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„Land unter“ hieß es am 9. Juni am Gebäude Tafertshofen 3 nahe der Ach, wo die Wassermassen unter anderem eine Zufahrtsstraße überfluteten.

Rund 30 Gebäude standen unter Wasser

Gesucht: Wirksamer Schutz gegen Hochwasser

Uffing - Das Hochwasser Anfang Juni sorgte auch in Uffing für einen Ausnahmezustand. Jetzt hat sich der Gemeinderat nochmal mit dem Thema beschäftigt. Das Ergebnis: Die Kommune will ein Gewässerentwicklungskonzept erstellen.

Den 9. Juni diesen Jahres werden viele Uffinger so schnell nicht vergessen. Viele Stunden lang war ein Starkregen ununterbrochen auf das Gemeindegebiet niedergeprasselt. Schmale, kleine Bäche hatten sich binnen kürzester Zeit in reißende Flüsse verwandelt, waren über ihre Ufer getreten und überfluteten Felder, Straßen, Keller und Garagen. Die Feuerwehren aus der Region, teils auch aus Partenkirchen und Mittenwald, hatten alle Hände voll zu tun, mittels Pumpen und Sandsäcken das Schlimmste zu verhindern.

Keine Frage, dass das verheerende Hochwasser einer der wichtigsten Punkte bei der Gemeinderatssitzung war. So folgte das Gremium einstimmig dem Vorschlag des Landesamtes für Umwelt, für das Gemeindegebiet ein Gewässerentwicklungskonzept zu erstellen. „Angesichts der enormen Schäden in Polling und Peißenberg besteht Handlungsbedarf“, stellte Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) dazu fest. „Bei uns sind etwa 30 Gebäude unter Wasser gestanden.“

Zusammen mit den Mitgliedern des Bauausschusses habe er einige der neuralgischen Punkte in Augenschein genommen, an denen es zu Überflutungen gekommen war. Darunter war unter anderem das Baugebiet Eichenhain östlich des Bahnhofs, wo sich laut Wintermeier große Wassermengen auf einem unbebauten Grundstück gesammelt hatten. „Die nördliche Häuserreihe ist mit Steinmauern und Aufschüttungen gegen die Überflutungen geschützt, aber auf dem nicht bebauten Grundstück läuft halt alles zusammen, und dann über die Straße“, sagte der Bürgermeister. Folglich habe die Feuerwehr das Wasser in die Bahnunterführung nördlich des Bahnhofs gepumpt, die über gut funktionierende Versitzgruben verfüge: „Binnen kurzer Zeit war das Wasser dort verschwunden.“ Nun gelte es, das wild abfließende Oberflächenwasser in diesem Bereich in den Griff zu bekommen.

Tobenden Flutmassen hatten sich die Helfer auch an der Ach gegenüber gesehen – insbesondere am Zulauf des Antlasgrabens, der aus Richtung Schöffau eine Menge an Schwemmgut wie Baumstämme, Wurzeln und Kies mitgebracht hatte. „Wir müssen dort die Sträucher am Ufer ausschneiden und die Anschwemmungen entnehmen“, kündigte Wintermeier an. Ebenso habe es in der Seeblickstraße 4 Probleme gegeben: „Da läuft Wasser vom Kinderspielplatz zum Gebäude. Ein Drainagegraben könnte Abhilfe schaffen.“

Im Hinblick auf den Hochwasserschutz werden sich die Ratsmitglieder nach den Worten Wintermeiers bereits umgesetzte Konzepte in anderen Kommunen ansehen. Überdies verwies Gemeinderat Josef Diepold (WGU) auf die Möglichkeit, für Hochwasserschutzprojekte Fördergelder zu beantragen.

Wie einer Info-Broschüre des Landesamtes für Umwelt zu entnehmen ist, ist ein Gewässerentwicklungskonzept, wie es jetzt in Uffing erstellt werden soll, eine Grundlage für die Unterhaltung und den Ausbau von Gewässern. Ziel seien ökologisch intakte, den Hochwasserabfluss dämpfende Fließgewässer, die eine gute Selbstreinigungskraft besäßen, heißt es unter anderem darin. Dies solle mit einem Minimum an steuernden Eingriffen erreicht werden.

Heino Herpen

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