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Viel zu schnell gefahren wird in der Waltersberger Ortsdurchfahrt. Das haben Messungen ergeben. Der Gemeinderat will Tempo 30 durchdrücken.

Geschwindigkeitsbeschränkung in Waltersberg

Keiner hält sich ans Tempolimit

Spatzenhausen/Waltersberg – Sie gilt als gern genutzte Umgehung von Murnau, wenn sich dort vor allem während der Stoßzeiten der Berufsverkehr mühsam über die dortige Entlastungsstraße quält: die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Waltersberg und Rieden. Zuweilen drücken einige Wagenlenker noch bei der Waltersberger Ortsdurchfahrt erheblich aufs Gas, was folglich den Unmut der Anwohner hervorruft. Wiederholt wurde dieses Thema im Spatzenhauser Gemeinderat angesprochen – so auch in der jüngsten Sitzung.

Die neuesten Messungen vom 16. bis 30. Juni 2016 im südlichen Ortsbereich hätten 10 286 Fahrzeuge registriert, sagte Bürgermeister Georg Wagner (Freie Wählergemeinschaft Spatzenhausen). Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 56, in der Gegenrichtung bei 54 Stundenkilometern. „Der Schnellste war mit 79 Sachen unterwegs“, stellte Wagner fest, „und zwar nachts um ein Uhr.“ Bei den zwei Jahre zuvor erfolgten Messungen habe das Durchschnittstempo bei 37 Stundenkilometern gelegen: „Da wurde allerdings oben an der Kurve gemessen, wo von Haus aus langsamer gefahren wird.“ 

Um eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer zu erreichen, brauche es eine rechtlich vernünftige Begründung, betonte der Bürgermeister: „Denn wenn wir rechtswidrige Anordnungen erlassen, fallen wir juristisch auf die Schnauze“, meinte er salopp. Im Laufe des Sommers würden deshalb nochmals Messungen vorgenommen. Dem Gremium schlug er vor, die Beschilderungen, welche die Verkehrsteilnehmer auf die Gefahrenstellen im Ort hinweisen, zu optimieren. So sollen neue Gefahrenzeichen aufgestellt und einige anders platziert werden. 

Überdies muss ein Bushalteschild in der Ortsmitte wegen der schlechten Sichtbarkeit ausgeschnitten werden. „Wir müssen diesen Weg gehen, um die angestrebte Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 zu erreichen, auch wenn es etwas länger dauert“, erklärte er den Ratsmitgliedern. Ziel sei vor allem, eine Entlastung der Anwohner zu erreichen. 

Die Frage von Anton Heidl (Freie Wählergemeinschaft Spatzenhausen), ob nicht eine Tonnagenbegrenzung möglich sei, verneinte Wagner: „Aufgrund neuer Urteile der Verwaltungsgerichte werden wir eine solche Regelung nicht bekommen. Auch ein LKW-Verbot ist nicht möglich.“ Zuständig für diesen Bereich ist nach seinen Worten die Abteilung Straßenverkehrswesen im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen. Eine wirkliche Entlastung der Strecke zwischen Waltersberg und Rieden, stellte Wagner klar, könne nur eine Umfahrung von Murnau sein, wie sie im Norden der Marktgemeinde vorgesehen ist.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, zunächst die Verkehrszeichen zu optimieren, um schrittweise zu einer rechtlich haltbaren Geschwindigkeitsbeschränkung zu kommen, wurde vom Gremium mit nur einer Gegenstimme gebilligt.

Heino Herpen

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