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Die Arbeiten am Farchanter Kanalnetz, wie hier im Bereich Nachfeldstraße, laufen seit 1997.

Gute Nachricht für alle Farchanter

Abwasser wird billiger

Farchant - Für Abwasser müssen die Farchanter künftig weniger zahlen. Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, die Gebühren von 1,90 auf 1,43 Euro pro Kubikmeter zu senken. 

100 Kubikmeter Wasser verbraucht eine vierköpfige Familie im Schnitt pro Jahr. Ebensoviel fließt der Kalkulation der Gemeinde Farchant zufolge in den Abwasserkanal. Und dafür müssen die Bürger künftig deutlich weniger zahlen. 1,90 Euro waren bislang pro Kubikmeter fällig, künftig sind es nur mehr 1,43 Euro. Diese deutliche Senkung der Abwasser-Gebühren hat der Gemeinderat einstimmig abgesegnet. „Das ist ein gutes Signal an die Bevölkerung“, meinte Gerhard Portele (Freie Wähler). Zumal jüngst der Wasserpreis – von 1,09 auf 1,22 Euro pro Kubikmeter – angehoben wurde, was nicht sehr gut angekommen sei, zeigte sich das Mitglied des Gemeinderats hocherfreut über diese „gewaltige Senkung“. Das bedeutet, dass besagter Durchschnitts-Haushalt künftig zwar 13 Euro jährlich mehr für das Wasser aus der Leitung zahlen muss, aber für das, was anschließend in den Kanal gelangt, fallen 47 Euro weniger an.

Hintergrund der neuen Gebühren-Kalkulation ist die Vereinbarung mit den Stadtwerken München zur Entnahme von Trinkwasser aus dem Loisachtal (wir berichteten). Derzufolge beteiligen sich die Vertreter der Landeshauptstadt erheblich an den Kosten für das Kanalnetz und die Einleitung in die Garmisch-Partenkirchner Kläranlage. „Und das geht 1:1 in die Kostenkalkulation ein“, erklärte Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD). Dass die Bürger – ans Farchanter Kanalnetz sind aktuell 895 Anwesen angeschlossen – auf diese Weise entlasten werden können, freut auch ihn.

Was zudem eine Rolle spielt, ist das Fortschreiten der Kanalsanierung, die Christian Hornsteiner zufolge 1997 gestartet wurde. „Noch ist sie nicht abgeschlossen“, betonte der Geschäftsleitende Beamte im Rathaus auf Tagblatt-Nachfrage. „Das ist ein ständiger Prozess.“ Seit dieses Projekt läuft, seien von Seiten der Kommune schon 2,4 Millionen Euro in das 19 Kilometer lange Kanalnetz – „das sind die Hauptleitungen, dazu kommen noch die Hausanschlüsse“ – geflossen.

Was derweil teurer wird, ist die Gebühr, die für das Schmutzwasser zu zahlen ist, das von 297 Farchanter Anwesen in die Kanalisation gelangt. „Wir veranlagen in diesem Bereich etwa 44 000 Kubikmeter“, sagte Hornsteiner. Und für die sind nun 1,57 Euro pro Kubikmeter statt bisher 0,95 Euro zu bezahlen. Ein Grund für diese Neuberechnung ist die Ansage vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband. „Denen zufolge mussten wir neu kalkulieren.“ Berechnet wird dabei das Niederschlagswasser, das von den Dächern kommt, sowie das Nass, das von versiegelten Flächen ins Kanalnetz gelangt. Wer Einfahrten aus sickerfähigem Material hat, das heißt Pflaster mit Fugen, dessen Areal wird mit 50 Prozent angesetzt. Um die Betroffenen auf diese Neuerungen hinzuweisen, verschickt die Gemeinde nun Fragebogen. „Auch vor dem Hintergrund, dass sie ihre Flächen noch einmal kontrollieren“, unterstrich Hornsteiner. Ein Vorgehen, das Portele absolut befürwortete: „Schließlich steht es ja jedem frei, seine Einfahrten und ähnliches zu entsiegeln.“ Wer diesen Schritt tut, der müsse letztlich weniger für das so genannte Schmutzwasser zahlen, das nicht im Boden und letztlich in der Loisach landet, sondern im Kanalnetz. Tanja Brinkmann

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