloss Elmau“ protestieren, berichtet Moritz Jäger, Sprecher des Landratsamtes. „Ob und in welchem Umfang diesen Wünschen entsprochen werden kann, ist noch offen.“ Es droht ein juristisches Tauziehen um die Versammlungsorte. Das Bundesverfassungsgericht hat immer wieder die Rechte der Demonstranten gestärkt. Genehmigt ist bisher noch keine Aktion. Und auch noch kein Camp.

Von Matthias Holzapfel

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