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Das Fahrgastschiff läuft ein: Impressionen aus der Murnauer Bucht.

Wohin steuert die Politik?

Murnauer Bucht: Viele Fragen offen

Murnau - Die Entwicklung der Murnauer Bucht stellt den Gemeinderat vor unzählige Fragen. Bislang gibt es wenig Antworten.

Die Murnauer Gemeinderäte haben sich bei einem Workshop intensiv mit der Neugestaltung der Murnauer Bucht befasst. Die Ergebnisse wurden jetzt in der letzten Sitzung vor der Sommerpause vorgestellt.

Das Thema wirft viele Fragen auf: Soll die Straße verlegt werden? Soll das Bad künftig frei zugänglich oder ein Bezahlbad sein? Kann die Bootsanlegestelle am bisherigen Standort bleiben? Soll es eine Seesauna geben, ein privates Grundstück mit in die Planung aufgenommen werden? Das ist nur ein Bruchteil der offenen Punkte, die es im Zusammenhang mit der Neugestaltung gibt. Ob das Bad künftig frei zugänglich sein soll oder nicht, daran scheiden sich offenbar die Geister. Beim Workshop, der Anfang Juni stattfand und an dem zehn Gemeinderäte mitwirkten, ergab sich „ein heterogenes Bild“, wie Marktbaumeister Klaus Tworek darlegte. Es fehlte also ein Konsens. Bei anderen Aspekten – wie etwa, dass ein kleines Becken für Kinder angelegt werden sollte – bestand aber durchaus Einigkeit.

Folgende Fragen sollen nun für die weitere Diskussion geklärt werden: Ab welchem Badebetrieb ist ein Bademeister nötig? Wie ist die haftungsrechtliche Situation bei einem öffentlichen Badebetrieb? Ab welcher Sitzplatzzahl ist eine Gastronomie überlebensfähig? Kann die Bootsanlegestelle grundsätzlich an einem anderen Ort positioniert werden? 

Josef Bierling (CSU) behagt der Gedanke gar nicht. Eine Verlegung wäre aus seiner Sicht „wahnsinnig“ und „nicht machbar“. Alexander Weinhart, Sprecher von Mehr Bewegen, betonte, er wünsche sich bei wichtigen Fragen eine Entscheidung im Herbst. Eine solche ist seiner Meinung nach die Gefährdung durch die Doppelnutzung (Trainings-/Parkgelände) am Bolzplatz im Süden des Sportareals. Das müsse dringend bald gelöst werden.

Hierzu bereite die Verwaltung etwas vor, sagte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Holger Poczka, Sprecher dieser Fraktion, regte an, bis Herbst zu diskutieren, ob das Bad künftig frei zugänglich sein soll oder nicht.

Die Leitung des Workshops hatte Professor Dorothea Voitländer vom Architekturbüro Voitländer Deffner (Dachau). Diese ging dabei auf verschiedene Arten von Vergabeverfahren ein und zeigte die Vorteile eines Wettbewerbs auf. Voitländer warb dann für ein so genanntes kooperatives Verfahren. In dessen Rahmen findet ein Zwischenkolloquium statt. „Man sieht da zu einem relativ frühen Zeitpunkt, wo die Reise hingeht“, betonte Marktbaumeister Tworek. Folge: Der Gemeinderat könne noch einwirken. Ergebnis eines derartigen Verfahrens ist dann ein städtebaulicher Rahmenplan. Dieser kann als Grundlage für einen Bebauungsplan dienen. 

Rathauschef Beuting unterstrich am Ende der Diskussion, dass der Umbau der Bucht nicht auf der Prioritätenliste stehe. „Das wird mit Sicherheit ein langfristiges Projekt sein.“ Viele andere stünden vorher auf der Tagesordnung.

Roland Lory

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