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So könnte es aussehen: Das Bild zeigt ein Modell der geplanten Schleifmühle, die an der Stelle der „Alten Säge“ errichtet werden soll.

Gemeinderat gibt grünes Licht 

Schleifmühle: Altes Gewerbe lebt auf

Ohlstadt – Der Plan, in Ohlstadt eine Schleifmühle im historischen Stil zu errichten, ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Der Gemeinderat hat einmütig grünes Licht für ein solches Unterfangen gegeben.

    Ihre Geschichte ist den Ohlstädtern wichtig, wozu in besonderer Weise das Handwerk des Wetzsteinmachens zählt. Allerdings sind die alten Schleifmühlen längst abgebrochen, im ganzen Dorf gibt es (außer im Heimatmuseum) kaum noch Belege für diese Produktion. Auf einem 880 Quadratmeter großen, gemeindeeigenen Grundstück an der Heimgartenstraße, auf dem sich bisher eine längst nicht mehr benötigte, ziemlich baufällige Sägemühle befindet, soll nunmehr eine originalgetreue Schleifmühle entstehen, die zu einer informativen Station auf dem geplanten „Wetzsteinmacherweg“ vom Ostallgäu nach Oberbayern werden könnte.

    Die touristische Route ist ein vom europäischen Leader-Förderprogramm bezuschusstes Projekt (wir berichteten). Für die Verwirklichung ihres Planes wurde im Dorf eigens eine Interessengemeinschaft ins Leben gerufen, die ihn in die Tat umsetzen will. Ihre Mitglieder erhoffen sich einen erheblichen Zuschuss für ihr insgesamt rund 220 000 Euro teures Vorhaben.

    Der Gemeinderat hatte jetzt über einen Bauantrag der Kommune zu entscheiden, der den Rückbau der alten Säge und den Neubau einer Schleifmühle vorsieht. Hierzu präsentierte Ratsmitglied Toni Schmuttermeier (CSU), der der Interessengemeinschaft angehört, konkrete Pläne für die Außen- und Innengestaltung der Schleifmühle. „Das Gebäude ist nach alten Planentwürfen neu gezeichnet worden“, sagte er dazu. Der Antrieb der Einrichtung solle mit einem, vom vorbei fließenden Dorfbach gespeisten „oberschlächtigen Wasserantrieb“ erfolgen, wie es in der Fachsprache heißt. Ziel sei es, die Tradition der Wetzsteinmacherei wieder aufleben zu lassen: „Es war einmal ein Hauptgewerbe im Dorf“, unterstrich Schmuttermeier.

    Am 6. April soll das Projekt vor dem zuständigen Leader-Ausschuss präsentiert werden. Franz Gaisreiter (CSU), ein überzeugter Verfechter des Vorhabens, ergänzte, dass die erforderlichen Arbeiten dafür zu 100 Prozent in Eigenleistung der Dorfgemeinschaft erstellt werden könnten. Simon Sagmeister (BVO) regte an, „einen gescheiten Parkplatz“ für die Besucher anzulegen: „Sonst werden bloß überall die Einfahrten zugeparkt“. 

Auf die Frage von Anton Fischer (NLO) nach einem konkreten Finanzierungskonzept erklärte Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei), dass bereits ein solches vorliege. Aber: „Wir müssen erst die Entscheidung des Leader-Entscheidungsgremiums abwarten, denn wenn da keine Gelder fließen, ist es fraglich, ob wir die Mühle überhaupt bauen können.“

Heino Herpen

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