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Aus Eisstadion wird Pressezentrum: Für den G7-Gipfel wurde das Gebäude samt Außenflächen umfunktioniert.

Bilanz der Gemeindewerke

Schulden in Rekordhöhe

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Garmisch-Partenkirchen - Ein Jahr der Preissenkungen nennt Gemeindewerke-Vorstand Wotan Lichtmeß 2016. Abgesehen vom Wasser gehen alle Gebühren zurück. Investiert wird heuer in den Ausbau des Verwaltungsgebäudes und in zwei neue Hallen.

Einen Rekord-Schuldenstand verzeichnen die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen in ihrem vorläufigen Abschluss von 2015. „Knapp über 90 Millionen Euro, das hatten wir noch nie“, sagt Vorstand Wotan Lichtmeß. Noch ist kein Ende in Sicht, die Verbindlichkeiten klettern in diesem Jahr weiter. Hintergrund dieser enormen Steigerung – zum Vergleich: im Vorjahr lagen die Schulden noch bei 57,5 Millionen Euro – ist der Neubau der Eibsee-Seilbahn. Dafür nehmen bekanntlich die Werke das Geld auf, geben es peu à peu an die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) weiter, die es dann im Gegenzug an das Kommunalunternehmen abstottert. Angesichts guter Konditionen hat der Kaufmann die Verträge mit den Banken bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr abgeschlossen – mit Laufzeiten von 10 bis 20 Jahren.

Neben dem Neubau der Seilbahn „war der G7-Gipfel das prägendste Thema“, erklärt Lichtmeß. „Das hat viel Arbeit gekostet.“ Das Treffen der Regierungschefs der sieben mächtigsten Wirtschaftsnationen spülte ihm allerdings auch eine erkleckliche Summe in die Kasse und half zudem bei der Sanierung des Eisstadions. Nachdem dort das Pressezentrum untergebracht war, floss schon einmal einiges an Miete – wie viel verrät er nicht, nur soviel: „Es war auskömmlich.“ Und der Chef erinnert daran, dass er zu Gunsten der Gemeinde, die bei ihren Verhandlungen mit Bund und Freistaat den Umbau des Rathauses und einen Zuschuss fürs Olympia-Skistadion erreichte, von seinen Preisvorstellungen Abstand genommen hatte. Nachdem aber aus dem G7-Topf auch die Brandschutztüren und ein Bodenbelag für Halle 1 sowie neue Toiletten für das alte Foyer raussprangen, ist er insgesamt zufrieden: „Unterm Strich ist das angekommen, was ankommen sollte.“

Das sowie der Verzicht auf Sommereis in Halle 2 – „dadurch haben wir 30 Prozent Energie eingespart“ – führten dazu, dass das Defizit des Eissportzentrums von minus 2,0 auf minus 1,5 Millionen Euro zurückging. Eine Zahl, die Lichtmeß auch in Zukunft verkraften kann. Dabei steht bereits fest, dass die Eiszeiten im Sommer teurer – „auf die Erhöhung von 30 Prozent kamen Null-Proteste“ – werden und von Mitte September bis Mitte Oktober keine Fläche zur Verfügung steht.

Überrascht hat ihn, dass das Minus im Alpspitz-Wellenbad ebenfalls um gut 500 000 Euro auf 1,6 Millionen Euro gesunken ist. Und das, obwohl auch diese Einrichtung während des Gipfels geschlossen war. Der schon lange angekündigte Umzug der Sauna-Landschaft lässt trotzdem weiter auf sich warten. In voraussichtlich zwei Jahren packt Lichtmeß dieses Projekt wieder an.

Somit wird 2016 kein Jahr der großen Investitionen, sondern eines der Preissenkungen. Abgesehen vom Wasser (wir berichteten) gehen alle Gebühren runter. Das heißt Abwasser, Strom, Gas, Fernwärme – „dieser Bereich hat ein gutes Plus gemacht, Biogas scheint ein Kaufargument zu sein“ – und Müll werden billiger. Wie viel kann der Werke-Chef, dem bis zum endgültigen Abschluss in etwa acht Wochen nur die vorläufigen Zahlen vorliegen, derzeit nicht sagen. Diese Entscheidung steht noch aus.

Geld nimmt er aber in die Hand, um das Verwaltungsgebäude endlich zu erweitern. „Wir platzen aus allen Nähten“, betont er. Hintergrund ist, dass die Mitarbeiter der Sparten Müll und Abwasser vom Rathaus in seinen Betrieb verlagert, die Räume jedoch nie angepasst wurden. Für 750 000 Euro plant er einen Verbindungsbau zwischen den beiden vorhandenen Häusern. Zudem entstehen auf dem Gelände an der Adlerstraße zwei neue Hallen – eine für Notstromaggregate, für die Lichtmeß 500 000 Euro ansetzt, und eine zur Mehrzweck-Nutzung mit Schulungsraum sowie Lagerflüchen für 2,5 Millionen Euro.

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