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Auf Hochtouren wird gearbeitet, damit das Kainzenbad im kommenden Sommer in neuem Glanz erstrahlt.

Algen, Unkraut und ein Hangrutsch sorgen für Unmut

Gemeinde reagiert auf Kritik am Kainzenbad

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Garmisch-Partenkirchen - Das Wasser ist weg, die Bagger sind da: Im Herbst stehen im Naturbad einige Arbeiten an, nachdem es in letzter Zeit öfter Beschwerden gegeben hat.

Algen im Kainzenbad geben „Anstoß zum Ärgernis“ – am 16. August 1973. Zumindest hat an diesem Tag die Zeitung über das „nicht immer klare Wasser“ und weitere Probleme und Problemchen im Partenkirchner Naturbad berichtet. Über viele davon redet heute, 43 Jahre später, niemand mehr. Längst verschwunden sind die maroden sanitären Anlagen und die durchlöcherten Umkleidekabinen. Auch eine Lautsprecheranlage ist mittlerweile installiert. Die Algen aber sind geblieben. Erst in diesem Sommer sorgten sie  für Unmut unter den Badegästen. Doch waren sie nicht das einzige Thema, das Besucher verärgerte. Die Gemeinde will reagieren beziehungsweise hat das zum Teil bereits getan. Für die neue Saison stehen einige Arbeiten an.

Kiesaustausch

Entscheidendes fehlt dieser Tage im Kainzenbad: das Wasser. Es wurde bereits abgelassen, um routinemäßig das Becken und den Boden zu reinigen und den Kies komplett auszutauschen. Dabei schiebt ein Radlader die Beckensohle ab, die dann mit einer neuen Kiesschicht bedeckt wird. Diese Arbeiten sind nach Angaben von Rathaussprecher Martin Bader nur in einem bestimmten Zeitraum möglich: Das Frühjahr, die Zeit der Amphibienwanderung, scheidet aufgrund natur- und tierschutzrechtlicher Gründe aus. Also bleiben nur die Wochen nach der Schließung bis Ende Oktober. Dann wird das Bad wieder befüllt. Möglicherweise wird das Wasser im Winter benötigt: Das Kainzenbad dient nämlich als Notreservoir für die Beschneiung des Gudibergs, falls dafür nicht sämtliches Wasser aus der Partnach entnommen werden kann.

Algen

Grundsätzlich, betont Rathaussprecher Bader, müsse man bei einem Naturbad wie dem Kainzenbad mit Wasserpflanzen rechnen. Um dies zu belegen, hat er extra besagten Zeitungsartikel von 1973 herausgesucht. So massiv wie im Sommer 2016 aber dürften sie nicht mehr wachsen: Der Kiesaustausch und die Bodenreinigung sollen eine ähnliche Algenpopulation 2017 eindämmen. Beides war im vergangenen Jahr nicht möglich, nachdem das Wasser in den Kankerbach abgelassen wird. Dort jedoch liefen Hochwasserschutzarbeiten.

Murenabgang

Nach einem Gewitter im Mai 2015 war der Hang an der Ostseite im Kainzenbad in Rutschen gekommen, lange blieb der Bereich gesperrt. Im Herbst desselben Jahres wollte die Gemeinde die Schäden ursprünglich beseitigen. Doch auch in der Badesaison 2016 blickten die Besucher auf die Mure. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) räumte Versäumnisse ein, die viel Kritik auf sich zogen. Mittlerweile sind die Arbeiten abgeschlossen, Gabionenwände zur Hangsicherung aufgebaut. 60 000 Euro hat die Gemeinde dafür investiert.

Unkraut

Das Wort „Unkraut“ im Zusammenhang mit dem Kainzenbad hören die Verwaltungsmitarbeiter gar nicht gerne. Rathaussprecher Bauer korrigiert deshalb gleich, bevor er sich der eigentlichen Frage widmet: Unkraut sei „per se der falsche Begriff“, schreibt er. „Korrekt muss man hier von Wildkraut sprechen.“ So oder so: Es hat für ordentlich Ärger gesorgt. Besucher, darunter Garmisch-Partenkirchens CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch, warfen der Gemeinde vor, sie würde sich zu wenig um das Juwel Kainzenbad kümmern. Öffentlichkeitswirksam und provokativ überreichte sie Bürgermeisterin Meierhofer in einer Sitzung einen Unkrautbrenner, den sie aus der Fraktionskasse bezahlt hatte. Exakt dieses Gerät dürfte im nächsten Jahr nicht zum Einsatz kommen, wohl aber ein ähnliches. Bader versichert, man werde sich des Wildkrautproblems annehmen – mit einem „neuen, zugelassenen Flammgerät“, das man für das Badpersonal besorge. Hochwirksame, jedoch überaus umstrittene Spritzmittel wie Glyphosat kommen nicht mehr zum Einsatz.

Fünf-Meter-Turm

Bei einer Sicherheitsbegehung der Anlage an der Kainzenbadstraße im Juni dieses Jahres stellte sich heraus, dass die Sprungbecken statt 4 nur 3,80 Meter tief sind, weshalb der Fünf-Meter-Turm nicht mehr geöffnet werden darf. Ähnliche Probleme bestehen bei den Startblöcken. Darum wollte sich die Verwaltung kümmern – eine Lösung gibt es jedoch noch nicht. Man suche noch nach Möglichkeiten, sagt Sprecher Bauer auf Nachfrage.

Neuerungen

Wesentliche Veränderungen werden die Gäste in der neuen Saison nicht erwarten. Den Bereich auf der Ostseite, in dem der Hang abgerutscht war, können sie aber wieder wunderbar nutzen: Eine Sonnenterrasse wird errichtet. Hierfür schafft die Gemeinde neue Liegen an.

Investitionen

Wie viel Geld die Marktgemeinde in diesem Herbst und Winter konkret investiert, weiß Bader nicht. Denn noch liegen nicht zu allen externen Arbeiten Angebote vor. Seitens der Verwaltung gehen die Verantwortlichen von einem hohen fünfstelligen Betrag allein an Sach- und Personalkosten aus.

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