Um den Finger gewickelt: Mit seinem Wiener Charme verführt Ferdinand Penitz (Hans-Jürgen Dämmrich) die Huberin (Elisabeth Hofmeister). Ihre Tochter Evi (l., Regina Bachhammer) kann nur zusehen, wie ihre Mutter ins Verderben rennt. foto:Christine Polz/fkn

Gelungene Premiere von "MirsanNolympiJa"

Garmisch-Partenkirchen - Deftige Dialoge, jede Menge Wortwitz und ein altbewährter Streit, ohne den keiner leben kann: das Kleine Theater hat mit "MirsanNolympiJa" den Geschmack der Zuschauer getroffen.

Sie sind gerade verheiratet, teilen sich ein Haus und streiten, dass die Fetzen fliegen. Der Grund: Er kommt aus Garmisch, sie aus Partenkirchen. Ihre Eltern, die zusammen ein Gasthaus führen, sind seit jeher verfeindet. Kaum zu übersehen an der roten Grenzlinie, die mitten durch die Wirtsstuben führt. Das kann also gar nicht gut gehen - oder doch? Die turbulente Heimatkomödie „Mia san NolympiJa“ feierte im Kleinen Theater eine gelungene Premiere. Matthias Weckmann hat die Geschichte des Erfolgsstückes „Hals- und Beinbruch“ fortgeschrieben. Seine Gattin Tatjana Pokorny führt Regie.

Dass die Ehe zwischen Andi (Christoph Walter), Sohn des Garmischer Wirts Joseph Gruber (Matthias Eichholz), und Evi (Regina Bachhammer), Tochter der Partenkirchner Wirtin Veronika Huber (Elisabeth Hofmeister), unter keinem guten Stern steht, deutete sich schon bei der Trauung an. Dass nicht bereits die Vermählung im Desaster endete, ist allein dem Pfarrer (Wolf-Stefan Bögl) zu verdanken. Doch schon das Hochzeitsmahl garnieren die verfeindeten Brauteltern mit deftigen Sprüchen. „Die meisten Frauen wählen ihre Strumpfhosen mit mehr Verstand aus als ihre Ehemänner“, giftet die Huberin. Der Gruberwirt hält die Partenkirchner für „die Amish-People vom Werdenfelser Land“. Die Stimmung ändert sich, als die Huberin im Internet einen schneidigen Wiener kennenlernt, der prompt im Gasthaus auftaucht. Mit seinem weltmännischen Gehabe bringt Ferdinand Penitz (Hans-Jürgen Dämmrich) die Huberin um Kopf, Verstand und ihr Geld. Das kann der Gruber nicht auf sich sitzen lassen und sucht ebenfalls online nach einer Partnerin. Mit Erfolg. Eigentlich. Denn statt der gewünschten, gestandenen Garmischerin taucht die junge, attraktive Peggy (Stephanie Dämmrich) aus Sachsen auf. Ihre Begrüßung: „Ei verbübsch.“ Das Publikum lacht, der Gruber weniger. Er hat, nach einigen Maß Bier mit der Hilfe seines betrunkenen Freundes Sepp (Wolfgang Hagn) bei der Suche nach seiner Traumfrau „sexy“ mit „sächsisch“ verwechselt.

Stoff genug für witzige Dialoge, die bei den Premierengästen sehr gut ankamen. Besonders die deftigen Dialoge zwischen dem Gruber und der Huberin („Für mich ist der alte Ackergaul höchstens noch ein Fall für die Lasagne.“) sowie ihren vermählten Kindern sorgen für Begeisterung. „So viel habe ich das ganze Jahr nicht mehr gelacht“, sagt Besucherin Renate Krüger. Zu verdanken ist das auch Hofmeister, die erst als euphorische, dann als enttäuschte Verehrerin von Heiratsschwindler Ferdinand überzeugt. Tosender Applaus und viele Geschenke belohnen die Mitwirkenden für eine rundum gelungene Premiere. Die ncähste Vorstellung gibt's am Mittwoch um 20 Uhr.

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