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Bürgermeister Michael Gansler rechtfertigt die Anhebung der Gebühren.

Letzte Anhebung vor drei Jahren

Unterammergau bittet zur Kasse

Unterammergau - Saftiger Anstieg: Die Gemeinde Unterammergau erhöht die Kindergartengebühren sowie den Kur- und Fremdenverkehrsbeitrag. 

Am Mittwoch, 20. April, will der Unterammergauer Gemeinderat über den Haushalt 2016 entscheiden. Bis dahin hat Kämmerer Alexander Müller noch Zeit, frische Zahlen einzuarbeiten. Denn bei der Sitzung der Lokalpolitiker am Donnerstagabend wurden saftige Beitrags- und Gebührenerhöhungen beschlossen. Davon sind Gäste sowie Unterammergauer Familien und Vermieter betroffen.

Letztere werden am kräftigsten zur Kasse gebeten: Der Fremdenverkehrsbeitrag geht um ganze 33,33 Prozent hinauf. Demnach sind künftig nicht mehr 30, sondern 40 Cent fällig. Der neue Satz gilt ab dem 1. Februar 2017 – ein eher ungewöhnliches Datum, das aber mit dem Tourismusverbund Ammergauer Alpen abgestimmt ist. Wie Mitarbeiterin und Gemeinderätin Nicoletta Mitterer (FDU) erklärte, sei die Umstellung des Computerprogrammes im Februar leichter als im Januar, wegen des Jahreswechsels.

Deshalb gilt auch die beschlossene Erhöhung des Kurbeitrags, den die Touristen abzugeben haben, erst ab Februar. Sie müssen künftig nicht mehr nur einen Euro pro Tag und Person zahlen, sondern 1,20 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent. Diskussionen oder Nachfragen gab es dazu im Gemeinderat nicht. Beide Beschlüsse fielen einstimmig.

Gleiches gilt für die Erhöhung der Kindergartengebühren. Diese soll sowohl bei der Betreuung der jüngsten wie bei den älteren Buben und Mädchen erfolgen. Bei Kindern unter drei Jahren kostet es künftig zum Beispiel nicht mehr 150 Euro, wenn diese vier Stunden pro Tag in der Einrichtung sind, sondern 158 Euro. Das ist ein Anstieg um 5,3 Prozent. Bei Kindern über drei Jahren, die zwei Stunden pro Tag betreut werden, werden nicht mehr nur 44, sondern 46 Euro abkassiert – was einem Gebühren-Anstieg von 15 Prozent entspricht. Die neuen Abrechnungssätze gelten mit dem Beginn des nächsten Kindergartenjahres ab dem kommenden September.

Eine Rechtfertigung für diesen Schritt gab es von Gemeinderat Michael Buchwieser (Freie Wähler). „Die letzte Erhöhung ist schon eine Zeit lang her.“ Außerdem sei Unterammergau im Vergleich mit den Nachbarn günstiger. Dies bekräftigte auch Bürgermeister Michael Gansler (FDU): „Die anderen Gemeinden erhöhen ihre Gebühren jährlich.“ In Unterammergau seien inzwischen drei Jahre vergangen. „Wir brauchen uns also nicht nachsagen lassen, dass wir unverschämt sind.“

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