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Soll zum Zentrum für Senioren werden: das alte Finanzamt und das frühere Zollhaus (l. mit braunen Fensterläden).

Konkretes Konzept im nächsten Jahr 

Marktgemeinde kauft altes Finanzamt

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Garmisch-Partenkirchen - Ein Treffpunkt für Senioren soll im alten Finanzamt entstehen – aus den Mitteln der Leifheit-Stiftung. Ein erster Schritt ist getan: Die Gemeinde kauft das Gebäude mit einem Teil dieses Sondervermögens.

Mit Teppichkehrern, Bodenwischern und anderen Haushaltsgeräten haben Ingeborg und Günter Leifheit ein Vermögen gemacht. Nach ihrem Tod soll ein großer Teil dieses Geldes nun Senioren in ihrer Wahlheimat Garmisch-Partenkirchen zugute kommen. Ein Vermächtnis, dem die Marktgemeinde verpflichtet ist. Eine zweistellige Millionensumme schlummert seit Herbst 2014 auf ihren Konten, diese gemäß dem Willen des Ehepaars einzusetzen, erforderte in den vergangenen Wochen viel Abstimmung. Mit dem Kauf des alten Finanzamts an der Von-Brug-Straße, den die Mehrheit des Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung absegnete, ist nun der erste Schritt getan. „Das ist eine geniale Chance für den ganzen Ort“, meint Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD).

Eine bittere Pille gibt es dabei jedoch zu schlucken: Der Markt muss die Summe aus dem Leifheit-Sondervermögen ausgeben, die auch der private Käufer für das denkmalgeschützte Gebäude gezahlt hätte, dem die Immobilien Freistaat Bayern bereits den Zuschlag erteilt hatte. Dazu war es gekommen, nachdem der Gemeinderat in der vergangenen Wahlperiode kein Interesse an dem Objekt angemeldet hatte. Unter Meierhofers Regie und mit dem Geld der Leifheits im Rücken erfolgte doch noch eine Absichtserklärung und der Notartermin mit dem Privatmann platzte. Wieviel das 1775 Quadratmeter große Areal nun kostet, war nicht zu erfahren. Doch allein von dieser Summe lässt sich keiner der Beteiligten die gute Stimmung trüben.

Neben Meierhofer setzten sich Elisabeth Koch und Claus Gefrörer (CSU) sowie Florian Hilleprandt (CSB) ein, um den Stifterwillen auszuloten und dazu passende Projekte zu finden. Sie alle sind sich einig, dass die Idee, an der Von-Brug-Straße eine Begegnungsstätte für Senioren zu schaffen, absolut im Sinn der Leifheits ist. Während im ehemaligen Finanzamt eine „Dienstleistungs-Drehscheibe“, wie es Caritas-Geschäftsführer Alexander Huhn nennt, für die älteren Menschen entstehen soll, ist dahinter samt Zollhaus-Areal (827 Quadratmeter) Wohnbebauung vorgesehen. „Und zwar für bedürftige Senioren“, verdeutlicht die Bürgermeisterin die Vorstellungen, die Gefrörer ins Spiel gebracht hatte. Daneben sei eine Wohngruppe der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe (KJE) für Menschen mit Behinderung vorstellbar, ergänzt Koch.

Das Ideenpapier, das Caritas, KJE und Lebenslust – das Netzwerk sozialer Dienstleister im Landkreis – im Gemeinderat präsentierten, überzeugte jedenfalls. „Wir könnten uns das gut vorstellen“, sagt Ronald Kühn, KJE-Geschäftsführer und Lebenslust-Vorsitzender in Personalunion. „Der Seniorentreff Marianne Aschenbrenner würde logischerweise auch da reingehören.“ Was für alle, die sich bislang mit diesem Thema beschäftigt haben, zudem für den Standort an der Von-Brug-Straße spricht, ist die zentrale Lage. Neben der Anbindung an die Fußgängerzone, den Kurpark und das Kongresshaus sei auch die Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe ein gewaltiger Vorteil, unterstreicht Meierhofer.

Außer der Frage, welches Konzept letztlich realisiert wird, sind momentan noch einige juristische Fragen zum weiteren Vorgehen zu klären. Zudem bedarf es der Zustimmung des Haushaltsausschusses des Landtags zum Verkauf des alten Finanzamts. Schon jetzt steht aber für die Bürgermeisterin fest: „Im kommenden Jahr muss alles konkretisiert werden“ – auch um das Vermächtnis der Leifheits endlich zu erfüllen.

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