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Eine reißfeste Leine müssen Hundehalter benutzen, wenn sie in Eschenlohe unterwegs sind.

Nach Vorfällen mit freilaufenden Hunden

Gemeinde verhängt Anleinpflicht

Die Gemeinde Eschenlohe zieht im Hinblick auf die Hundehaltung die Zügel an. Das Kommunalparlament hat einstimmig eine Verordnung erlassen, die Frauchen und Herrchen unter anderem zum Anleinen ihrer Tiere verpflichtet. Sie ist seit Kurzem in Kraft.

Eschenlohe – Zum Hintergrund: Um den Jahreswechsel hatte es zwei Vorfälle mit frei laufenden Hunden gegeben. In einem Fall mit tragischem Ende für ein Reh: Der Hund verletzte das Tier in Uffing so schwer, dass ein Jäger es von seinen Qualen erlösen musste. Zudem stellte ein entlaufener Hund in Wengwies bei Eschenlohe einem Hirsch nach. Mitte Januar entwischte dann am Oberauer Golfplatz ein Schäferhund. Die Bergwacht fand die erschöpfte Kreatur nach einer aufwändigen Rettungsaktion. Nicht zu vergessen der Fall aus Farchant, der 2016 viel Aufsehen erregte. Ein frei laufender Hund verjagte im Juni von der Föhrenheide 19 Ziegen, sie flüchteten auf den Hohen Fricken. Erst ein paar Monate später kehrten 18 der vermissten Geißen wieder in die heimischen Ställe zurück.

All diese Vorfälle hat der Eschenloher Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) registriert. „Außerdem haben sich Eschenloher Jäger an die Jagdbehörde gewandt“, sagt der Rathauschef. Daraufhin kontaktierte das Landratsamt die Gemeinde Eschenlohe. Die Aussage: Wir können nichts machen, ihr müsst selber aktiv werden.

Das ist nun geschehen: Unter anderem gelten im Loisachdorf ab sofort folgende Regeln: Auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen und Anlagen innerhalb der geschlossenen Ortschaft müssen Bürger ihre Hunde und Kampfhunde an einer reißfesten Leine führen. Der Abstand darf höchstens anderthalb Meter betragen. Spielplätze sind für die Tiere tabu.

Außerhalb des Ortes ist nur für Kampfhunde eine reißfeste Leine vorgeschrieben. Dies gilt nicht, wenn durch ein Gutachten nachgewiesen ist, dass der Vierbeiner weder eine gesteigerte Aggressivität aufweist noch für Menschen und Tiere gefährlich ist. Kölbl hat, als er sich mit der ganzen Thematik beschäftigte, festgestellt, dass nicht das ganze Gemeindegebiet mit einer Anleinpflicht belegt werden kann. Dies sei „nur für bestimmte Strecken“ möglich.

Das Regelwerk, bei dem der Gemeinde Eschenlohe eine entsprechende Bad Kohlgruber Verordnung als Vorlage diente, enthält auch einen Passus zu Wildfütterungsstellen: Hunde sind innerhalb einer Entfernung von einem Kilometer Luftlinie an einer reißfesten Leine zu führen. Es drohen Geldstrafen. Und zwar für den, der vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Verordnung verstößt. Ausnahmen gibt es auch: So gelten die Vorschriften nicht für Blindenführhunde, Diensthunde von Behörden und der Bahn AG, Hüte- und Rettungshunde sowie Vierbeiner, die im Bewachungsgewerbe eingesetzt sind.

Darüber hinaus hat die Gemeinde diverse Hinweise veröffentlicht. Einer lautet: „Mit Geldbuße kann belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig einen Kampfhund ohne erforderliche Erlaubnis hält.“ Nach Kölbls Angaben ist derzeit in Eschenlohe keiner gemeldet. Als Kampfhunde gelten auch diverse Kreuzungen.

Hundetoiletten werden laut Kölbl übrigens „sehr gut angenommen“. Doch er klagt auch über die Verschmutzung von Wiesen durch Hundekot. Derlei kommt offenbar im Umfeld der Autobahnausfahrt immer wieder vor. „Das ist ein Dauerthema.“ Nun will die Gemeinde Tafeln aufstellen. Aufschrift: „Hundekot auf Wiesen und Weiden stellt eine Gefahr für die Gesundheit unserer Kühe dar.“ Damit will man die Spaziergänger dazu zu bringen, mit ihren Hunden an Weidegebieten besonders rücksichtsvoll zu sein.

Roland Lory

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