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Neuerwerbung: Den grün markierten Bereich kaufte die Gemeinde von der Bah n.

Nach langen Kauf-Verhandlungen

Bahn-Flächen: Eschenlohe kommt doch noch zum Zug

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Eschenlohe - Jahrelang liefen die Verhandlungen, stockten, liefen weiter. Doch plötzlich kamen Deutsche Bahn und Gemeinde Eschenlohe doch noch zum Abschluss: Die Kommune hat dem Unternehmen Flächen abgekauft – allerdings sieht das Paket völlig anders aus als vor Jahren einmal geplant.

Es war im Sommer 2013, als die Deutsche Bahn (DB) AG bestätigte: Ja, wir wolllen das Eschenloher Bahnhofsgebäude verkaufen. Das Interesse von Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) an dem Haus hielt sich in Grenzen – er visierte vielmehr DB-Grund im teils heruntergekommenen Umfeld an, um diverse Infrastruktur-Probleme zu lösen: Kölbl plante einen sicheren Hauptbahnsteig-Zugang im Süden, damit niemand mehr das Gleis betritt, um Zeit und Weg zu sparen, ordentlich angelegte Parkplätze und überdachte Radständer. Doch Flächen und Bahnhof sollte es nur im Paket geben. Kölbl klagte schon 2013 über die Verhandlungen mit dem Konzern: „Wir kommen seit Jahren keinen Millimeter voran.“

Das sollte noch eine ganze Weile so bleiben: Ein möglicher Grenzverlauf wurde abgesteckt und verworfen, ein anderer ins Auge gefasst; es gab neue Bewertungen, Altlasten-Bodenproben mit Gutachten und Konkurrenz-Angebote. Das alles ist nun Geschichte: Es gelang der Durchbruch, Kölbl und DB-Vertreter brachten den Notartermin bereits hinter sich. Die Gemeinde kaufte – auch wenn der Grenzverlauf erst im Sommer vermessen und abgesteckt wird – knapp 4400 Quadratmeter (teils landwirtschaftliche) Fläche für rund 230 000 Euro. Dies sind:

- der Dreiecks-Grund zwischen Bahnhof, ehemaliger Christlhütte und nördlichem Bahnübergang;

- Areal im Bereich der ehemaligen Güterhalle und der heruntergekommenen Fahrradständer;

- die Dreiecksfläche im Kurvenbereich an der Mesmerhalle.

- der Nord-Süd verlaufende Bereich der Kreuzstraße von Michael-Fischer-Straße bis Abzweigung Düftweg;

- das breitere Grundstück, das von dort nach Norden weiterführt in Richtung des neuen DB-Stellwerks.

Das Paket sieht anders aus als einst geplant. „Es hat mit dem, was wir einmal wollten, nichts mehr zu tun“, sagt Kölbl. Die DB habe diverse Posten wieder aus ihrem Angebot genommen. Signifikant ist vor allem eine Veränderung: Die DB beschloss, ihr Bahnhofsgebäude, in dem sich die Gemeinde den Warteraum sichern wollte, zu behalten. Sie belegt mit ihrer Technik das Erdgeschoss und hätte diesen Bereich nach einem Verkauf von der Gemeinde anmieten müssen. Die Bahn-Rolle rückwärts sieht der Bürgermeister nicht als Problem: Falle der Warteraum einmal weg, meint Kölbl, „könnten wir zum Beispiel auch Wartehäuserl auf eigenem Grund schaffen“.

Allerdings entfernte die DB, weil eigene Leitungen im Boden verlaufen, auch die Fläche aus der Offerte, die für einen sicheren südlichen Zugang zum östlichen Bahnsteig eingeplant war. Kölbl wurde allerdings in Aussicht gestellt, dass die Gemeinde die Rampe errichten darf, wenn dadurch der Zugbetrieb nicht beeinträchtigt wird und Eschenlohe die Verkehrssicherungspflicht übernimmt.

Insgesamt sieht Kölbl die Kommune einen großen Schritt weiter: „Diese Flächen haben einen Wert für die Gemeinde.“ Und nach jahrelangen Verhandlungen ist nun eine Umsetzung der Vorhaben möglich. Der Bürgermeister will auf dem neuen, teils verlotterten Grund nun erst einmal „Ordnung schaffen“ und unter anderem Gestrüpp entfernen, bevor die Projekte künftig nach und nach „in einfacher Art und Weise“ umgesetzt werden. Die fünf erworbenen Grundstücke dürfen auf Jahre hinaus nur für Bahnzwecke wie Parkplätze und Radständer verwendet werden. Sonst wird ein saftiger Aufschlag auf den Kaufpreis fällig.

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