Immer viel los: Wer im Norden Oberaus die Straße queren möchte, muss schnell sein. Foto: Schneider

Gemeinde will weitere Fußgängerampel - Landratsamt lehnt ab

Oberau - Schnell fahren Autos in den nördlichen Ortsbereich ein. Die Straße zu queren, ist für Fußgänger gefährlich, findet der Gemeinderat. Er will eine Ampel.

„Es ist lebensgefährlich, hier über die Straße zu gehen“, warnte schon vor drei Jahren die SPD-Rätin Elisabeth Mundstock. Gemeint ist die Bundesstraße 2 in Oberau im Bereich der beiden Tankstellen am nördlichen Ortsrand. Schon damals hat die Gemeinde errechnet, dass pro Stunde rund 625 Fahrzeuge diesen Abschnitt passieren. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat hat deshalb einen Antrag auf Einrichtung einer Fußgänger-Lichtzeichenanlage an der Einmündung Heubergstraße zur B 2 gestellt, der von der Gemeinde aufgenommen und an das Staatliche Bauamt Weilheim weitergeleitet wurde. Doch das Landratsamt lehnte ab.

In Oberau führte das zu Verwunderung. Denn wer derzeit die Straße in dem Bereich queren will, muss schnell sein oder warten bis die Autos stehen bleiben - was selten passiert. „Drüben“ sind Geschäfte, Gewerbebetriebe, die Post und die ADAC-Agentur. Und dort wohnen auch Menschen, die auf ihrem täglichen Weg zur Schule oder zum Einkaufen die B 2 passieren müssen. Erst dann können sie auf dem sicheren Fußweg ihren Gang zur 500 Meter entfernten Ortsmitte fortsetzen. Bei einer Besichtigung mit den zuständigen Stellen wurde auch ermittelt, dass in der Spitzenstunde mit 59 Fußgängerquerungen die erforderliche Mindestzahl von 50 Personen erreicht wurde.

Trotzdem kam jetzt nach drei Jahren vom Landratsamt ein ablehnender Bescheid. „Lichtsignalanlagen dürfen nur dort angeordnet werden, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist. Dies wurde im vorliegenden Fall nicht gesehen“, heißt es in dem Schreiben. In ihrer Begründung schreibt die Behörde unter anderem: „Es stellt sich allerdings die Frage, ob alle Querungen auch an nur einer gemeinsamen Stelle stattgefunden hätten und hier eine Bündelung möglich wäre.“ Und weiter: „Eine Gefahrenlage, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung insbesondere der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs erheblich übersteigt, kann im Einzelfall insbesondere in Betracht kommen, wenn die Fußgänger-Lichtzeichenanlage vorrangig im Rahmen der Schulwegplanung zur Schulwegsicherung erforderlich ist. Dies ist nach unserem Kenntnisstand hier nicht gegeben.“

Bürgermeister Peter Imminger will sich mit dem ablehnenden Bescheid nicht zufrieden geben: „Entweder wir nehmen es so hin oder wir lassen den Bescheid von einem Verwaltungsrechtler prüfen!“ Letzteres wurde nach kurzer Diskussion von allen Ratsmitgliedern befürwortet.

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