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Ein wichtiger Mann: Elektromeister Stefan Hiergeist bringt die Stromversorgung wieder in Gang.

Gemeinderatssitzung abgesagt

Wasserschaden: Notbetrieb im Rathaus

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Unterammergau - Ein Leck in der Leitung verursachte am Donnerstag im Rathaus von Unterammergau einen massiven Wasserschaden. Zwischenzeitlich bestand die Gefahr eines Kurzschlusses.

Es ist das Trauma für jeden Wohnungsinhaber und Hausbesitzer – ein Wasserschaden, der nicht gleich bemerkt wird und so immensen Schaden, nicht nur an der Einrichtung, verursachen kann. Solch’ ein Szenario erlebten am Donnerstag die Angestellten der Gemeindeverwaltung Unterammergau, als sie in der Früh zur Arbeit kamen: In verschiedenen Räumlichkeiten des Rathauses stand das Wasser bis zu einer Höhe von zehn Zentimetern. Die sofort verständigte Feuerwehr sowie ein Mitarbeiter des Bauhofs sorgten für eine erste Schadenseindämmung und unterbrachen die Zufuhr. Nach ersten Schätzungen dürfte der Schaden in die Zehntausende gehen, da sich das Wasser über die Heizungsschlitze in den Wänden bis in den Keller ausbreitete.

Ursache war ein Leck einer Wasserleitung in einer Gemeindewohnung im zweiten Stock. Dies wurde nicht bemerkt, da sich die Mieterin gerade im Krankenhaus befindet. Ausgangspunkt war vermutlich die Leitung unterhalb der Spüle in der Küche, wo sich eine Verbindung irgendwie gelöst hatte und das Wasser dadurch ungehindert über Stunden austreten konnte. Es dürften Hunderte von Litern gewesen sein. Als der zuerst zu Hilfe gerufene gemeindliche Wasserwart Klaus Beßenbacher gestern früh die betroffene Wohnung im II. Stock betrat, stand das Wasser bereits in allen Zimmern knöcheltief: „Es ist wohl schon seit Mittwoch gelaufen, nur ist da noch nichts bemerkt worden“, glaubt er.

Gefahr eines Kurzschlusses

Über die Mietwohnung gelangte das Nass in tieferliegende Zimmer im ersten Stock, im Erdgeschoss und Räume im Keller. Am stärksten im Mitleidenschaft gezogen wurde das Büro von Geschäftsleiterin Martina Kotz, wo das Wasser regelrecht von der Decke tropfte und sich über Unterlagen und Akten in Schränken und auf dem Schreibtisch verteilte. Beßenbacher und seine Kollegen Markus Oswald und Andreas Gassenhuber brachten Ordner ins Trockene; zeitgleich setzte die alarmierte Feuerwehr, die mit fünf Einsatzkräften angerückt war, Wasserstaubsauger ein, um den größten Teil des Wassers abzupumpen. Elektromeister Stefan Hiergeist musste immer wieder die Stromversorgung vom Netz nehmen, da die Gefahr eines Kurzschlusses nicht auszuschließen war: Steckdosen an den Wänden befanden sich im Wasser, und auch die Deckenlampen waren betroffen. Sogar außen, an den Balkonen des Rathauses, bildeten sich durch ausgelaufenes Wasser Eiszapfen.

Als erste Notmaßnahme stellten Bauhofmitarbeiter in Räumen, die besonders von dem Wasserschaden betroffen sind, Trocknungsgeräte auf. Eine professionelle Fachfirma wird in den nächsten Tagen weitere Schritte einleiten und eine umfassende Trocknung in Angriff nehmen. Diese dürfte wohl einige Wochen in Anspruch nehmen. Auch ein Vertreter der zuständigen Versicherung hat sich angekündigt, um den Schaden aufzunehmen. Dabei ist zu klären, ob Büromöbel noch zu verwenden sind. Aufgrund des Schadens konnte die Gemeindeverwaltung gestern nur im Notbetrieb arbeiten und war zeitweise telefonisch nicht erreichbar. Die Computer in den Büros ließen sich ebenfalls nur teilweise hochfahren, da die Stromversorgung immer wieder unterbrochen war. Noch gestern Vormittag hatte Bürgermeister Michael Gansler die für den Abend geplante Gemeinderatssitzung abgesagt. Weiter teilte die Verwaltung mit, dass am Freitag die Gemeinde geschlossen bleibt.

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